Film: Rubber
Mr. Oizos zweiter Featurefilm, Soundtrack von Gaspard Augé (Justice)

Gestern Abend im proppenvollen Cinemaxx Berlin, Fantasy Filmfest: Ein Autoreifen erwacht zum Leben, mitten in der amerikanischen Pampa. Mit seinen telekinetischen Kräften kann er Flaschen, Krähen und Kaninchen explodieren lassen. Die Menschen behandeln ihn nicht gerade sorgsam, der Reifen sinnt auf Rache.
Das alles geschieht unter den Augen eines Publikums mit Ferngläsern, das eifrig über die Handlung und das Gesäß einer schönen Unbekannten diskutiert. Der Film im Film sollte dann auch nicht der einzige Brechtsche Gag bleiben: Figuren belehren den echten Zuschauer, weisen einander auf die Illegalität des Mitfilmens hin, werden Teil der Binnenhandlung und müssen ebenfalls sterben – viel zu früh. Warum? Egal!
“Rubber” ist eine “Hommage an die Grundlosigkeit”, das erfahren wir bereits in der Einleitung. Eine Serie aus Brüchen und Selbstthematisierungen, ein diegetisches Chaos ohne Hand und Fuß mit einem trotz allem irgendwie sympathischen Hauptdarsteller. Das echte Publikum belohnte Dupieux’ Rachestreifen mit Szenenapplaus und nahm auch noch den Abspann mit. Der Reifen heißt übrigens Robert.
Weitere Screening-Termine im Rahmen des Fantasy Filmfests:
01.09. Köln
01.09. Frankfurt
02.09. Hannover
08.09. München
08.09. Stuttgart
09.09. Nürnberg
www.rubberfilm.com
www.fantasyfilmfest.com
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