Eine Nationalhymne für den Hashtag wird verzweifelt gesucht.

Es gibt Dinge, die sind einfach zu schön um wahr zu sein. Gamergate hat seinen eigenen Songcontest ins Leben gerufen, um endlich auch einen Theme-Song für sich zu bekommen. Eine Nationalhymne sozusagen. Dass Gamergate ganz groß in Pathos ist, wussten wir ja alle schon lange, aber wie sehr sie auch in den musischen Künsten brillieren können, blieb uns bislang verborgen.

Neben tollen Textentwürfen (wir glauben, das hier soll am Ende die endgültige Version werden) haben sie auf ihrem Mutterschiff, das sie auch liebevoll Infinitechan nennen, einen ganzen Thread in dem die übersprudelnden Talente, die schon mal mit eigenen Songs vorpreschen und dafür mit großen Jubelbekundungen über die kommenden Top-10-Karrieren der jungen Gamergate-Barden überschüttet werden.

Wer richtig tief in das Genre einsteigen möchte, das definitiv den Hype des ultravorletzten Jahres, Witchhouse, endlich gebührend ablösen könnte, für den haben wir hier die besten Songs zusammengefasst.

https://www.youtube.com/watch?v=JWn5noD53SI

Grandios multimediale Vertonung mit japanoider Stimme, die genau das inkorporiert, was wir uns unter einer echten Vivian James vorstellen würden und textlich so hart augenzwinkernd an der Grenze zur Selbstkarikatur, dass wir wirklich lange nachlesen mussten, um uns davon zu überzeugen, dass hier kein “Shill” am Werk war, am Ende aber um so mehr überzeugt sind, das hier ein Mythos geboren wurde.

SingingPompadour liefert, wie nicht wenige der unermüdlichen Kämpfer für die Gerechtigkeit an den Joysticks, für bessere Massenverbreitung schon mal ein Accapella und hofft mit “We Do” auf die Krone der Entlarvung der SJW-Fiesheiten und vermutlich endlose Remixe.

Scoundrel möchte ihm das aber streitig machen. Aber was wäre Gamergate ohne einen Kampf um den wahren Leader, des führungslosen Movements?

Mit einer wirklich gefühlig echten Indie-Version kickt RamTheDragon eine Hymne aus dem Casio-Handgelenk, die sich viel mehr auf die Ideale der Gamergater konzentriert und uns über gnadenlose charmante harmonische Freiheiten perfekt den Schmerz vermittelt, den man als echter Gator tagtäglich so zu ertragen hat.

Beim Positiven verweilen war noch nie die wirkliche Stärke, denn die Feinde von Gamern lauern ja immer mit ihren geifernden Lefzen an jeder Ecke, also beschreibt SlothSings im – nach Eigenaussage – perfekten Steve Martin Style das wirklich traurige Leben eines Journalisten (vor dem doxing nehmen wir an).

Eine der besten Coverversionen in diesem Umfeld, auch hier ein freundlicherweise weiterverwertbares Acapella, dürfte der etwas schüchterne Gamergater8675 mit kongenialer Gateumtextung von Bohemian Rhapsody erschaffen haben, der seine Stimmgewalt sichtlich unterschätzt.

Wer sich lieber ganz auf die Schönheit von Vivian James konzentrieren möchte und den Schauer in den Nackenhaaren der wahren Gamer-Seele schon bei der Erwähnung ihres gottgleichen Namens spürt, der braucht diese wirklich befreiende Hymne, die selbst Joan of Arc gut gestanden hätte.

Eine ähnlich gamerfriedensbewegte Hymne mit einem leichten Hang zum Stalkertum hat Psemtex mit DiggingUpTheDirt geschaffen, die leider ein wenig leise aufgenommen ist, um sie am Computerlautsprecher so wirklich in all ihrer schillernden Dichte zu genießen.

https://www.youtube.com/watch?v=JKsER51gQik

Wem das noch nicht genug Frieden war, der wird sich über dieses postapakalyptische Progrog-Monster freuen, das die besten Momente von Sid Barrett und David Bowie in einer Laudatio an Gamergate vereint.

Ehrlich gesagt, ich hab die meiste Zeit keine Ahnung worum es hier geht, aber bin froh, dass sich auch mal jemand dem Rappen widmet, dass zeigt viel besser die “all-inclusive” Mentalität von Gamergate und zumindest im Refrain wird auch sehr deutlich wie hin- und hergerissen die Seele eines echten Gamers heutzutage wirklich ist.

Hier beherrscht jemand nicht nur den Stil des gecoverten Songs, sondern weiß sich auch in aller Kürze perfekt auf die zentralen Themen (Ethics in Journalism) am Beispiel der “Misogynie”-schreienden Pseudo-Opfer von Gamergate zu konzentrieren.

