Gestern noch über die maschinelle Simulation von Natur nachgedacht, wird heute jeder Ansatz einer Reflektion auch gleich wieder in eine Absurdität überführt, die als mögliche Meta-Diskussion zu diesem Album zweitrangig ist. Neudeutsch darf das als postmodern abgetan werden, dieses Spiel mit den Gegensätzen, mit den widersinnigsten Kontrasten und Paradoxien, denen sich hingegeben werden kann, aber als Ventil reicht das doch für den Anfang. Die dänischen Eigenbrötler von When Saints Go Machine waren schon immer die intuitivere Alternative zu Antony & The Jonsons – ohne Wehleidigkeit, ohne Transgender-Joch. “Infinity Pool” ist eine weitere Ausstellung ihres Twisted-Pop, der sich noch einen Zacken experimenteller, offener und zielloser präsentiert. Drums mal feist pumpend (“Love And Respect” mit Killer Mike), mal komplett außen vorgelassen (“Dead Boy”) – Intentionslosigkeit, die allein durch ihren drängenden Duktus das Ziel doch zu erreichen scheint, was auch immer das Ziel genau war. Das Falsett von Nikolaj Vonsild und das ihm angeheftete Vibrato segelt gewohnt fragil-fragend durch die Layers (“Mannequin”), sodass das Verhältnis organischer Klang vs. elektronischer Chemie zur hinnehmbarer Trivialität verkommt. Kurz: Ein Album, das schwer zu greifen ist. Gut so, denn When Saints Go Machine sind Jünger der Sehnsucht. Und der Sehnsucht ist es (auch mal) egal, wonach sie lechzt.
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Weiß

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