Would Grandpa like it? Um dieser Compilation reviewgerecht zu werden, bedarf es einer historischen Fußnote, einer nostalgischen Anekdote, einer zeitgemäßen Beobachtung und zu guter Letzt der Bekenntnis. 1. Das Akkordeon bekam im 19. Jahrhundert einen Spitznamen, wurde “asthmatic worm” gerufen und atmet wohl deshalb noch heute wie ein “Roboter ohne Elektronik” (Jimmy Tamborello / Dntl). Markus Nikolai erinnert sich: “Toll waren auch immer die Herbstkonzerte unseres Akkordeonvereins in der Stadthalle in Hofheim. Da kamen jedes Mal über tausend Leute hin , wir spielten mit 20 Akkordeons auf der Bühne und ich war immer wahnsinnig aufgeregt.” 3. Albrecht Kunze / März: “Die Melodika ist DAS Instrument der Generation Midi und Laptop: jeder kann damit Musik machen.” 4. Die Bekenntnis: “Ich mag die Melodika, weil sie klein und laut ist und viele Leute sie für ein Studenteninstrument halten. Wir sind alle Studenten!” (das hat natürlich Gonzales gesagt) Fazit: Asthmatic Worm ist wie, wenn der Sekundärtext gelingt indem er den Primärtext hommagiert ohne Klonen. Die zwölf elektronischen Interpretation (Einleitung von Múm, auch dabei Sensorama, Doctor Rockit, Gotan Project, Burnt Friedman, Pole) des Akkordeon und der Melodika bewegen sich genau auf jenem schmalen Grat gelungener Musik: musikalische Passgenauigkeit bricht sich in jener Unschärfe, die sich theoretischer Deklination entzieht und trotzdem sitzt.

anne

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