Ina Wudtke aka T-INA Darling hat eigentlich eine viel zu zarte Stimme um mit politischen Punchlines ins Berliner Schwabenviertel einzufallen. Aber ihr Album “The Fine At of Living”, das sich in deutscher und englischer Sprache abwechselt, kommt als erfrischend scharfsinnige Parodie auf die Gentrifizierungswelle daher. Ob sie in dem titelgebenden Song in rauchigem Swing von ihrem eigenen Nachbarschaftsausverkauf flötet, in “Berlin, Berlin” einen dialektalen Rap auf die zunehmende Seelenlosigkeit der Metropole anstimmt oder zwischen den hintersinnigen Songs ganz unprätentios vorgetragenen Gedichte einfädelt und sich zum Beispiel ein paar Pranger-Lines von Langston Hughes aus dem 20er-Jahre Harlem leiht: In verschiedenen Tonlage spielt sie ein falsches Spiel, von dem man sich gerne an der Nase herumführen lässt. Am Ende steht ein luftiges, Genre-durchquerendes Album mit viel subversivem Witz.
http://www.rudelrecords.de
jonathan

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