USA Reviews 95-09

Glenn Underground (Cajual/231)
Und wenn ich auch der einzige bin der es so richtig gut findet daß auf dem Richtigen Release dann kein Donna Summer Track drauf ist, obwohl er einer der besten war die es zu dem Thema gab, dann kann man eben nichts machen. Nicht ganz so dreist Disco sind diese 4 Tracks, die allerdings zu dem besten gehören daß Glenn Underground bisher produziert hat. Treibende witzige und gleichzeitig deepe Tracks dieser Art gibt es nur selten. Resolut Funkige Basslines, dezente Streicher, das richtige Sample zur Richtigen Zeit und einen Einfallsreichtum und eine Überschwenglichkeit die man nur selten findet. Wenn das House 95 ist dann kann man die Wiederauferstehung der 70ger ausnahmsweise mal feiern. (*** ***) Bleed

Gene Farris (Relief/743)
Sie haben ihren Ruf einfach verdient. `Journey´ vertieft sich in ein Vocalsample wie es eigentlich nur DJ Rush kann und zieht darüber mit einem dezenten Piano und einem dieser extrem treibenden Chicagogrooves weg, bei denen man vergeblich Anfang und Ende sucht, und die auch schon mal 8tel Bassdrums vertragen. Gib mir eine endlose Landstraße und diesen Track auf ewig. Auch die drei anderen Tracks haben dieses Flair von gottverdammt Zeitloser Musik die sich nicht um ihr Zentrum kümmern muß sondern einfach davongrooved ohne ein Ende finden zu können. Wo zum Teufel die immer die Snares hinsetzten ist einfach unglaublich. (*** ***) Bleed

Brian Harden (Relief/744)
Oops. Brian Hardens erste EP beginnt mit dem Statement daß Musik sein Spielplatz ist, so in dieser pathetischen Art, dem dann ein Gewimmel von Mausesequenzen folgt. Ziemlicher Slammer mit gnadenloser Bassdrum und leichten säuselnden Hintergrundmelodienglöckchen und Strings, die sich auf Umwegen tatsächlich wieder einer Detroitoldschoolästhetik nähern. `Come On´ ist eher mal ein Schnappschuß, ein angenehm groovender Track der sich aber nur langsam aus sich herausbewegt und dann auch eher die quäkige Schiene fährt. Wildpitch mal von der ganz anderen Art. `Animal Instincts´ hat dieses tropisch überzogene Vogelflair über einem Housigen Groove und leicht aggressiven Synths und `Simons Revenge´ ist eine gradliniger Bollertrack, der sich nach kurzem Intro zu einem jazzpianoklassiker mausert, der mit einer unglaubliche plockernden Bassline den Schritt ins nächste Jahrtausend mit Stil nimmt. (A1B2*** ***A2B1*** **) Bleed

Yellybean (Relief/745)
Und glaich noch eine sensationelle Relief EP. Gleich der Opener `What The Fuk´ ist ein meisterwerk, bei dem man sich nicht entscheiden kann ob es nun der leicht arabische Touch ist oder die Funkeinflüsse oder der stolpernde Groove oder die generelle Leichtigkeit mit der das alles zusammengeht die ihn zwischen Nostalgie und Vision ansiedeld und ins All katapultiert. `Toot Toot´ übersteht seine Chiquallüre durch einen monumentalfetten Sound der wie ein Overall auf dem Track liegt. `Twilight Dome´ ist ein ziemlicher Gimmicktrack mit Twilightzone Sample und einem passenden Discotwilightsample und siedelt Chicagosound in der Zone an in der die Geschichte unwiederruflich aufgemöbelt wird in eine erfahrung des kosmischen. Die Dubversion ist auch noch da. (*** **3/4) Bleed

Malvin Meeks (Relief/741)
Ich sag das s´nicht gerne immer wieder, aber der Hype um Relief hat durchaus seine Berechtigung. Und schlicht jede EP beweißt das. Alles Meisterwerke ihrer ganz eigenen Art. Die Harmoniewechsel auf dieser machen sie allein schon zur rechten Hand Gottes. Ein 4 Tracker, der sich in seine eigenen Innerreien grooved. Irgendwie ist dies hier die Outaspace Version von Charlston, teil noise teils ganz Understatement, aber immer ein todsicherer Griff in die Stilkiste der keinerlei Rechtfertigung verlangt. (*** ***) Bleed

DJ Sneak present Da Pimp Doggy (Downtown)
So ziemlich auf dem Vibe wie seine 430 EP nur nohc housiger. Endlos zirkulierende Loops, solide funkfoundation und ein unermüdlicher 909Groove. Schade nur daß die meißten Tracks irgendwie nicht über ihre Samples hinaus gehen. Eine für Sneak eher enttäuschende Platte die sich vermutlich daraus erklärt daß er einfach vollkommen überbeschäftigt ist und mal eben auf die schnelle 4 Tracks in einer halben Stunde machen mußte. (***) Bleed

Joe Durel – Volume One (Reflection Music)
Naje. Sicherlich extrem Partytaugliche vier Trax, auch wenn die Pressung nicht grade vom feinsten ist, aber irgendwie erinnert doch alles sehr an frühe Armanisachen. Düster und etwas agressiv mit der Atombombe im Hinterkopf aber nicht immer ganz so übrzeugend und kickend wie sie sein möchten. (****) Bleed

Markey – Hoodrat/Panic (DJ International)
ImGrunde ie schlechteste EP die Markey bisher gemacht hat, oder die einzige schlechte. Die beiden Themen sind definitiv duch, eins von Dancemania längst viel besser gemacht und eins einfach vschon zu oft gehört. Auch der Sound klingt irgendwie sehr nivelliert, die Drumpattern einfallslos. Schade. (**) Bleed

DJ Sneak – Circuitry Control (Circuit)
Wäre auf dieser EP nicht `My Name is The Lord´, das ich aus irgendeinem Grund ziemlich charmant finde, gälte das gleiche wie für die EP auf Downtown, nur daß es hier um Basementstyle und nicht um House geht. Schon wieder schade. Überflüssige Scheibe. (My Name****Rest**1/2) Bleed

Mark The 909 King – Make Some Noise/Acieed Groove (Power Music)
Gelinde gesagt sind diese beiden Tracks radikal überproduziert. Die Energiedie in den früheren 909 Produktionen steckte ist so ziemlich raus. Es würde mich nicht wundern wenn beide Tracks ziemlich abgehen, aber sie hinterlassen diesen bösen Nachgeschmack von Zombietum. Einfach nur nohc der Anschein von dem was mal war. (****) Bleed

The Backwards Named DJ Nehpets (Dance Mania/127)
Stephen also. Ein wenig monoton die Tracks, aber eindringlich. `Lay It Down´ kennt nur seinen Groove und das Sample. `I Cant Go..´ erinnert ein bißchen an die letzte DJ Baby Pop, sehr schnuckelig süßer Groove, ausspannen. `Water Pop´ ist einer dieser blubbernden Crackbrauertracks und ´Sonic´ der Griff nach dem Eismann und seiner Klingel. Einfache 4 Tracks aber ganz rührend. (****)Bleed

Unfinished Business (Dance Mania/122)
DJ Milton plockert mal wieder. Reduzierte Drumtracks for those who wollen es einfach. Sehr gut produzierte sehr klare transparente Tracks. Eine Seite davon ist voll mit Remixen des legendären House O Matic. Puristenplatte, aber für DJs die merh als nur Scheiben hintereinanderkleben wollen eins dieser Tools die wirklich Spaß machen. (****-*****) Bleed)

Paul Johnson – 11PM/2AM Music (Dance Mania/124)
Paul Johnson beweißt mal wieder daß er sowohl auf der Houseseite wie auch auf der Basementseite schlichtweg der Abräumer ist. `Something Strange´ ist ein absolut übersexter Dont leave me Track. Ich bin ein Freak warum sollte man mich dann mögen. Alles überzeugend und sehr ergreifend. Man kann Liebe nicht einfach verstehen und einfach auch nicht. Auf der anderen Seite dann zwei Knaller. Speaker Buster ist was er verspricht. Paul Johnson bleibt einer meiner Lieblingsproduzenten aus Chicago. (*** ***) Bleed

DJ Chip – Workout (Dance Mania/121)
Sehr präzise tiefe Grooves, auch wenn sie nicht soviel neues bieten immer noch eine ziemlich seriöse Art ans Training heranzugehn. All unsere Lieblingssamples aus der Kindercrakküche und vieles mehr auf satten 5 Track. Wie gesagt tiefe Grooves und wem das ein bißchen zu sehr nach Fließband klingt, der sollte mal vor die Tür gehen. (**** 1/2) Bleed

Grantham (Dance Mania/123)
`Aour Ass´ klingt ja schon vom Titel her wie der ie der typische Fuckertrack aus Chicago. Ist er in gewisser hHinsicht natürlich auch aber gleichzeitig beweißt er mal wieder was daran eigentlich gut ist. Das Sample wird von mal zu mal, undich kann euch sagen daß es viele viele male kommt immer eindringlicher und steigert sich fast zur Halluzination einer Geschichte hinter zwei Worten. Nein nicht fast, ganz. Man weiß einfach genau welche Nuance von Gefühl da ausgedrückt wird. Die anderen Tracks auf dieser EP sind ähnlich. Sehr minimal, offenishctlich Oldschoolig gehalten aber immer mit einem zentralen Sound der extrem eindringlich ist. Sehr gelungenes Debut. Sehr unmusikalisch auuch. Abstrkte Musik eben. (*** **1/2) Bleed

DJ Funk – The Original Video Clash (Dance Mania/125)
Ganz schön frech. Natürlich weiß ja jeder auch in Chicago daß das nicht das Orginal ist. Es geht um die Pose. Die beiden Mixe von Videoclash sind aber auch wirklich ein vernünftiger Beitrag zum Thema, selbst wenn sie an das Orginal nicht ganz heranreichen können sondern glatter wirken. Ich höre das trotzdem gerne nochmal anderes. Auf der Rückseite dann noch gleich drei Tracks die ziemlich gut sind. Einer mit Reim Intro und der fettesten Bsassline die man aus Chicago seit langem gehört hat. Eine Jerk it Version die zwischenzeitlich richtig Oldschool wird und ein maql Bitches bitte mit Senf. (*** **) Bleed

Silicon (V-Max)
4 Außenaufnahmen von der Erdoberfläche komplett mit NASA Berichten, weit offenen Alienaugen und dem Angeknabberten Rand der Auflösungaporie. Sehr düstere Tracks, die nichts gutes verheißen. Manchmal schälen sich die Sequenzen auf und nähern sich langsam wieder, über allem liegt ein Schleier von Präzisionsverwesung und Strahlungsemissin die unter die Haut geht. Nach der letzten VMax ein wirklicher Downer, aber sehr dicht. Das Leiden der Erde in 20 Minuten. (*** **3/4) Bleed

Symbiosis (SPace Records)
Nur nicht drauf reinfallen wie ich, sieht ziemlich Detroity aus ist aber lupenreiner Goapowerscheiß. Planete auf dem Label, rotschwarz, pfui (*) Bleed

Skylab – Exotica (Astralwerks)
Der Dom T Mix von Exotika ist ja einigen wahrscheinlich schon bekannt, aber der Sabres Of Paradise Mix ist neu, und auch Takemuras Seashell Mix. Alle drei sind ziemlich gelungen auf ihre jeweils eigene Art und Weise. Exotika hat einen sehr überwältigenden Housigen appeal, den man in seiner Gewaltsamen Einzigartigkeit vielleicht noch mit eineigen Carl Craig Tracks vergleichen kann. Sabres Mix gluckert sehr nett herum und schlägt eigenlich alles as sie in den letzten Jahren produziert haben um längen und Seashell, eh eienr der besten Tracks dieser Welt bekommt von Takemura ungeahnte Ecken, aber selbst wenn er gegen das Orginal keine Chance hat, ist er immer noch sehr fett. This is moterfukin Triphop. Recht schnell dafür übrigens. Vielleicht doch keiner. (*** ***) Bleed

