Eine Ode an die Elegie. Nootens neues Doppelalbum widmet sich voll und ganz der nach innen blickenden Melancholie und dem Mut, ihr ausreichend Raum zu geben. Im Vordergrund stehen immer die bewusst einfach arrangierten Melodien und Motive, der Rest ist pure Magie. Die man mögen muss, klar, denn Nooten verlegt sich bei der Ausgestaltung seiner Kompositionen oft auf digitale Kopien des Instrumentenbaus und das mutet mitunter ein wenig skizzenhaft an. Wie eine große Logic-Datei, die dem Orchester zur Verfügung gestellt wird, um einen ersten Eindruck von dem zu bekommen, was später gespielt und mikrofoniert werden soll. Zu diesem Treffen kommt es nie und so bietet “Haven” immer einen Tick zu viel Hall auf dem Piano, einen etwas zu gläsernden Klang bei den Streichern und das eine oder andere Artefakt bei den Holzbläsern. Nooten hat das Album nur mit seinem Laptop eingespielt und auch abgemischt: Da steckt also System hinter. Ein System, auf das ich mich gerne einlasse, denn die Kompositionen für sich genommen gehen tief ans Herz.
http://www.rocketgirl.co.uk
thaddi

Leave a Reply