Und auch Nervousjarred überzeugt mit seiner vor allem durch Johnny Cash bekannt gewordenen Hymne, die umgemünzt klar bedeuten, dass Gott seine Hand dem Gamer leiht, um mit den Journalisten und Feminazis endlich abzurechnen, wenn das jüngste Gamergate-Gericht kommt.

Update: Beinahe hätten wir vergessen, den wahren, echten (wir haben die Screenshots die das beweisen notariell überprüfen lassen) Originator von Gator-Core (provisorischer Genretitel) entsprechend zu würdigen. Sorry.

[via We hunted the Mammoth]

5 Responses

  1. OldGamer82

    Kritiker sind wie Eunuchen: sie wissen wie’s geht, aber sie können’s nicht.

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  2. alfredraddatz

    Wer sich intensiv mit Computerspielen die Zeit vertreibt und diese nicht für aktives Musizieren nutzt, muss sich nicht wundern, dass aus seiner Gemeinde keiner mit einem Hit aufschlägt. Musikalisches Können ist nur zu einem kleinen Teil Inspiration, nur ganz selten Enthusiasmus und eben zum großen Teil Handwerk, Übung und Anstrengung.
    Viel trauriger ist es aber, dass eine Bewegung von Konsumenten (Gamer) nicht das Produkt (Computerspiele) hinterfragt und kritisiert, sondern die (vielleicht sogar begründete) Kritik an ihrem Heiligtum bekämpft – und dafür dann noch eine Hymne sucht.
    Ich schlage vor, einfach einen Song neu zu vertexten, der zur Einstellung “Freiheit für unsere geliebte Kultur um jeden Preis” passt. Wie wäre es mit diesem hier: https://www.youtube.com/watch?v=PpKVvPrDzpg ?

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  3. David

    Es gibt nicht “den gamergater” und deine Ausführungen bzgl. der Kritiklosigkeit am Medium selbst sind gelinde gesagt Schwachsinn. Wenn überhaupt irgendjemand heutzutage Computerspielen unkritisch gegenübersteht sind es die Gaming-Journalisten, welche einen großen Teil des shitstorms u.a. deswegen abbekommen haben. Kritik an Computerspielen gibt es mehr als genug, zu großen Teilen in der schmerzhaftesten aller Varianten, dem Nichtkauf.

    Die Kritik vieler gamergater hat sich hauptsächlich gegen Leute gerichtet, die Computerspiele ändern wollen ohne sie überhaupt je gespielt zu haben und wer das nicht nachvollziehen kann, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

    Spielt ruhig weiter soziales Gewissen der Welt, wenn ihr irgendwann mal von eurem korrektiven Leuchtturm herunterklettert werdet ihr vielleicht merken, dass sich die Welt trotzdem weitergedreht hat.

    @ Sascha: Such dir ma n neues Thema, es tut weh dabei zuzuschauen wie du die Seite zu Grabe trägst. Respekt dafür, dass du dir die ganze Shice angehört hast.

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    • alfredraddatz

      Danke David, dass du dies Thema eloquenter kommentierst als im ersten Beitrag.
      Vielleicht bin ich hier nicht gut informiert, doch es geht bei dem ganzen Gamergate-Ding doch darum, dass sich Spieler bei Journalisten beklagt haben. Diese Journalisten hatten aufgezeigt, dass Computerspiele sexistisch sind und somit zu einem Unrechtsbewusstsein gegenüber Frauen beitragen. Wenn es also noch „gelinde gesagt Schwachsinn“ ist, dass Gamer kritiklos mit den Spielen umgehen, dann ist die große Frage: Wieso unterstützen Gamer Sexismus durch eine Bewegung wie Gamergate? Weshalb werden nicht die Bedenken von Feministen und Feministinnen von Konsumenten unterstützt und ein Bild von Frauen in Videospielen geschaffen, was dazu beiträgt, die realen Missstände gegenüber Frauen zu verbessern?
      Computerspiele mögen zwar fiktiv sein, aber sie haben dennoch einen realen Effekt auf die Welt. Bewusst oder unbewusst lernt man Verhaltensweisen, die sich im täglichen Leben widerspiegeln und damit eine soziale Relevanz haben. Dies können positive Effekte wie etwa Teamgeist, taktisches Denken, Planungsfähigkeit und schnelles Reaktionsvermögen sein. Leider können es aber auch Ideale und Handlungsmuster sein, zu denen ein bedenkliches Verhalten Frauen gegenüber zählt.
      Wenn ich also die Umstände nicht falsch verstanden habe (und hier bitte ich um Richtigstellung, falls die Lage anders sein sollte) geht es darum, Sexismus in Computerspielen nicht zu kritisieren. Sollte dies der Fall sein, muss ich nochmals auf den „korrektiven Leuchtturm“ klettern, um zu sagen: Die Gamergate Idee kritisiert die falschen Umstände, denn man muss gegen soziale Ungerechtigkeit gegenüber Frauen schreiben dürfen ohne den Mund verboten zu bekommen.

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