Mixed Emotions – Jazz in The 8th Dimension (8th DImension Records)
Sehr gute Compilation mit unveröffentlichten Tracks von vier Acts die mr alle ganz neu erscheinen, die allerndings nicht einen einzigen Fehler machen Abstract Jazz natürlich, mit Dubeinflüssen, 60ties Soundtracks, dem unauffälligen DeeLitesample aus dem Orginal, hängenden pianos, einer generell verrauchten verruchten aber sehr lebenswerten Athmosphäre in die man sich verlieren kann ohne jemals wieder aus diesem B Movie Ambiente herauszuwollen. Urbaner Soundtrack definitiv. Wenn der Regen vorbei ist und die Straßen glitzern, die Nacht kein Ende kennt und im Rückspiegel das einzige Gesicht auftaucht daß dir noch helfen kann. Amerika Strikes Back. (*** ***) Bleed

4 Breaks EP (Dubhouse)
Man macht sich im allgemeinen ja nie eine Vorstellung davon was Hardcore in den Staaten eigentlich ist. Diese EP geht ähnlich wie die ganzen Icee Platten in eine sehr kommerzielle sehr sehr Oldschoolige Richtung die man von dieser Seite des Atlantiks, das große nasse mit dem vielen blau drin, nicht so einfach verstehen kann. Nicht zuletzt die B Boy Generation und deren kleine Brüder, die hierzulande doch ganz anders angekommen sind, dürften bei einem solchen Sound eine Rolle spielen. Sehr einfache Breaks, schwelende Synths und eine recht DJartige zusammenstellung als Track. Nicht wirklich gut eigentlich aber irgendwie außerirdisch. Von wegen kleine Welt. (****) Bleed

Soulstice – Superfukidiculous Remix (Brain Candy Enterprises)
Für diese hier gilt ganz ähnliches. Für TripHop zu schnell, für Breakbeat zu langsam, sehr Oldschoolig mit Samples an die sich heirzulande keiner mehr trauen würde und eine muntere Mischung aus Hiphop, Ragga, Jungle und sonstwelchen Funkelementen die eigenltich nur einem Idiotenhirn oder einer Farm entspringen kann auf der die Wettervorhersage immer grundsätzlich zwei Jahre zu spät kommt. Eigenwillig aber irgendwie entwicklungsfähig und bedürftig. Exotische Musik. (****) Bleed

Samz Jointz (?)
Mitten aus New York dann die wesentlich zeitgemäßere Variante von Triphop,. Abstrct Sound, mit einem leichten Hang dazu merh von der klangoberfläche, den richtigen Samples an den Track ranzugehen und damit eine Stimmung zu erzeugen die denen der englischen Verwandten ganz ähnlich ist. Sehr sehr einfach gemacht, aber sehr wirkungsvoll und schön. Will sicher nicht großes bewirken diese Platte aber als Zwischengedanke ein guter Einblick in die Kinderzimmer dieser Metropole. (*** **) Bleed

Catastrophic EP (DNH)
`It`s not Over´ ist hier das Stichwort. Warum sich Nick Holder tatsächlich auf soeine Platte einläßt ist fragwürdig. Die A Seite featured auf zwei Tracks das was man so um die 91 UK Rave Mix genannt hat. Zumindest in Amerika. Gibt auch ein paar STrictly Platten mit soetwas. Fragwürdigster Sound. Old bis über beide Bärte. Schamhaare rasieren und neue Freude suchen ist unsere Empfehlung. Die B Seite allerdings, `It`s Not Over´ ist wenigstens ein solider deeper Basic Channel Houseversuch mit nicht grade überragender Tiefe aber immerhin so die generelle Verfassung treffend. (B*** **A*) Bleed

Triple Fat Systems – Electric Cornbread EP Vol1(Strictly Rhythm)
Nicht so gut wie ihre EP die auf Force Inc erscheinen wird. Josh Werner und DJ Sneak auf dem Acidworkouttrip. Gut. Die beiden Tracks und speziell `I Dont Understand´ funktionieren und steigern sich über satte 10 Minuten, aber die Tatsache daß die 303 mal wieder ein bißchen überstrapaziert wird kann man da nicht aus den Augen verlieren. Treibend, Okdoki, und wenn die Samples erst mal auftauchen sieht man Licht am Ende des Tunnels. (A****B*** **) Bleed

Space Evader (Gargoyle Records)
Komisches Ding aus Baltimore. Vier Tracks die sich irgendwo zwichen house Electro, Kitsch und Kunst einen Platz suchen sich neiderlassen und nebenher ein paar Stücke machen die einen davon überzeugen daß diese Leute ziemlich viel Spielzeug in ihren zimmern haben. Frischer Sound, wenn auch manchmal etas an der grenze des Kindlichen, aber trotzdem irgendwie überraschend. In den Städten ist ganz schön was los. (****3/4) Bleed

Blade (Switch)
Die erste ziemlich Lupenreine Electrotripscheibe von diesem Label. 4 Tracks, die sich sehr der neuen Szene um Walker, Jammin Unit (nicht zuletzt jammen hier ja auch Kahn&Himadri) und andere annähern. Freestylebeats, mit sehr überlegten Sounds, ein paar Loops und einer Haltung die man nur als Fuck all beschreiben kann. Immer solide knallende Grooves und eine befreite Elekronik die ihm um den Kopf herumschwirrt. (*** ***) Bleed

Kenlou – The Bounce/Gimme Groove (Maw Records/003)
Gonzales & Vega. Dieses Vocal auf Bounce kommt mir ziemlich bekannt vor. Schon nach dne ersten Takten merkt man daß sich die beiden hier alle Zeit der Welt lassen. Ein sehr süßer Shoopshooptrack. Der sich blendents dazu eignet sich die Wolldecke über den Kopf zu ziehen und von Schneeflocken und dem Weihnachtsmann zu nuckeln. Alle Samples kommen wie in den Track reingeweht und flattern mitsamt Piano beim kleinsten Lufthauch durcheinander. Die Rückseite, Gimme Groove ist etwas fordernder, aber mit der gleichen Tiefe arrangiert. Fuckin Oceanic house that is. Alles existiert auf dieser Platte nur in kleinen Fetzen und sammelt sich wie zufällig zu einem Groove der sichin Nichts auflöst wenn ma nihn scharf ansieht. Meisterwerk, muß man zugeben. (*** ***) Bleed

Inner People presents Hipshakin Music (Waako Records)
Na nun den. Die Hüften. Tanzschulenhouse vom feinsten. Ziemlich Easylisteningartig. Walking Bassline, Discokriecher in allen Ecken, Powerbreaks und ein Orgelgeplänkel vom Behindertsten. House ist ja im allgemeinen eine Kunstform mit der ich mich nicht so beschäftige, so daß ich dann auch nicht die geringste Erklärung anbieten kann wie Hot Choclate artiges mit schiefter Harmonik und so zusammenhängen kann und warum Menschen dazu tanzen. Sie tuns, ganz einfach, ich weiß das. Mal abgesehen vom Trance Mix hat das alles vielleicht noch eine Existenzberechtigung irgendwo, irgendwann, irgendso. (Trancemix*Tanzschulenmixe***) Bleed

Sticks & Stones – Timbuctoo (Strictly Rhythm)
Zwei Californier auf dem Weg nach irgendwo, in dem Zug heißt das. Ich liebe Züge, habe ein Bahncard und so und stehe im allgemeinen auf jede Art von Simulation dieses Chugga Chuggas wie es heir heißt, aber nicht mit Pauken und Trompeten. Bitte das Nicht. Der genannte Mix hat ja schon seine Qualitäten, wo er so nett tootst in der Mitte, langsam und wieder schnell wird. Das ist nett, da gehen die Arme in die Höhe, die Kinder Freuen sich und lassen mal so Richtig Dampf ab. Aber nun, ihr wißt was ich meine. (***manche Sekunden, wenn man so wirklich viel zu gute Laune hat, Rest*) Bleed

Giant Wheel (Strictly Rhythm)
Das hier ist schon eine ganz andere Geschichte. Clemens Neufeld mit zwei Tracks die den Namen verdient haben. Auf Retrash dreht sich alles in einem ziemlich weiten Kreis. Zirkulärer Wildpitch. Gnadenlos eintönig aber ziemlich kickend. Der Far Out Mix geht später in einen Uhjeahfunkklassiker über, wenn er das nicht schon von Anfang an war. Cleverer Powerbreak, nach dem man sich plötzlich wieder in der guten alten Disco wiederfindet. Der Easy Mix legt eigentlich gleich da los. Auf der anderen Seite, `How Deep Is The Ocean´ ein Submarine Trip von 12 Minuten Länge mit blubbernden Snarebreaks, solidester polternder 909, und verschiedensten Dubs auf den Drums. Zwischenzeitlich sehr deep down under, dann und wann aber wieder obenauf. Feine Platte. (A1*** ***A2****B*** **) Bleed

Rasoul – Nite Of The Livin Dead (Freshly Squeezed)
`Keep Da Crowd Jumpin´ in 4 verschiedenen Flavas. Der Jumpin Mix verbindet sehr Hiphopriotartige Samples mit einem fetten Groove und einem Hang zu ratternden Snares und Gewittersounds. Regenzeit. Tropisch, leicht hittig mit obskuren Alertsounds und Soulvocalsnip. Die Jumpin Beats sind eben einfach trockener, `Get Your Ass Up´ hat schon wieder diese Regenzeitathmosphäre und man beginnt die Zombies aus ihren Gräbern zu riechen. Schon leicht dubby und mit schneidender Funkgitarre aus dem Mittelwellenbereich. Der Dopebeattrack `Dreads Theme´ ist dann wirklich böse, Triphoppy und verwirrend bedrohlich. Seltsame Rastafarihouseplatte der man nicht einen Funken Reggea anmerkt aber in der trotzdem die toten auflauern. (Dread*** ***Rest*** **) Bleed

DJ Buck presents Northern Exposure EP (Strictly Rhythm)
Bells Of San Francisco heißt das und man ahnt schon was einen erwartet. Der `Good Rhythm´ Mix hat neben ziemlich knallenden stockenden Beats einen hang zu dezenten Backspins und sehr präzisen Echos. Der Beat ist immer auf dem Weg ein Break zu werden und das einzige was einem eigentlich wirklich auf dei Nerven gehen kann ist das `Communicate The World´ Sample das ein bißchen naiv kommt. Der `Frur Mile´ Mix ist ziemlich düster, mit einem Vibratosound der sich durch den Track bohrt bis die Vocals und Hihats um dezente Glöckchen und Orgelsounds züngeln. Der `Golden Gate´ Mix ist fein aufgepeppt mit Bassline und Tankertute, aber der wirkliche Gewinner ist das Halluzinierende `Baker Beach´ – Gimmick in dem Möven und Nebelhörner um die Wette dubben und darunter eigentlich mal grade ein dezenter langsam aufbauender Beat und eine einzige stapfende Sequenz liegen. Brilliant bis zum Ende. (Baker Beach*** ***Rest****) Bleed

King Maurice – TIme Travel (Strictly Rhythm)
Maurice mit kleiner Unterstützung von DJ Pierre und die drei Mixe sind ziemliche Meisterleistungen an Wildpitch geworden. Der Future Present und Past mixe und aus irgendeinem Grund ist der Past Mix der experimentellste geworden, mit angerissenen Trompetensamples und einem generell kratzigeren Sound. Ansonsten Orgellinien moduliert bis zum umfallen, ab und an Time Travel und ein ständiges auf und ab. Für Wildpichfans ein muß. (*** **) Bleed

