Finnland ist für die meisten ja die große Unbekannte aus dem höheren Norden. Man hört von der sehr hohen Selbstmordrate, weiß von tausenden Seen und noch mehr Saunen und kennt natürlich Nokia und Pan Sonic. Es geht die Legende von finnischen Bands, die im Februar in hoffnungslos verstaubten Bussen auf monatelange Touren in Richtung Süden aufbrechen und dabei waschmitteltrommelweise Tapes mit finnischer Musik bei sich haben. Was das für Musik sein kann, davon vermittelt diese Compilation einen kleinen Eindruck. Zum Beispiel Avantgardemusik der 60er-Jahre. Angefangen bei vielerorten immer noch populären Körperklängen über Erkki Kurenniemis selbst gebaute und nicht nur von ihm bediente Kisten mit ihren betörenden Klängen hin zu bluesartigem und echtem Hippietum. Natürlich darf auch einiges Material von “The Sperm”, der Band um den an dieser Stelle im vergangenen Monat gelobten Pekka Airaksinen nicht fehlen. Das alles fühlt sich in seiner Vielfalt einfach nur richtig an, so dass man kaum dazu kommt, die unglaublichen Fotos und erklärenden Texte des umfangreichen Booklets zu goutieren. Für manche mag das etwas altbacken klingen, jedoch trifft man hier auf ein freundschaftliches Miteinander verschiedener Stile, wie es das in einer solchen Neuheit zuletzt zwischen 1991 und 1996 gegeben haben dürfte, und das war ja nicht gerade die unaufregendste Zeit.
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