Musik Nebensache: Das neue Video von OK Go “Needing/Getting” macht ein bisschen Werbung für Chevrolet, aber sonst vor allem Spass, denn außer Klampfe und mehr oder weniger gelungenem Knödel-Gesang von der Band gibt´s erstklassige Drums und funky Percussion von der Karre.
2. Staffel startet heute Abend mit Stefan Marx und Scooter
Bild: Claudia Höhne
Eigentlich ersäuft bereits das deutsche Fernsehen an diversesten Kochshow-Formaten, die Konspirativen Küchenkonzerte aus Hamburg haben sich aber mit ihrer ersten Staffel in der jüngeren Vergangenheit eine sehr eigene, alternative Nische des Brutzel-TV geschaffen. Es wird nicht nur bierernst in die Töpfe renommierter Starköche geguckt. Es wird live Lärm gemacht, improvisiert und alles kommt mit dieser hanseatisch angebierten, rot duftenden Pudelnote. Das scheint auch der Kritik zu gefallen, deshalb wurde die zdf.kultur-Show gleich für den diesjährigen Grimme-Preis nominiert. Heute Abend um 22 Uhr startet nun die zweite Runde mit der so abstrus wie kongenialen Gästekombo Scooter und Stefan Marx. Die Proto-Remmidemmi-Raver und der Peter Saville des Hamburg-House. Gastgeber und Chefhaube Marco Antonio Reyes Loredo kredenzt passend dazu Wurst mit Soße. An den folgenden Freitagen sind u.a. Justus Köhncke, Ja, Panik und Michaela Mélian zu Gast. Wir geben dem öffentlich-rechtlichen TV hiermit eine zweite Chance. Das mit diesem Tatort geht ja auch nicht mehr auf Dauer.
Aus der Serie: Unglaublich aber wahr, immer diese Serien
Wir müssen zugeben, die Tatsache, dass Sons Of Anarchy, dessen vierte Staffel in den USA jetzt läuft, nicht von Fernsehsendern übernommen wurde, ist schon merkwürdig genug. Aber dass jetzt erst zum ersten Mal eine “Hitserie” Premiere im Internet feiert, ist irgendwie nicht von dieser Welt. Wir haben die Kämpfe zwischen Torrents, Streaming und Fernsehsendern nicht mehr ganz so minutiös in den letzten Jahren beobachtet, denn nach dem Autorenstreik ist nicht zuletzt auch die Qualität der US-Serien um einiges gefallen, aber dass wir noch 4 Jahre von einer Realtimeumsetzung des globalen Torrentkinos entfernt sind, ist eigentlich eine Sensation. Vielleicht hat auch das Thema diesen eigentümlichen Flashback-Effekt zu verantworten den diese Meldung auf uns hat? Oder es ist ein Wortspiel mit dem Titel? Auch die Söhne der Anarchie müssen erst mal in die Grundschule?
Über Cyriak braucht man eigentlich nicht viel zu sagen, die mit morphenden Tieren bevölkerten Videos sprechen für sich und die Musik passt auch immer perfekt. Deswegen nach “Welcome to Kitty City” hier noch der Klassiker “cows & cows & cows”:
Es gibt genau einen Grund sich Ringer auf CW anzusehen. Sarah Michelle Gellar. Und gleich noch in einer Doppelrolle als doppelt verhunzte Zwillingsschwester. Die Geschichte ist schnell erzählt. Gellar 1, Bridget, verlässt ihre Selbsthilfegruppe für Abhängige und ihr Gerichts-Date als Kronzeugin zur Verurteilung eines schäbig aussehenden Kriminellen, das ihr die eigene Verurteilung wegen Drogen dank FBI-Deal ersparen sollte, um ihre lange nicht gesehene Zwillingsschwester Gellar 2, Siobhan (spricht sich ähnlich wie Joanne), in New York aufzusuchen, die scheinbar das Leben einer Uptown-Prinzessin führt. Beide gehen auf Bootsfahrt im Rennboot, reiche Schwester vermutlich über Bord, Bridget übernimmt das Leben ihrer Schwester und findet Stück für Stück heraus, dass auch da einiges nicht stimmt.
Und natürlich, die Einstiegsszene zeigt “Buffy” in einem Kampf. Der wirkt so ungelenk, wie in der ersten Buffy-Staffel, als man noch bei jeder Folge dem Gott der Stuntmen opfern wollte damit er uns allen vergibt. Angelegt ist das ganze als eine Art Thriller, mit durchaus durchdachter Geschichte, was in den Ami-Medien als komplex gelobt wurde, die Spannung wird meist aber wie ein Alka-Seltzer in melodramatischen Gesichtsgroßaufnahmen aufgelöst. Was einige Kritiker zu der Annahme veranlasst hat es wäre eine Art Film-Noir Serie, Konzentration auf das innere Drama, New York Upperclass-Setting, ein gewisser Hang zur Kostümshow, etc., ist in der filmischen Umsetzung gelegentlich etwas steif. Zu gewollte Überbelichtungen treffen auf zu sehr auf Technicolor getrimmte Farben, aber all das kann einen Buffy-Fan nicht erschüttern.
Das Problem ist Sarah Michelle Gellar. Und die Frage ob sie wirklich drei Rollen auf einmal spielen kann. Die beiden Schwestern, und Bridget als Siobhan obendrein. Nach der ersten Folge sind die Zwillings-Charaktere noch so undifferenziert und schemenhaft, dass wir erst Mal hoffen im Laufe des Dramas knuffelt sich Gellar da irgendwie rein. Denn bislang ist es eine reine Personalityshow rings um Sarah Michelle Gellar, die obendrein auch gleich noch als Co-Produzentin agiert. Der Rest der Besetzung bleibt bislang völlig im Hintergrund. Nestor Carbonell (Richard Alpert in Lost) hatte als FBI-Agent bislang einfach keine weitere Qualität als nicht festzustellen, dass die ausgewechselte Zwillingsschwester sein entlaufener Kronzeuge ist, Kristoffer Polaha (Nate Bazil in Life Unexpected) als geheimer Liebhaber und Ehemann der besten Freundin von Siobhan wirkt eher knuffig als verstohlen, und Tara Summers (zuletzt in Damages als Alex Benjamin bekannter aber als Katie Lyon in Boston Legal) bringt als einzige ausbaufähige Präsenz in ihre Rolle.
Weitersehen? Das ist die einzige Chance, denn nachdem CBS den Piloten abgelehnt hat und ans Lite-Network CW abgegeben hat, vermuten wir da ist noch zu viel an Unsicherheit in der ersten Folge, die sich an allen Ecken visuell und in den Charakteren spiegelt, dass es eigentlich nur besser werden kann. Die Rettung könnte hier in mehr Humor liegen, das dem Cast weit mehr entsprechen würde. Und da die Geschichte eigentlich nicht viel mehr hergibt als eine Staffel – dreizehn Folgen sind bestellt – wäre es auch nicht allzu Schade wenn sie sich danach in nichts auflöst.