Roger Sanchez – Let Your Body Yerk/get Hi (Strictly Rhythm)
Wenn dieses Sample nicht wäre wäre es vermutlich ein ziemlich brillianter Track geworcden, aber so bekommt er diese dezente Prollhouseatmo, die man nur schätzen kann wenn man seine Cornflakes aus Kondomen schlürft. Die Bonus Beats auf die man sich reuen könnte vergessen dann allerdings die spacigen Elemente des Tracks. Ein Mittelmaß wäre da ganz gutgewesen. Get hi ist einer dieser Can We Get A Witness Tracks mit zimlicher P-Funkattitüde. Spacig, aber gleichzeitig fettester Discosund. Ein bißchen weniger hätte es da auch getan. Tja gute Ratschläge. Etwas enttäuschend nach der guten Doppel12“ aber immer noch OK für die Housepose. (****) Bleed

One Groovy Cocoanut (Groovilicious)
Urlaub auf Hawai gefällig? Das hier ist absoluter Breitbandgroove. Bisken Bongolastig, aber mit viel Feingefühl vür die richtige Eierschale im Richtigen Moment. 4 mehr oder weniger exotische Mixe mit oder Ohne Streicher und Mädchenchören von den besten james Last Backups. Irgendwie schräg und blöd aber irgendwie auch nett wenn man das zuhause hört. Im Club könnte es sich zum reinen Grauen entwickeln. werweiß. (***) Bleed

Capital Swing (Strictly Rhythm)
Irgendwie unglaublich plätschernder Kram mit dezenter Breakbeatunterlage auf einem Mix. Welchenjazzpianistenbarunterhalter man hier auf die Platte gelassen hat isch ein bißchen die Frage die da im Raum steht. Jedenfalls kann er sich über die Komo in seinem Hintergrund nicht beschweren. Natürlich ist das seichtester Beschallungsunfug, den sich kein Mensch ernsthaft anhören möchte, aber von der Machart her irgendwie eigenwillig. Endloses Intro mit angetäuschten Breaks, dann richtige mit recht spacigem Hintenherum. Komische Musik. (Break It****Rest***) Bleed

UK Reviews 95-09

Autechre – Tri Repetae (Warp)
Schade daß ich nicht weiß ob auf der LP dann eigentlich wirklich `nur´ 4 lange Tracks drauf sind. Egal. Autechre gehören zu dieser neuen Generation denen jeder Groove recht ist solange er nicht 4 To The Floor heißt. Damit eröffnet sich für sie ein ziemliches Experimentierfeld und in genau diesem tun sie was sie wollen. Die 4 Tracks gehen von relativ simlen aber sehr neuen Grooves aus denen sie immer noch eine noch höhere Melodie aufsetzen ohne die Basis zu zerstören. Mal graben sie sich in den Groove ien und holen aus seinem Grund eigene Dubwelten hervor, mal bewegen sie sich leicht drüber hinweg und bauen ihn aus wie eine Kathedrale. Autechre entwickeln, so seltsam das klingt, ihren ganz eigenen Sound aus dem Nichts und in einer Vielfältigkeit die sehr ungewöhnlich ist. (*** ***) Bleed

Electroids – Electroworld (Warp)
Die Kraftwerkanspielungen sind natürlich merh als deutlich, und genau so beginnt die LP dann auch. `Welcome To The Future´ ist ein einfacher Kraftwerkpoptrack, den die Meister nicth besser selber hätten machen können. Daß sie ihn dan jahre vorher schon gemacht haben spielt dabei keien Rolle, auch nicht daß die Zukunft aus dieser Sichtweise heraus eigentlich nicht mehr so liniar ist wie man sich das denken mag. Natürlich ist das irgendwie auch kein Elektro sondern eben Kraftwerk, aber was solls. Ob das nun vier geheimnisvolle Brüder aus sonstwo in England sind oder ob Drexciya nun doch ihre Hände im spiel hatten, was mittlerweile als fast schon sicher gelten kann. Wen kümmerts. Es gibt in dieser Generation haufenweise Menschen die nie in ihrem Leben etwas von Kraftwerk gehört haben, und denen kommt diese Platte grade Recht. Sie können eine Zeit wiedererleben die zwar ganz anders war aber irgendwie dann doch so ist wie unsere. Ich kann mir gut vorstellen daß siese LP eine Sensation wird. Sie sollte es werden, sie hat es verdient. Ob es Electro ist, Techno, Pop oder was auch immer spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist die Perfektion, mit der ein Sound erarbeitet wurde den man nur vielleicht kennen kann , und die ist auf jedem Track unüberhörbar. (*** ***) Bleed

Naughty & Tolis – Minimal Accent Vol2 (Ferox)
Noch reduzierter, undgleichzeitig housiger als die erste. 4 Tracks, die mit sehr wenigen aber sehr präzisen Sounds einen Groove aufbauen, an dem man nicht vorbeikommt. Die Nürnberger, denn ich glaube die beiden sind aus Nürnberg, haben es langsam geschaft sich in die vorderste Liga zu spielen. Wieder ein Grund mehr auf Ferox genau aufzupassen. Vielleicht kann man die Tracks am ehesten als eine Art Uptempo Daniel Bell Sound verstehen mit einem unheimlichen Gespür für einen Drum Aufbau der sich durch nichts aufhalten läßt. (*** **1/2) Bleed

Blue Man Records (Blue Man Records)
Sehr obskurer 6 Tracker, der im Grunde stark in diese grummeliger Acid Richtung geht, dann aber immer wieder mit gelungenen Scifimelodien und sehr trashigen Drumsamples und verwaschenen Bässen seine Eigenheit manifestiert. Wäre der Sound dieser EP ein bißchen besser, dann könnte man sie sehr gut spielen. Der beste Track geht dann sehr in die Richtung einer Robert Hood Doomsdayvision, und fiepst sich aus dem nebligen background mitten in die Stirn. (****, Loris *** ***) Bleed

Lexx – Blue Panic (Beau Monde)
Scott Edwards. Mal wieder. Und er ist in Form. Zwei sehr dezente, sehr angenehme ruhige, ICH -Liebe-Die-Welt Stücke. Tiefe Orgelsounds, kaskaden aus Streichern, solider Groove und ein paar Feinheiten rücken diese EP in ein Feld moderner Jazzmusik, die er sichmit den Jungelisten dieser Erde bestimmt gerne teilt. Vielleicht eine Platte wie viele andere, aber ein Sound der immer wieder richtig ist. Sehr elegisch. Those were the days and will ever be. Detroit wie es aus einigen Kilometern und Lichtjahren Entfernung immer noch wirkt. 3rd Wave Sound. (*** **) Bleed

Spacer/Howie B./Sie (Pussyfoot)
Die beiden Tracks von Sie und Spacer gehen genau in die Richtung ihrer letzten EPs auf Pussyfoot/Orange Egg. Sehr getragene Dopebeatabstracktwavesurfertracks. Plauschig bis über beide Katzenpfoten und mit einer subtilen Samplearbeit, die immer noch eine Athmosphäre schaffen kann in der zwar alles heil klingt aber nichts in Ordnung ist. Nicht der klinisch tote Sound der in Medien wie VIVA als Triphop den Markt ankurbeln soll. Der Howie B Track ist dagegen viel spartanischer, Beatorientierter und ziemlich verliebt in seine Stereoeffekte. Ein ungewohnter Track aber auf dem eigen Label kann man ja immer besser experimentieren. Sehr clever gemacht, aber ohne clever sein zu wollen. Die Suche nach dem besten Groove geht weiter. (*** **3/4) Bleed

Aim – Pacific North West EP (Grand@Central)
Diesmal ist es vielleicht dann doch ein bißchen zu funky geworden. Wenn man einer Triphop EP anmerkt, daß sie aus einem Gedanken heraus entstanden ist der milliarden durchgemachter Raregroovenächte als Vorgeschichte hatte, dann wird es fraglich. 3 der vier Tracks eignen sich vielleicht ganz gut eine echte Scuhaufenposse zum tanzen zu bringen, mit einem überfluß an funky Licks der besten Oldschooltradition, und nur einer sticht wirklich mit einer sehr großartigen Subtilität in den Beats Breaks und Scratches hervor, der aber dafür richtig gut. Viele Kleinmädchenstimmen, diverseste Hallwege, und ein sehr deepes HipHopflava. (Diggin Dizzy*** ***, Rest****) Bleed

Casino Classics (I Fach)
Hat sich ja schon sehr schnell zu einem der wichtigsten UK Label entwickelt. Baby Ford ist aber auch ein Held. Diesmal wieder vier Tracks ieser abghobenen Electrofunkart, in der sich verschiedenste Elemente wiederfinden um zu einer Treibjagd auf den Groove loszugehen. Einer sehr bedrohlich, einer relaxt jazzy mit einer wehenden Bassline zwischen den Knien, einer rasant vielzuschnell und sehr sehr free, und einer resolut und dezent Detroiti. Cool. (*** **-*** ***) Bleed

Small Fish With Spine – Stickleback (Oxygen Music Works)
Sehr sehr eigenwilliger deeper verspielter 6 Tracker, der vielleicht noch so am Rade in dem Pool den Triphop bildet verstanden werden kann, aber im Grunde schon großes Kino ist. Sehr sehr viele Elemente itzen wie Mosaiksteinchen in einer Kathedrale aus hintergründigen Grooves und versammeln sich zu einer einzigen vision. die ist nicht immer nett, aber jedesmal wieder faszinieren. Kleine Fishe mit Rückrad indeed. (*** ***) Bleed

Chris & Cosey – Twist (T&B)/CTI)
Gleich eine Doppel EP mit Remixen der guten alten Techno/Intelligent Avantguarde für diese beiden Pioniere des experimentellen …….ja was eigentlich. Chris & Cosey waren auch schon bei Throbbing Gristle zu vielseitig um sie wirklich auf einen Sound festlegen zu können. und die Remixe von u.a. Vapousspace, Coil, M-Zig, Carl Craig, Fred Gianelli und Cosmic Connection stehen dem in nichts nach. Wer diese Platte lieben will, und das nicht nur wegen des sensationellen Covers, der muß schon eine Menge vertragen können und einen sehr sehr weitgefächerten Musikgeschmack haben. Aber dann lohn es sich auch wirklich, denn diese Zusammenstellung ist nicht nur sehr gelungen sondern einfach ein bezauberndes Statement. Mrs. Mingo dürfte wohl bald das begehrteste Wesen der Technoszene sein wenn sie so weiter macht. (*** ***) Bleed

Attika Blues – Blue Print (Mo Wax)
WWas nun? Nach Seashell, das ja bestimmt einer der Tracks des Frühlings wr, ist diese EP nur schwer verträglich. Mo Wax geht ziemlich in die Breite und das ist nicht unbedingt ein Vorteil. Sie demontieren ihr Image Stück für Stück. Fein, aber wenn dabei auf so übertrieben jazzige Lehnstuhlmusik mit Gesang zurückgegriffen wird, die man vielleicht mit vierzig noch mal hören kann. Gut, ein paar OK e Mixe ohne jazzige Frauenvocals findet man dann noch auf diesem 5Tracker, aber selbst da merkt man wie bei Krusts neuer LP den Hang von der Instrumentalmusikwegkommen zu wollen und eine unangenehme Nachlässigkeit macht sich zwischen den Zeilen breit. (*_****) Bleed

Icon (Condition)
Zwei Track von Neulingen aus dem UK Underground. Sowohl der von Icon als auch der von Nick Taylor verlieren sich teilweise ein bißchen in dieser Art Techno mit Tribal zu verwechseln wenn man sich an das Drumprogramming macht. Nick Taylor der den schlechteren Sound hat setzt dem noch eine 70ger Synthscifijeanmicheljarredings drauf und damitwird der Track nur noch für Backflashs brauchbar. Wenn man jemand mal so richtig schlecht draufbringen möchte genau das richtige. (***) Bleed

