Octual, Sinfol und Stefan Vincent teilen sich die zweite EP des Labels mit extrem klassischen Ravesounds. Diese lupenreinen Basstriolen auf geradem Groove, die langsame sphärischen Flächen, die von ganz unten aus dem Nebel kriechen, weit in den Raum hallende Claps. Wir könnten es kaum klassischer haben. Alles groovt nahezu in Zeitlupengeschwindigkeit durch den Raum, weil die Vergangenheit etwas sein kann, das alles verlangsamt. Auch unsere Wahrnehmung. In diesem Strudel des Vergessens, der nur die Aktualisierung als Gesicht kennt, wirbeln so selbst die kleinsten Bewegungen des Wiedererkennens Gefühle hoch, die man gar nicht mehr zu kennen glaubt, aber doch wie eine zweite Haut sitzen. Auch wenn die Klänge und Beats ihren Biss verloren haben mögen, diese Agressivität, bleibt ihnen dennoch die monströse Gewalt der analogen Anklänge an diese Zeiten in denen jeder Laser eine Lupe in die Zukunft war. Wie genau man diese Platte verstehen soll, wenn man sich nicht an die Zeit in der die Warehouseböden bebten erinnert, ist mir ein Rätsel. Ein Release, das vor allem durch die Klarheit der Vision und die z.B. bei Sinfol sehr feinfühlig arrangierte Tiefe der einfachen Beats lebt. Drei mal in tief in die Welt der Stroboskope und Nebelschwaden. Immer gerne.

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