Manchmal denkt man, ok, gut, Techno, dieses Grundlegende an Techno, das haben wir jetzt durchdekliniert, über zweieinhalb Jahrzehnte, warum immer wieder darauf zurückkommen. Dann kommt – wie üblich – eine Platte daher und macht einem klar, das ist nichts, was man überwinden könnte, das ist ein Zustand, ein Steinbruch der Realität, in den man immer wieder gerne abtaucht, um sich dem Gefühl, dem Wissen, dem Gewissen dieses Wühlens in der analogen Technik der Synths und Grooves, könnte man sogar sagen, anheim zu geben. Die Methode mit der Albert von Abbe das auf seiner neuen EP für Deep Sound Channel macht, ist natürlich voller Vorgänger. Das gedämpfte Zittern der Synths, die trockenen, stoischen Beats, diese Konzentration auf den einen Sound mittendrin, der manchmal auch gerne noch viel weiter als Techno zurückgeht in seiner Haltung. Das ist Cabaret Voltaire genau so wie die scheppernde Fabrikhalle der frühen 90er. Aber es ist auch mehr. Man konzentriert sich vielleicht zunächst auf gerade die altmodischen Momente, aber nach und nach findet man im Sound diese Spuren der Forschung nach diesem mehr, das, selbst wenn auch dies ein Uralt-Gestus ist, immer noch etwas finden, das – auf merkwürdig verdreht poppige Weise – wirken kann wie ein Aufbruch. Man kann kaum oft genug betonen, wie viel eigentlich dazu gehört, gerade wenn man vor einem Berg von Vorläufern steht, dessen Vinyl-Türme so stabil scheinen, dass man nicht mal mit einer Abrissbirne auf Null käme, in diesem Labyrinth etwas zu finden, das einem unter die Haut krabbelt, sich ins Hirn vorfräst und dabei nicht einfach nur Stimmung aufruft, sondern einen die kleinsten Bewegungen der Sounds wie eine Microchirurgie verfolgen lässt, die auf etwas verweist, das man eben nicht mehr als Spur lesen kann. Die Kunst von Albert von Abbe besteht darin, jedes der drei “Ostinati”, egal wie sperrig, oder am Ende eben auch verheißungsvoll charmant smooth, zu einem glitzernden, sich ständig verschiebenden Moment von Zugänglichkeit zu machen, die einen nie in die Haltung purer Ästhetik, sondern eher in eine Geschichte verwickelt, mit der man sich – Strang für Strang – immer mehr selbst verbindet.

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