Dirty Harry (Concious)
Na der Schmutzfink aber auch. Hat alle Styles drauf der gute Harry. Von Acidnörgler über Schunkel House bis hin zu Oldschoolhardcore. Natürlich in der Abgespeckten Version. Klingt im Grunde alles so als wäre das die PromoEP eines Sequencersoftware Entwicklers der ein paar Jahre zu lange gebraucht hatum seine Readymatepresets auf den Markt zu bringen. (**) Bleed

Jvonn – Deep in 2 the Gound (DIY)
Schnörkelige angejazzte Orgelsolohousetracks, die nur in einem Fall noch durchgehen, weil da zumindest der Background irgendwie deep klingt. Ansonsten wird einfach besinnungslos über einem vorgefertigten Groove dahingeorgelt was die nicht grade virtuosen fFinger aus der Bontempi herausholen können. Immerhin.Die A-Seite hat etwas. sehr leicht, so Cocktailstylee. Strictly for Groovers. Genau. (A****1/2B*) Bleed

Sherwood – Cut & Paste eP (Mousetrap)
Ähnliches Problem mit dieser EP. Die A-Seite hat so einen leicht angedubbten Powerdiscofunkgroove, der diese Chance aus einem Sample und ein bißchen Modulation einen echten Dacefloorsmasher zu machen gut ausnutzt, die andere Seite dagegen hat einen Track der nichts ist, und einen Triphoptrack mit viel Backgoundgebrabbel. Zweifelhaftes Unternehmen im ganzen, aber die Tracks dürften wohl jeder in seiner eigenen Szene irgendwie funktionieren. (A*** **B1**B2****) Bleed

Sperm Bank (Radioactive Lamb)
Radioaktive Lamb sind nicht totzukriegen. Gut, und noch immer haben sie diese ganz eigene Art behinderten Sound aufd eine Ebene zu heben auf der er irgendwie außergewöhnlich klingt. Die geoutetste DRummachine ist ihnen grade recht. Vier völlig verschiedene Tracks, die einzig durch eine leichte Vorliebe für einen weitergetriebenen Detroitoldschoolsound zusammenhalten. Sehrvollgepackt mit Sounds und rhythmischen Elementen, verführereischen Stimmen, abwegigen Sequenzen ist diese EP nicht merh so offensichtlich irrsinnig wie die ganzen vorgänger, aber hinter der relativ glatten Oberfläche lauern immer noch die unerschütterlichen Eigenheiten einer Entfremdumg von allem. Sehr schön. (*** ***) Bleed

The Inquisition Chapter 2 (Radioactive Lamb)
Auch diese ist wie zu erwarten seltsamst. Ein Detroitoldshcoolhousetrack, in Ambientrack einer der seinen Weg auf Kunststoff hätte finden können und ein folkloristischer Uptempotrack. Eigenwillige zusammenstellung die aber aus sich heraus dann doch immer wieder wirkt, weil die einzelnen Elemente der Tracks so eigenwillig sind wie man sich es nur wünschen kann. Auch sehr sehr schön. Radioaktive Lamb sind einfach auf einem ganz eigenen Weg. (*** ***) Bleed

Dan Curtin – The Web Of Life (Peacefrog)
Nichts neues auf dieser LP, was aber nicht heißen soll daß man sie nicht unbedingt braucht. Im gegenteil. Hier sind nahezu alle EPs versammelt die Dan Curtin auf Metamorphic gemacht hat und das schon vor Jahren und sie klingen immer noch neuer und frischer als 99% des Rests der WElt. Dan Curtin ist ein Genie, das braucht er längst nicht merh zu beweisen. Der Stil den er im Alleingang entwickelt hat, und den ihm einfach keiner nachmachen können wird hat ganz einfach keine schlechten Seiten sondern sorgt immer wieder für unerwartete Wendungen und eine kosmische Eleganz die einem aus dem Zentrum der Galaxis hiermit frisch auf den Plattenteller serviert wird ohne daß man dafür erst lästige Lichtjahre reisen müßte. Groß. (*** ***) Bleed

Bandulu – Now/Non Stop (Infonet)
Auf was für einem Trip sind die denn? Witzig. Traschige Breaks, gewalttätig ungrade untiefe 808, und eine beharrlichkeit im Sound den man bisher nur auf den Autechre Mixen für DJ Food gehört hat. Dann ein Dubplinkerplonkerbreak, die Breaks weit im Hintergrund und fertig ist ein Track dessen Orginalität einfach unglaublich ist. Neuer Style. Das ist mal klar. Wie man sowas nennen soll weniger. Die andere Seite bewegt sich einen Milimeter nähre in Richtung Drum & Bass, rollt allerdings Null,sondern stockt penetrant auf einem Break. Tusken Riders ist noch das einzige was dem nahe kommen könnte. Its not big its not clever, its a monster. (*** ***) Bleed

Clubbed To Death #1 (Mo Wax)
Der Orginal Mix auf der A Seite versaut sich einfach alles durch daß megakitschige Piano. Natürlich, da es so dermaßen im Zentrum steht, können auch La Funk Mob nicht die Finger davon lassen, aber es kommt bei ihrer Reconstruction, gerne benutztes Wort in diesen Zeiten, eher als so eine Art kleines Fenster durch daß man kurz einen Blick wirft, aber dann ist es auch gut. Ansonsten besticht ihr mix durhc einen präzise hackelnden Beat und eine leicht düstere Endzeitathmosphäre die der Darksidemix nicht besser hinbekommt. Anyway. Nicht das beste Release von MoWax, aber ein Lichtblick.Die Junglemixe davon auf der 10“ sind dafür ein Killer. (A1&2*** **B***) Bleed

DNB Reviews 95-09

Clubbed To Death Remixes (Mo Wax)
Wer das Orginal kennt, der weiß warum Peshay ein verdammter Gott ist. Er nimmt jede Art von Schnulz aus dem unglaublich schnulzigen Sample und macht es zu einem unglaublichen Intro und dann jagt er los. Amen Brother. Atemlos bricht der Track immer tiefer ein und wühlt sich durch seine Kraft. Und auch Wax Docter läßt von dem Orginalkitsch nichts übrig. Sein Track ist wesentlich jazziger und friedlicher. Ein Steppertrack, mit dezenten Sprengseln von Glück hier und da und einer Aura die sich durch nichts davon abbringen läßt sich selbst zu feiern. (*** ***) Bleed

Higher Sense – Bizzarre Remixes (Movin Shadow)
Desired State machen sich an Bizzare und pushen das relativ ruhige Orginal ziemlich auf, verpassen ihm iene schlängelnde Bassline, modulieren die Beats ziemlich effektiv und das einzige was man an diesem Mix vielleicht noch mäkeln kann ist daß er dem Titel weniger angemessen ist als das Orginal. dafür aber fett. Der Track auf der Rückseite gefällt mir etwas besser, denn Higher Sense präzisieren den Raum zwischen dem Steppagroove um nichts schlechter als DJ Krush, der ja mittlerweile eineige Fäden in der Hand hält. Ein Track der ohne weiteres auf Metalheadz erscheinen könnte. Sehr gradlinig, sehr understatement. Aber unglaublicher Groove. (A*** **B*** ***) Bleed

Area 39 (Tooz Up)
Wer hätte gedacht daß Nutty One noch mal solche Tracks machen wird. Solid Pfunkpianoworkout. Die A Seite sprudelt nur so über vor Melodien, und greift nach dem Break ziemlich in die Tiefe. Bestialischer Bassder ein kleines bißchen unter der mumpfigen Produktion leidet, aber durch extrem rasante Breaks durhcaus wirkt. Der `Dream On´ Vocal Break ist ein bißchen überzogen. `Whatever´allerdings machtdas wieder wett, und die sehr melodischen Basslines, und rundum sauberere Produktion lassen den Track einiges dynamischer wirken. Minimale Verschiebung in dem Akzent bringen den Track immer wieder nach vorne. Nicht die übliche Tooz Up hymne sondern ein ziemlich nachdenklicher Track mit einer quäkigen P-Funkmelodie die keinen Milimeter übers Ziel hinausschießt. (Whatever*** ***, Dream on*** **) Bleed

Subsequence (Tooz Up)
`Lt It Down´ beginnt ziemlich housy, und ist bestimmt nichts für Leute die überzogene Soulvocals hassen. Auch der stolpernde Break in einen recht soliden Raggatrack ist ziemlich überraschend. Kurz um der Track nervt. Schade. `Silver´ ist dafür sehr angenehmes UBootambiente. Saxophone kriechen durch die Nacht, das Echolot schlägtsich den Schädel an einem Beat der auch von Tone Def sein könnte und die Bassline steigt auf dich herab. Problem an diesem Track ist wieder das Vocal: Babe Babe Babä. das läßt sich nicht einfach wegdenken. Erste wirklich mißratene Platte auf diesem Aussenseiterlabel. (***) Bleed

The Guyver – Deep Cover (Reinforced)
Di8e Tracks sind tatsächlich ziemlich deep. Im typisch anderen Reinforced Stil finden sich hier extreme Vocals, schräge unharmonische Samples und ein erfrischender Beat zusammen um tatsächlich doch miteinander zu arbeite. Scheinbar starten Mark und Dego jetzt eine limited Edition Doublepack Serie und Guyver ist nur die erste seiner Art. Zeitlose Tracks, die extrem abwechslungsreiche Wechsel von Beats absolut plausibel und überragend souverän rüberbringen. (*** ***) Bleed

Dillinja (Logic)
Manche Leute haben Probleme mit diesen Mixen von Dillinja, einfach weil sie ihnen zu far out sind. Er ist und bleibt der King Of The Beats, undder der Bässe auch. Das nächste Jahr dürft Dillinjas Jahr werden. Die Beiden Tracks schredden was sie an Beats und anderem vorfinden. Alles wird auseinandergerissen und wer mein Plug wäre ein ausnahmefall der sollte sic hdiese Platte unbedingt besorgen. Das ist verdammtes intergalaktisches Surfen auf zwei Sensationellen Tracks, die alles andere diesen Monat mit links wegblasen. (*** *** *) Bleed

Alex Reese – I Want You (Metalheadz)
Hätte einem jemand vor einem halben jahr so einen Track wie I Want You vorgespielt, dann hätte man einfach nicht gewußt was man damit anfangen soll. Ein serh jazziger, serh gradliniger, sehr cleaner Track mit dem Alex Reese einmal merh zeigt, daß er ohne extrem tüftelig zu werden immer noch Bereiche zum vorschein bringen kann in dem ein Vocal einfach nicht stört. Wie in einem Segelflugzeug durch new York zu rasen. B Boy Flavour geht entgegen des namens in die gleiche Richtung. Man muß schwer annehmen daß Alex verliebt ist. Unsterblich. Besser als Pulp Fiction. (*** ***) Bleed

Ed Rush (No U-Turn)
Der Remix von `The Force Is Electric´ alleine würde schon reichen um diese Platte zu einer der EPs des Monats zu machen, aber die A-Seite, von der ich den Titel jetzt leider nicht auftreiben kann ist einfach noch besser. viele Hiphopsamples, göttlichste Fetzen von irgendetwas, Basslines die Dillinja sehr nahe kommen, und völlig unerwartete Breaks und Megaphunkpart in der Mitte. Neue Bassline die den Boden aufreißt und noch weiter in die Seele von Hiphop hinein. The Force is Ed Rush. Ein Killer. Ganz anders als alles andere um es herum aber immer besser. (*** ***) bleed

