Wie zu erwarten kann bei einer LP die Justus Köhnke und Kai Althoff machen eigentlich nur gutes rauskommen. So strange es dann im einzelnen auch sein mag. Es ist Popmusik die sie machen, tief aus den Eingeweiden der 70er Jahre ausgegrabenes Melodiegut, seltsame Intonationen, seltsame Sounds, melodiöses, verspieltes, kindliches und Elektroides. Jeder Track hat soetwas wie eine verkehrte Hookline, bricht aus ihr gerne wieder aus, verzwirbelt sich in sich selbst, verhakt sich in Impressionen japanischer Indiemusik, selbstgetrommelten Kartondrums, tragenden Orgeln, schwerwiegenden italienischen Filmanklängen, und all das ist kein Verbrechen mehr, längst nicht. Im Gegenteil, so wie Aufstehen kein Verbrechen mehr ist, tröpfelt diese Musik von den Scheiben, Monitoren, einsam blinkenden LEDs der Wohnung, beunruhigenden Stimmen und besänftigenden Tönen. Hecktisch, neurotisch, still, überzogen und ruhig, schrill und glatt. Für viele vermutlich überraschenderweise weniger gewöhnungsbedürftig als solche Musik gerne ist. Und obwohl viele Tracks mit nahezu unerträglichen Samples beginnen fangen sie sich immer sofort, und bauen an den Mosaiksteinen dieser sehr ungewöhnlichen CD genau das was jenseits der klaren Ohrroutinen liegt.

bleed

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