Deephouse lebt nicht selten von seinen zentralen Samples, die die Geschichte tragen, die Tiefe des Wissens vermitteln, oder einfach dem Track eine Färbung geben, die einen sehr speziellen Blick aus dem historischen Universum von House zeigt. Auf “601” z.B. ahnt man aber, dass der Soul völlig ausgeblendet wird und stattdessen ein Popelement den Track zu immer breiterem Festivalsound aufrühren will. Quietschend hektische Acidlines im dichten Bassbrummen, Sound aufgetürmt wie ein Berg von Euphorie, bei dem man ständig Angst hat, dass gleich doch noch der typische Drop kommt, den keiner mehr lutschen will. Aber genau davor halt zu machen ist die Größe dieses Tracks. Vielleicht auch der innere Sarkasmus. Der Titeltrack rollt dann wieder sicher in den Hafen der 70er ein, wenn es um die Samples geht, aber auch hier ist ein dezenter Hintergrund von Autotune vorhanden, der hart an der Grenze arbeitet. “Deeper Love”, weitgehend frei von solchen No-Gos, ist aber irgendwie dann auch der typischste der Tracks. Das hätte alles schief gehen können. Und für Deephouse-Afficionados dürfte nicht weniges hier ehwieso ein Frevel sein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.