Relativ ohne Ankündigung kommt gleich ein ganzes Album von Matthias Reiling, aka die Hamburger Hälfte von Session Victim, und dann auch noch auf Giegling, dem Überfliegerlabel der kürzeren Vergangenheit aus Weimar. Recht familiär wirkt der Einstieg, edelste Sample-Cutups aus der Staubplattenschublade mit betont mittigem Drive und Twistpotential der betont nickenden Sorte. Keiner der Tracks spannt den Clubfaktor zu sehr auf die Fahne. Nahezu skizzenhaft wird hier Disco und Funk in klassischen Songlängen und mitreissenden MPC-Patterns dekonstruiert. Von House bewegt sich die zweite Hälfte des Gespensts von Altona in HipHop-Strukturen. Man stelle sich einen aberputzigen, samplefressenden Hamster vor, MF Doom in der linken und Primo mit DJ Shadow in der rechten Backentasche. Da sucht man Qualitätslecks mit dem Mikroskop und wird sie nicht finden. Eines der entzückendsten und gewieftesten Alben der ersten Jahreshälfte 2010.

ji-hun

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