Bizzy B/TDK & Dextous – Come On People (Brain Records)
Nach dme Intro erwartet man einen ruhigen Track, aber wer Bizzy B kennt, der weiß daß es so einfach nie ist. Sehr fette Beats reißen den Track auseinander nd das einzige was von der Ruhe geblieben ist ist die Bassline. Dann plötzlich ein Break, alles ist wieder beim alten und dann türmt sich der Track wieder auf. Eine ziemliche Hymne auf der sich ganz unerwartet eine jazzflöte tummelt. Ständiges auf und ab. Auf der Rückseite ist seltsamerweise der gleiche Track. (*** ***) Bleed

The Dream Team – Jazz Lick/Lion (Joker)
Bizzy B & Pugwash stehen wenn sie wollen der Metalheadz Clique in nichts nach. jazz Lick bewißt das ganz klar. Ein sehr floatender Track mit einer immer anders verdrehten Stimme, die fast schon als sehr sehr skurriler jazzgesang durchgehen könnte, im Hintergrund. Der Oboenbreak ist ein ziemlicher Killer in diesem zusmmenhang und man kann sich gut vorstellen wie Bizzy und Pugwash sich dabei totgelacht haben. Sehr reduzeirter Track. Mit vielen unerwarteten kleinen Spielereien. Aber auch `Lion´ ist wieder absoluter Bizzy B Style. Völlig unerwartete Tricks und ein Hammertrack, eine tödliche Bassline die man so noch nie gehört hat. Die beste Joker bis jetzt. (*** ***) Bleed

Mickey James (Suburban base)
Wie lange ist das jetzt her daß Mickey James seine letzte EP gemacht hat? Ewig. Diese ist nicht merh so Richtungsweisend, aber absolut auf der Höhe der Zeit. Do You Dream ist ein ziemlich fliegender Track mit einer Menge Percussion und vielleicht einen Hauch zu Offensichtlichen Melodien. The Rhys Project ist dafür aber ein ziemlicher Happytrack mit Stil. Obskure Celli und soetwas vertragen sich selten mit einer so ausgefeilten Ästhetik. Sehr schön (B*** ***A*** **) Bleed

JMJ & Richie (Moving Shadow)
Free La Funk ist ein ziemlich unerwerteter Drumworkout zuerst, serh hölzern und verkapselt, aber mit dem Break wird plötzlich alles klar und man findetsich in einer der besten Funkhymnen der Zeit wieder, mit ziemlihc highen Vocals. Universal Horn läßt ein Saxophonsample wie eine Zigeunergeige klingen, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist, wie Saxophone im allgemeinen, aber der Track rast ungeachtet ungeschriebener Saxophongesetze einfach davon. Madness, sehr präzise formuliert und ziemlich göttlich. (*** ***) Bleed

Klute (Certificate 18)
Mittlerweile gehört Certificate 18 ganz klar zu den besten Labln überhaupt. Und klute macht da keine Ausnahme. Die A Seite Beginnt wie eine Art von Folklorehighspeedhardcoretrack, geht dann in die Tiefe und miteiner einzigen kleinen Bewegung reißt dieses flirrende flöten wieder alles mit. DasEnde wollen wir nicht verraten nur soviel sei schon mal gesagt, Der Held gewinnt aber überlebt nicht. Auch die andere Seite ist von ähnlicher Dramatik. Viel zu perfekt um wirklich zu sein. Noch dazu ein ziemlicher Slammertrack. Höllisch schnelle Killertracks. (*** ***) Bleed

Original Substitute (Outstanding)
Ob ich mich frei fühlen will? Bei so einem Beat immer. Ziemlicher Bukemstyle könnte man sagen wenn die Beats nicht wären. Ein bißchen zuviel passiert da ohne daß Bukem etwas dagegen tun könnte. Muß er aber auch nicht. Auf jeden Fall die gleiche Art Sounds übereinander zu schichten und mit der Bassline Akzente zu setzen. `Whats On Aour Mind´ ist ein ziemlicher Pschoslammer. Nicht Weltklasse aber eine ziemlich gute Platte. Von Essence Of Aura mitproduziert. (*** **) Bleed

Pure – Anything Test (Suburban Base)
Der Typische Suburban Base Slammer. Mit einem sehr lieblichen Raggaintro, von Bunnyragga persönlich, und einer fetten Galaktischen Bassline. Sehr elegant die verzwiebelung der Crahbecken. Soetwas wird zumindest selten gemacht. Auf der Rückseite dann allerdings noch en ruhigerer Track, der Swift & Zinc, denn die beiden produzieren das hier, von ihrer Loverseite zeigt. Swiftly angejazzed und mit einer ziemlichen Übermacht an vocals zusammengesteppt. (*** **) bleed

St. Files Remix (Flex)
Von Bizzy B & Pugwash aka Dreamteam der eine und L Double der andere soweit ich das weiß. Der Dreamteam Mix beginnt sehr serh ruhig, mit einer unglaublichen Eleganz und nach dem Gospelbreak holen die beiden alles aus dem Track was sie in ihm inden können. Meiner Meinung nach weit besser als das Orginal. Der andere Mix liegt in der Stimmung zwischen Force is Electric und frühen Productionhouse Tracks. Ist dazu allerdings noch ziemlich spacedubby. (*** **1/2) Bleed

The Outsider – The Mash Up (Formation)
Es ist schon eine Weile her daß mich eine Formation Platte umgehauen hat. Danke erstmal, denn schließlich fällt man so gerne nicht, und auch diese verfällt nach dem ganz guten Intro wieder in das etwas an jagdmusik erinnernde typische stumpfe Dasein das sie alle gerne mal fristen, soll sie, aber die qäkigen Entschensamples und das gutgelaunte Respect to all massive machen den Tack auch nicht weniger Oberflächlich. Nette Raggavocals immerhin. Der Black Remix ist auch nicht viel besser und sein Versuch an die frühe Tiefe und Darkness von DJ SS Produktionen anzuknüpfen hilft da auch nicht mehr. (****) Bleed

Blue (Blue)
Da ist das Formation Sub, oder Offshootlabel schon besser. Bassdrum von Dillinja klauen, Backwardsgesangeinstreuen und etwas Tropenathmosphäre. Nur, die Beats lassen einiges zu wünschen übrig. nach einigen Takten hinter dem Intro sucht man ziemich vergebens nach Variationen. Und dann noch der Rewind und Sirenen kram auf der Rückseite. Danke. (***) Bleed

Keen Volume One (Keen)
Neues Sublabel, neues Glück. Und tatsächlich hier tut sich etwas. Modulierte Beats, und viel Wüstenathmosphäre und selbst wenn dann dieser Beat mit den Warpsigenbackwardsbässen kommt, findet man eine Tiefe und ziemlich subtile Breaks. Stellenweise verschrauben sich die Modulationen über dem Beatsogar so daß man sich wundert wie sie das gemacht haben und die hHinleitungen zu den anderen Breaks sind ziemlich gelungene Windups. A Seite jedenfalls sehr sehr gut. Die beiden Tracks auf der Rückseite lassen dagegen zwar wieder etwas nach aber die beste Formationplatte seit langem. (A*** ***B*** **) Bleed

Undercover Agent Remixe (Juice)
Oh Gosh, wer hätte gedacht daß dieses Sample es so lange durchhält. Der Splashremix ist angenehm verspielt am Anfang und rast dann extrem auseinander wie die besten Splash Tracks immer. Eine verdammte orgie dieser Track. Blast. Der Droppin Science Mix ist natürlich relaxter, da läßt sich Danny nicht reinreden. Geht aber im richtigen Moment genau so ab. Zwei unglaubliche Hits. (*** ***) Bleed

J Magic (Metalheadz)
Mit seiner zweiten EP ist der Sound von j Magic noch klarer geworden. Sehr ruhig, aber sehr eindringlich, leicht jazzy, und genaugenommen so dermaßener Standartsound daß man sich fragt warum eigentlich genau dieser Sound so überzeugend ist. Selbst ein verdammtes Gitarrensolo kann sich dieser Typ erlauben ohne daß einem schlecht wird, Im Gegenteil. Und der Break danach ist sensationell und danch wird der Track immer verdrehter. Die B-Seite fängt gleich ziemlich quer an. Sehr eigenwilliger beat, sehr glitzernde Sounds, und dann eine Bassline bei der Dillinja vermutlich seine hände im Spiel gehabt hat. Perfekter Track. (*** ***) Bleed

Head F.U.K. (Bearnecessities)
Mit `Tranquility´ jetzt nun noch einmal Mike Oldfield zu bemühen ist vielleicht ein bißchen übertrieben unddie generelle Tropenathmo auch nicht grade eine sensationelle Idee, dafür sind die Beats aber ziemlich orginell. Zwischen seltsamem Gepiepse und sehr plockernden Breaksw entsteht so langsam ein Höhepunkt auf den derTrack die ganze Zeit unauffällig hinarbeitet und in dem sich das ganze plötzlich als Jazztrack entpuppt. Sehr gut. It`s a dope thang ist ein bißchen schnittiger, und zum ersten mal wird einem klar, daß Bearnecessities mittlerweile wieder ein wirklich wichtiges Label geworden ist. (*** ***) Bleed

FBD (Outstanding)
Natürlich erwartet man von Warren G ein neues She`s so, aber den Gefallen tut er einem nicht, sondern taucht auf `Just Visiting Mars´ ganz lapidar mit den eigenwilligsten, futuristischten Beats auf die man seit langem gehört hat. Das kostet er natürlich lengthy aus. Und selbst wenn sich der Track zu einem Slammer entwickeln soll, bleibt ihm diese sehr eigenwillige Athmosphäre die die seltsamen Sounds erzeugen die ganze Zeit über erhalten. Die Rückseite ist noch verspielter in den Beats, aber auch versteckter und viele der Feinheiten fallen fast gar nicht auf. Man muß den Track durchsuchen um ihn richtig zu verstehen. (*** ***) Bleed

Creative Source Vol 1 (Creative Source)
Gehört schinbar einem mädchen dieses Label. Jetzt einen guten Anschluß finden. War nur eine Randinformation, Sarah. Die beiden Tracks sind extrem fein gemacht. Wer immer dahinter steckt. Sehr relaxter Groove, unglaublich präzise Samples und ein einfach himmlisches Heaven Break. Auch die Rückseite ist ein ähnlich perfekter Track. Sehr sehr guter Start. (*** **1/2) Bleed

2 in Time (Deep Jungle)
VonAdam F gemixt und das merkt man überdeutlich beider ersten Bassdrum und in der Perfektion die hinter dem kleinsten Sample steht. Fukin steppatrack, absolut brilliant gemacht, nopchmal. Auch die andere Seite. keine Zeit meh. Aber wirklich gute Platte, hoffe niemand gehen die Vocals auf die Nerven. Mir ein bißchen. Sind auf Roll Out abwesend. (*** **) Bleed

Artenis (Underdog)
Zwei ziemlich hymnische Tracks, die die ganze Arbeit der Bassline überlassen. Sehr ruhig gleitend, serh weg, sehr schön, mit immer neuen Hupeffekten und einer moduleirten Snare die darüberhüpft wie der erste Schnee. Es wird bald Winter, hay, keine Angst. Ziemliche Zenmusik. Immer noch und mit jeder EP aufs neue ein absolut zuverlässiges Label. (*** **1/2) Bleed

