Auch bei der neuen EP von Mosca, denkt man zunächst an die frühen Technozeiten. Die stumpfe treibende Bassdrum, die Synths die nur kurz glucksen, die Phaser auf den Hihats, das gelegentliche Durchschimmern von Harmonie. Alles so trocken und gedämpft dumpf, dass man gleich die Augenlider schließen möchte um sich treiben zu lassen. Nach und nach entwickelt der Track aber immer mehr nostalgische Momente aus großen Strings, fein kräuselnde Hinweise auf die afrikanischen Ursprünge der Grooves, ein sanftes unter allem liegendes Knistern, das sich in großen weltumarmenden Momenten auflöst. Fast ein Drittel des Tracks besteht aus diesem Moment in dem alles in der Schwebe hängt, alles möglich sein könnte, alles die Erfüllung anstrebt, die man nie erreichen muss, weil schon das Warten auf sie alles ist. Ein lässiger Track, der einen fast nebenher eiskalt erwischt. Ein Stück Flow, das sein Ziel, einen in diesen Schwebezustand zu überführen, diese Reise, die irgendwann ihr eigener Selbstzweck wird, ihre eigene Bestimmung sucht, mit einer so lockeren Selbstverständlichkeit erreicht, dass man ihr gerne ergeben ist. “Clinical Trial” beginnt mit böseren Sounds, so als wäre man mitten in einem lästigen Albtraum erwacht, der einem die Reste des eigenen Innenlebens wie Schleifpapier sanft als Schlaf aus den Augen wischt. Ein Stück das immer wieder pausiert, sich auf dieses erbarmungslose Licht konzentriert, das sich an einem Punkt sammelt, einen nicht wegreißt aber doch überflutet. Die große Kunst ist es, bei solchen Stücken nicht in einem Loop zu versinken, aber genau das schafft der Track mit seinen unwahrscheinlich zitternden Bässen im Hintergrund, die nicht ganz auszumachen sind, immer wie ein Boden der Halluzination alles auf diesen unheimlichen Ort zurückführen, der eine Spiegelung der eigenen Phantasmen bleibt. Eine düstere aber nicht bedrückende EP, die wie ein Stück nüchterne Wahrheit den Floor auf einen Nullpunkt zurückführt, den man gar nicht mehr zu kennen glaubte.

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