Tolle Anime-Kurzfilmsammlung zeigt die Brillanz und die Zukunft des Genres.

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V.A.
Genius Party
Rapid Eye Movies

Anime, seit jeher gebeuteltes Genre zwischen RTL2-Kiddie-Hass und ernstem Kunstanspruch durch Akira, Ghost in the Shell oder Chihiros Reise ins Zauberland, ist seit Langem kein ausschließlich japanisches Ding mehr. Avater: The Last Airbender ist etwa eine durch und durch amerikanische Trickserie im bei Kindern beliebten Anime-Look, während Afro Samurai Samual L. Jackson, RZA HipHop und Samurais ineinander masht.

Roland Kelts argumentiert in seinem Buch Japanamerica, dass Anime westliche und japanische Kultur einander angenähert hat, gleichzeitig aber auch eine Zwischenwelt geschaffen hat: Japanamerica, wo Cosplayer, Anime, Naturgeister, Gundam-Kampfroboter, westliche Popkultur und -Werte zusammen mit einer naiven Idee der scheinbaren Utopie Japans eine Symbiose eingehen.

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Wie weit entfernt modernes Anime inzwischen von Pokémon, Dragonball und Konsorten entfernt ist, und wie nah es an der geschliffenen, teuren “westlichen” Animation inzwischen ist bzw. diese oft sogar meilenweit überflügelt zeigt Genius Party. Die von Studio 4°C (Animatrix, Batman: Gotham Knight) produzierte Kurzfilmsammlung versammelt Anime-Shorts von Regisseuren wie Shōji Kawamori (Vision of Escaflowne) oder auch Shinichirō Watanabe (Cowboy Bebop).

Die Shorts sind dabei stilistisch so vielseitig wie die Regisseure selbst: Alien-Kampfroboter, Dave McKean-mäßige Collagenfilme, sanfte Coming-of-Age Dramen. Die Filme sind dabei wundervoll und immer spannend animiert. Besonders großartig ist dabei Shanghai Dragon (Kawamori): es verbindet Kampfroboter, Scribblenauts-Ästhetik und Robert Coovers Kurzgeschichte “The Magic Poker” und schafft damit ein Alien-Action Spektakel mit cleverem Unterbau.

Tolle Sammlung mit visionären Kurzfilmen. Unbedingt anschauen.

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