Subplates Vol 4 (Suburban Base)
Fortsetzung der legändären Serie, die zeigt daß Suburban Base schon kein bißchen mehr daran krankt, daß alle Acts die für den Ruf des Labels verantwortlich waren eigentlich abgewandert sind zu ihren eigenen Projekten. Was bleibt sind Lick Back Organization, deren `Music Of The Future´ zumindest mit eigenwilligen Breaks aufwartet, die die Zukunft zwar nicht grade als überlebensfähige Spezies klassifiziert, aber immerhin mit einem Kampf zu Ende gehen läßt. Lähmend, aber brutal gut. Bizzy B darf als Dreamteam die fortsetzung seiner Jokerplatte machen. Man erwartet einen groovig jazzigen Track, und findet sich unversehens in einer der tiefsten Basslines des Kontinents wieder. Bloodclart, was für ein Bass. Und die Breaks schnattern wie bei Bizzy B immer. Jungleites `Hey Mr. DJ´ klingt genau so wie man sich das nach dem Titel vorstellt. Nett, den unterbezahltesten menschen des Erdballs mal eine Pause für Pipi einzuräumen. In der Zwischenzeit zerreißt die Skyline. Der Solution Track reitet allerdings ein bißchen zuviel auf dieser Bollernden Bassdrum herum, und man wünscht sich daß irgendjemand diese Doppel 10“ mal remastert. Nich mehr so richtungsweisend wie früher, aber immer noch ein wichtiger Release. (*** **) Bleed

Eddie – Intelligent Drummer (One Touch)
Steve Gurley und Eddie selbst mit je einem Mix. Steve von Tone Def sollte eigentlich mittlerweile zu jedermanns Lieblingsproducern gehören, weil er es immer wieder schafft die Beats in einer solchen Tiefe anzulegen, daß es einem das Herz ausreißt vor lauter Perfektion. Das genaue Gegenteil von serieller Musik. Die Apotheose der Dynamik. Oder halt die Yes des Breakbeats. Im Harmonischen Break überschlagen sich dann die Drums vollends und greifen nach fremden Welten, die ein wenig unheimlich aber um so verführerischer klingen. Eddie treibt aus seltsamen Zeiten Oldschoolpercussionsounds auf die er wie einen Warpantrieb loszischeln läßt. Beide zusammen dürften jeden Bongospielen um einen Strick betteln lassen, und die Riten der Indischen Tablarvirtuosenwelt völlig auf den Kopf stellen. Wer wissen möchte was Beats sind der braucht diese unbegreiflich komplexe 10“. Wer es nicht wissen will mache seine BWL Lehre bitte schnell zu Ende um nicht das Bruttosozialproukt zu belasten. (*** ***) Bleed

Eugenics (Bearnecessities)
`Sunshine´ ist natürlich lange nicht so gut wie der Track von Dead Calm, aber es ist Sommer und da wollen alle nach Ibiza, wie die Insel. Zumindest allerdings ist Bearnecessities wieder ein Label nach dem man Ausschau halten sollte, auch wenn vielleicht die Sounds mehr um ihrer Athmosphäre Willen durch den Track flattern. So wie man sich Blumen ins Zimmer stellt damit da Blumen stehen. Etwas daß man wahrnimmt als Blumen und so auch gutheißt. Bißken fette das Vocal. Schnöseltum leider. Übelstes. `Lid Of´ setzt an die Stelle des Vocals eine Trompete und dann leider doch wieder Hardtrancige Sequenzen auf die die Todesstrafe steht. Zurecht übrigens, ich habe die EG Kommision angerufen. Leicht französelnder Jazz allerdings. Süß dann doch wieder, so Brigitte Bardot Stylee. Nun gut. Paar Fehler, paar Bonbons. So ist das Leben jenseits den Perfektionswahns. Nur etwas für Leute mit starken Nerven. (*** *1/2) Bleed

Droppin Science Vol 3 Remixes (Droppin Science)
Dopes Etchin´ auf der unspielbaren Seite. Nun ja, jeder will so was haben, Mami freut sich über soviel Coolness immer. Die Seite mit der Rille allerdings ist mehr als nur ein Remix von der dritten Droppin Science. Urigin Unknown mit ihrer typisch vertrackten Art viele Breaks in vielerlei Gestalt zu einem verdammt überzeugendem Track zu machen. Soundeffects. So kann man es auch machen, und selbst die Triangel muß herhalten für die Überzeugung daß Jazz eben doch die Welt retten wird, auf kleinen Pantherpfoten. (*** ***) Bleed

Moving Shadow 67 (Moving Shadow)
Was sie da auf der Y Seite für einen Unfug zusammengedrechselt haben möchte ich genau genommen gar nicht wissen. Ultraweichspülerpop, der jede Art von Geschmack zu einer Art klebrigem Kaugummi zusammenpappt der einem immer unter dem Schuh des Anstands und der Würde klebt. Die beiden Tracks auf der X Seite sind auch stellenweise von diesem Virus, Soulvocals und ähnliches Geplinker, infiziert, retten sich aber durch die Beats wenigstens aus dem gröbsten. Vielleicht ein bißchen zu easy. (Y***X****1/2) Bleed

Acoustik Research (Vinyl Addiction)
Luftigster Spacefunk. Eine Odysse im Hyperraum. `Original Silencer´ koppelt Phasersounds mit verhangenen Raggavocals, Kurzwellenstörgeräusche mit Bleeps aus den Wolken der Galaxis zu einer immer ausbrechenden Orgie zusammen. `Back Against The Wall´ versucht ähnliches nur mit noch mehr Dubsounds. Rastafari´s auf dem Weg in die Eroberung des Kosmos. Lange nicht mehr gehörtes Thema und immer noch gut für ein Augenzwinkern wenn man sich die Dreads an ihrer THC Nährlösung nuckelnd nach Jah zwischen den Quanten suchend vorstellt. Cool (*** **) Bleed

Jhonny Jungle – Killa Sound Remix (Suburban Base)
Pascal und Krome and Time machen sich an diesen vielleicht ettwas zu unrecht vergessenen Killa Tune. Pascal löst das Problem der sehr minimalen Tragfläche des Tracks durch eine mörderische Bassline die durch eine relativ lockere Beatstruktur Plügt wie eine Kreissäge durch den cortex. Krome & Time geben ein paar swingende Hängersamples dazu und lassen den Track etwas ruhiger werden, geben ihm aber gleichzeitig noch diese Gabbanuance von Hoolbrüllern die auch ihr `Licence´ Remix hat. Beide ziemlich fett und trashend. (*** **1/2) Bleed

DJ Dextrous (Subliminal Records)
Was soll er auch anderes machen als versuchenits zu liefern. Und das mit Pauken und Trompeten. Dazwischen ein solider Raggastep, ein mehr oder weniger brabbeliges Raggavocal, und dann ist der Track eigentlich auch schon gelaufen. E9in bißchen traurig diese Geschichte, ein paar Kinderträume die nie wahr wurden, irgendwie schon wieder ergreifend. `Wanted Dead Or Alive´ und `Pure Sex´. Tja, die Teenager haben ihre ganz eigene Vorstellung von der Revolution.

Harlequin – (Ruff Elements)
Die sind ja seltsamerweise auf einem ganz eigen seltsamen Trip. Horrorsounds in sehr breiten Strichen aufgetragen, schwummrige Bässe, pathetische Breaks, und alles recht dark. `Fuck You And Your Family´ ist zumindest ein Titel der einiges sagt. Sehr ruff und Spacig die Tracks, aber irgendwie blicken sie nie über den eigenen Horizont hinaus. (*** **) Bleed

Ruffian (RUF)
Klappern ist ein Handwerk das gelernt werden will. Der Beat auf dieser Platte ist fragwürdig. Die Raggaszene muß irgendetwas versuchen um sich eine Identität wiederzuerobern die sie mit Roots irgendwie wegzureden versuchte. Nun gut, ein Seiltanzakt, der mal gelingt, mal weniger, und das meißt mitten in einem Stück. Die beiden Tracks leiden genau an diesem Problem und fallen dabei meißt unter inneren Spannungen auseinander. (****) Bleed

Jack Ruby – Global Torrents (Knowledge)
`Global Torrents´ ist im Grunde eine Ballade. Mit pathetischen Schritten die Leiter der Stimmung immer weiter hinab, eine Bassdrum die drückt, ein Vocal das deprimiert, Melancholie bis über beide Ohren. Trauriger Track aber nicht schlecht. Typischter 6 Uhr Morgen Sound, wenn der Club leerer und leerer wird, die Nacht längst vergessen ist und sich nur noch die Menschen in ihrem letzten Überschwang gegenüberstehen. Dann könnte es allerdings sehr sehr gut kommen. Auf der Rückseite noch ein Track der alles wieder rumreißen kann. Fette Endzeiteuphorie. (*** **3/4) Bleed

In Between The Lines – Remixe (Formation)
Schon lustig mal DJ SS und Roni Size Back To Back zu haben. Blöderweise übernimmt Roni den Part den ansonsten immer Formation übernehemen muß, den Abgehsound in etwas mumpfiger Qualität. DJ SS´s `We´re rolling´ verläuft sich auch nach ein paar Minuten und man überlegt sich ob Formation wohl jemals wieder zu ihrer Form zurück finden. (A****B*** *1/“) Bleed

Dr. Know (Deep Red)
Wird wahrscheinlich ein gutes Label. Die haben immer diesen extrem komprimierten Sound, diese Art alles auf den Punkt zu bringen an dem die Tracks vor Energie schon so kritisch strahlen, daß sie hochgehen wenn man sie nur ansieht. Diesmal sind es zwar eher zwei ruhige, schöne Tracks, aber sie wissen immer noch wie man sich konzentriert um in den entscheidenden Sekunden loszurasen. Sehr machtvoll. (*** **) Bleed

DJ Trace – Final Chapter (Dee Jay Recordings)
Das wurde aber auch mal Zeit, daß einem jemand den Glauben an DJ Recordings zurückgibt. Man hätte das natürlich erhabener machen können, denn Final Chapter ist eigentlich ein typischer leicht Raggalastiger lockerer Spaciger Track, der aber immerhin keine Fehler macht. (****1/2) Bleed

DJ Taktix (Back To Basics)
`Untiteled Vol 2´ ist ein völlig überzogener Hypetrack. Viele extatische Vocalparts, `Untitled 1´ steppamäßig, und alles ganz gut aber irgendwie eine Ecke zu poppig um wirklich ernst genommen werden zu können. (****) Bleed

FBD Project – She`s So (Bangin Tunes)
Für viele gehört `She`s So´ im Orginal schon zu den Tracks des Jahres. Und der Remix verleiht ihm noch einmal auf noch ruhigere Art diese Patina des Unantasttbaren. Natürlich steht man blöd da zu sagen der Track wäre schön. Sehr schön. Und dann Pause. Bedrückende Stille. Entleerter Sinn. Aber man kann auch mal ein leeres Gesicht machen und trotzdem wissen wo die Chinesischen Götter ihre Kekse versteckt halten. Die Rückseit ist ein ganz guter aber nicht umwerfender Entettrötentrack. Solide aber nicht so einzigartig wie man es sich für die A-Seite gewünscht hätte. (A*** ***B****) Bleed

Wax Doctor – The Spectrum (Metalheadz)
Selbst wenn Metalheadz über die Zeit hinweg nur deshalb siegen würden weil sie einfach den besten Sound haben, ich könnte es ihnen nicht übel nehmen. `Spectrum´ dürfte soetwas wie die 95 Version einer alles vereinigenden Hymne sein. Sehr gelassen aufgebaut, mit Beats die sich immer den Boden unter den eigenen Füßen wegloopen, und einer sorglosen Unbefangenheit, die man nicht einfach nachahmen kann, sondern wie eine magische Zeit finden muß. `Steppa´ ist die Rückseite der Medallie, die eigentlich bei genau der gleichen Euphorie eines Schluchzens anfängt, dann aber mit einem der fettesten Steppariddims die Welt durch eine Röhre der präzisen Gewalt zieht, als wäre alles nur Schall und Rauch. (*** **1/2) Bleed

