Ich frage mich jetzt noch manchmal, was einen Anfang der 90er dazu getrieben haben mag, sich voll und ganz in einem harsch industriellen Technosound zu versenken, in dem alles so klang wie eine große Maschinenhalle in der die Fließbänder verrückt spielen. So industriell war es schon damals längst nicht mehr. Vielleicht eine Sehnsucht zurück in die heile Welt der Arbeit in der industriellen Revolution wie die Ausbeutung so schön hieß. Aber vielleicht waren es auch die Strobes? Das Flackern der großen übervorderten Augen, oder einfach die neue brachiale Art Brechstangen-Sound, der einen im an die Maschine glücklich übergebenen Körper eh solche Fragen nicht mehr stellen ließ. Ich komme drauf, weil “Karma” auf dieser EP genau dieses Gefühl vermittelt. Blitzende Stakkatos, Schleifgeräusche, Hangar-Ästhetik, peitschende Hi-Hats und ab in den endlosen Tunnel der wogenden Masse in der schon die leichteste Filtermodulation die Wände der Realität verbiegen kann, besser wäre wenn sie gleich zusammenbrechen. “Tension” mit seinem knisternd kaputten Elektronikwerkzeugkasten in dem die Einzelteile ein bollerndes Morse-Fest anrichten ist eigentlich der interessantere Track, aber manchmal siegt die Masse. Die Remixe von Labelmacher Monomood und Plankton & M.A.D.A wirken gegenüber den sehr klar angelegten Tracks von Leghau ein wenig unterkühlt.

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