Wenn man einen Groove gefunden hat, ist es manchmal auch egal, wie lange der läuft. Genauer gesagt selten, aber manchmal. Wie man aus dem Loop wieder herauskommt ist eine Frage die sich “Cap Cerbère” hier stellt. Ein Mediterraner Groove, der in sanften Wellen ans Ufer plätschert, als hätte man schon wieder den Nachmittag auf irgendeiner sommerlichen Deephousestrandparty verbracht und wäre wirklich bis auf die Knochen hängengeblieben. Der Trick hier ist, mit einer nudelig verschrobenen Melodie fast alberner Art mit flausig direkter Modulation dieser hartnäckigen Ernsthaftigkeit des Sich-Gut-Gehen-Lassens doch noch Humor abzugewinnen. Das bricht den Sommer ganz dezent auf, aber lässt ihn doch irgendwie intakt, nur ein Ende hat DJ City nach 8 Minuten immer noch nicht gefunden. “Teenage Sexdrive” kommt funkiger daher, ist aber ebenso darauf bedacht seinen einmal gefundenen Groove nicht mehr anzutasten. So als wäre die erste Entscheidung einfach immer die richtige. Unterlegt hier mit sanft oszillierenden Akkorden und einem Summen elektronischer Bienen, die von – wir vermuten – Blumenandroiden träumen. Von ihrer Ausrottung scheinen sie jedenfalls noch nichts gehört zu haben. Sommerliche Platte, der man als DJ, wie man das bei etwas tooligeren Tracks immer tun sollte, ruhig einen Hauch nachhelfen kann, wenn man eine Ahnung davon hat, wie man das, ohne das spezielle Flair zu zerstören, hinbekommt.

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