Hidden Agenda (Metalheadz)
`Is It Love´ mit seinem `Big Up All Ghetto Youth´- Sample, dem Eierjazzbreak und der unnachahmlichen Stimmung aus Revolution und ihren abgelebten 70ger Jahre Schatten der Wirklichkeit als Revolution der Revolution die einem morgens die Milch vor die Tür stellt ohne dabei zum zyniker zu werden ist, na was, genial. Wirklich. P Funk und die Geschichte des Kontrabass. Stil kann auch ein Vorteil sein. Hier ist er alles und gerechter Weise mehr als der Rest. `On The Road´ grooved einfach aber mit der beständigen Energie eines fetten 12 Zilinders lautlos durch die chromglitzernde Welt. Und `The Flute Tune´ ist der dritte unsagbar gute Track. Sorry aber Metalheadz rulz. (*** ***) Bleed

DJ Harmony Vol 2 (Moving Shadow)
Teil zwei dann endlich und was Harmony macht fürgt dem Orginal vielleicht nicht soviel hinzu, läßt es allerdings wie eine perfekt gezeichnete Kopie einer Banknote in einem ganz eigenen Kosmos von Ästhetik aufscheinen. Gnadenlose Breaks. Amen. Sein Bonustrack `Serious´ mit seinen Landschaften im Nebel der Nachdenklichkeit, den Täuschungsmanövern eines Starfighters, den angeschnitten Maschinengewehrsalven von Snares, und der Erlösung die viel zu spät kommt und grade deshalb jeden retten wird, sollte es rezeptfrei geben. Wer bräuchte nach soetwas noch Extasy? (*** ***) Bleed

DJ Krush – Alex Reese / Krust & Size Mix (Mo Wax)
Killer. Der Alex Reese Mix mal zuerst. Wenn auch der gesamte Sound dieser 10“ ein wenig schlecht ist, so macht das bei diesen Tracks gar nichts. `Yeah´ hat mit dem Orginal (welches Orginal?) nichts gemein, sondern ist einfach ein radikal swingender Jazztrack. Mühlsteingrindcorejazz mit Sprengseln einer psychotischen ruhelosen Energie. Dazwischen ein Fingerschnipperbreak und die kühle tödliche Eleganz der 50ger ist wieder da. Eine der besten Methoden Jazz wiederaufleben zu lassen war schon immer, in der gestochen scharfen Prägnanz eines Schwarzweißfilms zu arbeiten. Krust stürzen sich gleich in die ihnen immer liebe Athmosphäre eines endlos transparenten Weltaufgangstracks. Sehr relaxed, steppa, plinkernd. Schon wieder einer ihrer besten Tracks, mit zerquetschem Babyjammern, zirpenden Sounds stilfestem Stöhnen. Beats unter der Gürtellinie der Intelligenz. (*** ***) Bleed

Photek – Natural Born Killa EP (Metalheadz)
Wo soll das alles noch hinführen? Metalheadz for Worldomination. Die machen keine Fehler, das kann einem fast leid tun. Photek eh nicht. `Conciousness´ mit seinen wirklich sehr eigenen Jazzbreaks und den dezenten Basslines, dem berechnet Schizophrenen Überbau und den asiatischen Flöten dürfte einfach nicht so gut sein. Aber was solls. Sehr quirlig. `The Rain´ schließt natlos an Waterfall und Drift to The Center an, ist aber noch tiefer in diese blaugrauen Welten vertieft, in denen ein Gunshot nur noch eine Bewegung unter andern ist. `Into the 90ties´ ist dann noch ein Triphoptrack nach dem sich Monsignore Lavelle die Finger lecken würde, wenn er welche hätte, worüber man ja zur Zeit zeitweilig zum Zeitvertreib gerne mal nachdenken würde wenn man die Zeit hätte die er nicht mehr hat. Geniale EP. Warum so wenige Menschen 12“es kaufen ist völlig unverständlich. Wo bekommt man heutzutage mehr Lebensqualität eigentlich? (*** ***) Bleed

Bagga Worries & Noxie Nice – Quiet Storm Remixes (Labello Blanco)
Eindeutig das Looserlabel des Jahres. Wo alle anderen schon jeglicher tändelei mit Ragga abgeschworen haben purzeln aus dem Labello Stall die Lightas und Legalizes als gelte es die Jamaikaner zur Weltherrschaft zu kiffen. Natürlich ist das alles recht sauber gemacht, trashy mit fetten Rewindbässen und genügend gebrabbel der Eingeborenen Sprache die sich Patois nennt, aber letztendlich dürfte der Versuch Pop aus der Hooka zu ziehen wieder einmal fehlgeschlagen sein. (***1/2) Bleed

Continental Reviews 95-09

Weed People (Radikal Fear)
Professor Traxx mal wieder total bekifft in seinem Studio. Alles läuft, alles blinkt, ein Mann kämpft mit zwei Maschinen. Die Chancen stehen gut. Natürlich in glasgrünem Vinyl, mit einem dezenten Blatt Weed als Lablaufdruck, Musik die so Oldschool klingt wie nur was,, worum sich allerdings nach zehn Minuten niemand mehr kümmern dürfte. Die Göttliche Präsenz einer 303 braucht heutzutage eben seine Zeit biß sie wirken kann. Dann tut sie es allerdings, und keins der kleinen Knöpfchen wiedersteht der gnadenlosen Behandlung von Professor Traxx. Kiffersound, wie nahezu jedes analoge herumgedrösel, aber wenigstens eins daß sich hinter nichts verstecken will. Für Leute die gerne mal zu spät kommen. (****1/2) Bleed

Acid Junkies Vol 4 (Djax Up Beats/234)
Der andere gnadenlose Oldschool Hit des Monats kommt von den unermüdlichen Acidjunkies mit einre Karton303 zum selbstanziehen. Natürlich lassen sich die beiden nicht darauf ein alles nur durch ein paar hallgeräte zu jagen. 4 Tracks mit ziemlich verschiedener Klangästhetik, die versuchen noch ein paar neue Wege zu finden den kleinen silbernen Kasten zum swingen zu bringen. Bei Triptronic versuchen sie der 303 auch noch das letzte Quentchen Melodie auszutreiben, manchmal allerdings grooven sie auch einfach fasziniert von der Gedanklichen Tiefe eines Minimalismus der Selbstironie getrieben davon. Für Acidpuristen, die es wohl auch im nächsten Jahrtausen noch geben wird, so liegen die Dinge, ein absolutes Muß. (*** **) Bleed

Rapid Eye vs. Uttoz – Moody Tracks (Djax Up Beats/235)
Zwei sehr lange Tracks von Schweden und anderen Menschen. Rapid Eye alias Thee J Johanz scheinen endlich mal wieder aufzutauchen nach dem man Jahrelang einfach nur wußte daß sie irgendwann mal auf Irdial waren. Ihr Track ist ein ziemlicher Bausatz, ungewöhnlich scheppernde Blecheimer Grooves, plockernde Sequenzen die tun was wollen und dazu eine schwelende Melodie. Wen kümmern die Beigaben? Der Track bewegt sich nur sehr langsam von der Stelle, ist ein bißchen launisch, aber ernst zu nehmen. Musik mit drei N`s eben. Für jeden Zweck. Ein erhebendes Stück Kulturgut. Tapfer schon dadurch daß sich kein Sound irgendeinem Sound anbiedert. Einfach eine völlig eigenständige Musikform, die, nebenbei Gesagt etwas von Asiatischer Teezeremonieästhetik hat. Etwas. Jan Svenson, der als Uttoz auf dieser Split EP auftaucht streift seicht die nordischen Plinker und Brumm Gefilde, die Sähkö besetzen, scheint aus seinem Track aber eher soetwas wie eine Landebahn für Flugobjekte aller Art machen zu wollen. Auch hier wieder diese absolut gelassene Starrsinnigkeit auf sehr eigenen Sounds zu beharren und sich durch keienerlei Strömung irritieren zu lassen. Eine sehr tapfere Platte außergewöhnliche Platte für DJax, die einen daran denken läßt daß sich Djax Up Beats so langsam als Forum für mehr Experimentalität etablieren könnte. (*** ***) Bleed

Optic Crux – Psylocybe (Djax Up Beats/236)
Cover und Name scheinen schon auf eine Besessenheit mit diesen wohl überall heimischen kleinen Kuhwiesenpilzen hinzudeuten. Der Track dazu, Mushroom On Wax, ist ein darker Acidtrack mit Grummelstimme und Zischeln und allem was zu einer guten Phutureästhetik dazugehört. Die Zeit spielt auch hier keine Rolle. Die Dehnbarkeit eines minimalen Sounds ist unendlich. So einfach kann das Leben sein. Die beiden Tracks auf der Rückseite gefallen mir allerdings einiges besser, Chicagostyle revisited. Drumtracks deren Präzision sich nicht durch überflüssige Sounds beeinträchtigen lassen will. (A****1/2B*** **) Bleed

Thee J Johanz (Ballyhoo)
Und noch eine Inspirationslose Plattenkritik for those who haben eh keine Ahnung von those who blicken eh nicht mehr durch. Dies aber mit Nachdruck. Ja ihr habt es sicher schon gemerkt. Noch eine Platte von Thee J Johannz. Steht ja auch schon da oben im Titel. Pussywhipped, Snake Drill und na, Steppin Stone, genau, sind nicht grade innovative Akte moderner Songtitelnamensgebung, sondern schlichtweg gestohlen. Anyway. Wehn kümmerts. Der Hinweis auf dem reißerischen Label dieser soliden Prager Pressung – erst kaufen, dann wissen – verdient es ernst genommen zu werden. Die drei Tracks, wirken zwar lange nicht so brilliant wie der Track auf Djax, aber auch im schmutz akustischer Unreinheiten liegt ja ein Reiz dem man nicht immer wiederstehen kann. A-Seite ein schnöfter Acidtrack mit dezenten Bassdrums, pathetisch langwieriegem Herantasten an die Regler und weitschweifiger Innerlichkeit. Die B-Seitentracks bewegen sich mir etwas zu unentschlossen zwischen Schenkelklopfendem Mönchsgehupfe und rotznäsig ausgelassenem Kraftwerk Nasdrowje daher. Schade. (A****1/“B***) Bleed

Aphrohead – Rise (Thee Black Label)
Zwei sehr lange Mixe. von diesem einen Track. Rise. Wie aufstehen. Morgens kommt immer gut. Musik morgens auch. Da taut es hinter den Augen und man sieht wieder ganz klar. Auch ohne Afrohead. Mit aber vielleicht auch. Ungewohn knurschpeliges Gewildpitche irgendwie, bei dem verzerrte Vocals gewildpitched werden und drunter her ein dezentes Synthgeplockere den Raum leerfegt. Ein echter Feger dieser Track, das muß man schon sagen. Nein ich habe keine Drogen genommen. Kann mir einfach nur vorstellen daß sagen wir mal einem ahnungslosen U-Bahn Schrubbergalerensträfling es irgendwie seltsam und seltsam vertaut vorkommen muß wenn er sich aus dem Gedanken, zur Abwechslung mal in die tiefste musikalische Avantguarde, also in das ganz andere seinses Putzerdaseins, zu tauchen, heraus – der Satz geht weiter, echta wildpitchsylee – in einen der Tempel modernster Musikästhetik, den Technoclub, bewegt (vornehmlich hinein), dann wäre er soch erstaunt wie klein die Welt der Geräusche eigentlich ist, obwohl sie es gar nicht sein müßte. Dies alles natürlich nur falls irgendein DJ zufällig grade diese Platte auflegt. Nun gut. Niemals seine Herkunft verneienen. Auch gut. Langer Mix, viel Gerede, kurzer Sinn, eigentlich ganz OKer Zeitvertreib mit echter Entwicklung in den Tracks. Allein das Ende ist dumm. Ausblenden, pfui, das nächste Mal bitte eine LP, oder besser noch CD Längenwildpitch. Ohne Start-ID`s. (****-*** **) Bleed

Random Logic – Vengo EP (Thee Black Label)
Wenn die Titel der Tracks nicht wären. Die hören sich nämlich an als wären sie alle ausdem gleichen GoaDJ geklont. Egal. Zu trockener weicher Bassdrum werden sehr weitreichende Modulationen serviert. Filter gehen auf und zu, der Melittamann würde seinen Ohren nicht trauen. Daß sich die Tracks dann eigentlich kaum von der Stelle rühren weil sie in sich schon so mobil sind ist nur verständlich. Monochrome Soundgebilde die durchaus auch mal kicken, aber eher ein Level ganz entschieden durchziehen. Sehr graphische Musik, in der Samples den gleichen Stellenwert haben wie analoge Sounds. Ein Track schafft es sogar ein Abstrack Jazzflair zu erzeugen ohne sich davon beeinflussen zu lassen daß dies normalerweise in ganz anderen Tempi geschieht. Schön. Zwischen Heinrich Tillack, Patrick Pulsinger und Alex Reece. Feine EP. (*** **-*** ***) Bleed

Les Dupont – Cinetik (E Child)
Tja, daß Franzosen den Schmusehouse erfunden haben sollen steht bei dieser Platte mal wieder als Gerücht da. Munterer Hardcoresound, Nicht zu schell, so 170 BPM auf Cinetik, wenn überhupt und ein endloses gequietsche zur Bassdrum. Kinderzimmer, Spielhallensound mit ziemlich netten Breaks in denen ironisch gegackert wird. Nicht ein Funken von Happyhardcore oder Gabbaattitüde des bösen Manns, sondern gradliniges rumalbern mit Sounds und der graden Bassdrum. Zwei Tracks kann man noch so vague mit Industrial urban Triphop in Slowmotion umschreiben, wenn man das will. Jedenfalls beeindruckende Tracks, die davon zeugen daß der Hardcoreunderground auch nicht tot ist sondern jenseits von Geschwindigkeitsnonsense ganz eigene neue Sounds sucht. Von Louis Frderic Apostoly und Didier Blasco, wem das was sagt. Pariser. (*** **) Bleed

Sandro Gialli (ACV)
Schon ein bißchen seltsam das Nebeneinander von deepen darken Oldschool Romaacidtracks und Gassenhauersampletracks, die allerdings nie so tief unter die Gürtellinie gehen wie die von Freddy K. Mitten im gradlinigsten Track tauchen dann auf einmal nach asiatischen Vocals klingende Syths auf. Die Geschwindigkeit steht manchmal in keinem Verhältnis zur Bassline oder man nimmt einfach eine Abzweigung mit der keienr gerechnet hätte. Wer sehr auf den Italienischen Sound steht, der wird hier vielleicht ein bißchen von der Tiefe vermissen die die Platten von Marco Micheli oder Leo Annibaldi prägen, aber irgendwie retten sich dann doch alle Tracks wieder in ihr ganz eigenes Nirvana hinüber. (*** **) Bleed

Bochum Welt – Phial EP (Axodya)
Vielleicht sollte man besser LP dazu sagen. 8 Trax. Und nicht ein einziger dabei der nicht absolut phantastisch ist. jeder Plattenverkäufer wüde einem das sofort als Rephlex Style andrehen wollen. Sollen sie machen. Jeh mehr Luete diese Platte mit nach hause nehmen, desto mehr glückliche Gesichter. Einige Tracks haben diese endlos schwebende Athmosphäre durch die eine seltsam gecuttete Bassdrum pockert. Andere erinnern wieder an Kraftwerk, auch wenn sie nicht mit dem 70ger Kitsch behaftet sind, der ja ansonsten der große Fehler bei den meißten Kraftwerkversuchen ist. Selbst Breaks vertragen die Stücke ohne weiteres. Bochum Welt ist einfach eine perfekte Welt. Eine in der nichts daneben gehen kann. Nirgendwo dürfte es diesen Monat mehr Musik für eine 12“ geben. (*** ***) Bleed

CD Reviews 95-09

Silver Sound – 60 (Rather Interesting)
Der erste Track deutet schon an daß es Atom Heart in ganz eigenwillige Jazzgefilde verschlagen hat. `Congo´ könnte ähnlich wie Tracks von Dr. Rockitt die Zukunft von Jungle andeuten. Eine Mischung aus extremem Freestyle und völlig leichtem Groove. Überdreht und überglücklich. Und die Zukunft ist doch Jazz, zumindest ein Teil davon. `Jazz´ ist dan auch irgendwie Jazz, aber auf ganz ganz andere Art. Eher eine Modifizierung seiner Interactive Music LP für einen funkigeren Groove. Sehr schräg, sehr überzeugend. `False Memories´ ist einer dieser Überstereotracks, sehr swingend auf der einen Seite, serh Ambient auf der anderen. Bevor ich jetzt noch weiter erzähle wie wundervoll diese LP Stück für Stück ist, fassen wir kurz mal zusammen daß Atom Heart in seiner kurzen Laufbahn mit eigenem Label schon mehr innovative Platten gemacht hat als die meisten Acts in ihrem Leben. Und das auf einer Monat für Monat Basis. Es wird langsam unglaublich. Aber Atom Heart ist einer der Leute, von denen man nicht nur alles blind kaufen sollte, sondern alles blind kaufen muß. Das ist ein Befehl. Silver Sound ist eine der besten Platten des des nächsten Jahrhunderts. (*** *** *) Bleed

Kobat (Source)
Vielleicht halten wir das jetzt mal alle für unglaubwürdig aber Kobat ist trotz penetranter Abwesenheit jeder Art von elektronischem Instument eine der besten Technowerke die dieses Jahr erschienen sind. Musik für präpariertes Piano. Damit die Welt auf den Kopf zu stellen ist schon schwierig, aber es ist nun mal geschehn. 13 Stücke die aus dem guten alten Holzkasten mehr an Klangvielfalt und vor allem mehr an Struktur herausholen als man sich vorstellen möchte. Jamie hodge liebt diese Platte. Jeder der sie einmal gehört hat muß sie lieben. Mit einem mal wird klar warum eigentlich jedwede Art von Arroganz gegenüber den Mitteln eine der größten Dummheiten ist die man begehen kann. Sehr ruhige, sehr ausfüllende Musik. (*** ***) Bleed

Electric Ladyland (ForceInc/Mille Plateaux)
Man kann den Triphophype einfach nicht unkommentiert lassen und so scheint diese CD entstanden worden zu sein. Nahezu jeder Force Inc Act, aber auch Gäste wie Himadri, Abe von Tension Records oder Mouse On Mars haben einen Track beigesteuert um dem stellenweise etwas zu Barlastigen Image einer Musikform an den Kragen zu gehen die, wenn man allerdings genau hinsieht nur wenig mit dieser Compilation zu tun hat. Am besten sieht man `Electric Ladyland´ als ein Statement für die Möglichkeiten jenseits der graden Bassdrum und obwohl die Tracks sehr verschieden sind, sowohl von ihrem Sound als auch von ihrer Denkweise, so bildet die CD als ganzes doch ein ziemlich klares Statement. Electric Soul For Rebels. (*** ***) Bleed

Being – Tide 2 (Spacefrogs)
Das ganz klar beste Release des Superstition Ambientsublabels. Being ist eine Art angenehmer Electrojazz, bei dem sich die analogen Präzisionssounds mit Samples auf einmal extrem gut vertragen. Gleichzeitig bildet ein sehr reduzierter 808 Groove die Basis auf der sich die Tracks entfalten können. Selbst wenn die Tracks stellenweise etwas klassisch anmuten bewahren sie immer noch ihren ganz eigenen Charme, der sie irgendwo zwischen Move D und Sensorama ansiedelt. Siver Surfer Sound. (*** **) Bleed

Waxmaster – Let Me See Your Foot Work (dancemania)
Nicht die erste Dancemania CD aber wie jede die beste. Falls die eines Tages soviele CDs machen wie sie zur Zeit Platten rauspuschen, dann kann man getrost die hälfte der derzeit auflegenden DJ´s rausschmeißen und durch einen ordentlichen CD Wechsler ersetzen. Sorry. Motherfukin Kindergardenstylee. (*** ***) Bleed

DJ Food – A Recipe For Desaster (Ninja Tunes)
Coldcut sind in ihrem eignen Feld unschlagbar. Die fettesten Grooves, die schrägsten obendrein, die seltsamsten Verknüpfungen von Stilen. Mo Wax kann einpacken wenn sich das rumspricht. Einfach zeitlose Tracks durch und durch, die verdrehtesten Breaks die man jemals auf Triphopgeschwindigkeit hören wird, ein paar extrem gute Intelligent Jungletracks, sehr abwegig jazzige Eskapaden in sämtliche Kulturen diesseits des Mondes. DJ Food. Mehr als das. Der Titel der LP lügt nicht. Coldcut bewegen sich immer weiter raus ohne dabei den Groove zu verlieren der sie prägt. Wenn das die Zukunft von Funk ist, dann kann es nicht schnell genug gehen. (*** ***) Bleed

Temple Of Electronica – The Ocean Blue Jam Sessions (Temple Rec./XXC3)
Wir bewegen direkt von anfang an mitten im fettesten Groove eines oszillierenden Electronikwahns. Diese jamsessions sind vielleicht mer Tracks als man erwarten könnte, aber sie bewegen sich in sich selbst mit einer unendlichen Sicherheit. Man kann nicht davon ausgehen hier einen bestimmten Stil von Musik zu hören sondern muß sich auf eine Reise durch alle Welten des analogen Kosmos gefasst machen, in dem alles zu jeder Zeit passieren kann. Die Vorstellung daß es genau so in den Ocean Blue Studios zu jeder Zeit ist, daß sich rund um die Uhr dort eine musikalische Avantguarde bewegt die aus dem Rauschen eine Welle nach der anderen zieht, sie verschlingt und alles in einen endlosen Kreislauf übergehen läßt ist vermutlich nicht mal falsch. Sehr intensive acht Tracks um Walker und jeden der ihm unter die Finger kam. (*** ***) Bleed

Temple Records NYC – Volume One (TempleRec.)
Eine Compilation mit Tracks die aus der zusammenarbeit von Walker, Kahn, Jammin Unit und den Vereinigten Staaten von Amerika entstanden ist. Werdabei den kürzeren gezogen ist versteht sich von selbst. Nur wenige der Tracks sind bisher als 10“ erschienen und bei den meißten anderen kann man es kaum abwarten. Solid Steel Acid Tracks die jedem der auch nur einen Funken Verstand hat das Herz aus der Nase ziehen, es durchlöchern und mit einer Wurmkolonie wieder einpflanzen. Sehr fette sehr aggressive sehr tief groovende Tracks. Alle. (*** ***) Bleed

Philip Jeck – Loopholes (Touch/Semaphore)
Endlich mal ein Instrumentenlineup auf einer Platte das sich gut liest. Dansette, Pye & Bush Plattenspieler, Uher, Akai & Fostex Taperecorder und Casio Keyboard. (Das ganz billige mit den vier Sampletasten, ich habe auch so eins, da hört man die alten Freude wieder). Und damit bastelt Philip Jeck eine CD zusammen die es an Soundtiefe und vor allem an eigenwilligen Strukturen mit dem Rest der Welt aufnehmen kann. Wie der Name schon sagt ist das eine ziemlich Looplastige Platte, aber eine die die Loops gerne aneinander vorbeirudern läßt wie ein aus der Verankerung gerissenes Riesenrad. Schade daß man diese Tracks nicht Industrial nennen kann, denn sie haben nichts von einer an der Industrie krankenden morbidität, sondern bewegen sich wie kleine Mantras tief im Glitzern der Augen unerschrocken weiter in das Angesicht des Kosmos. Großartige Platte. (*** ***) Bleed

Touch – Sampler (Touch/Semaphore)
Was sich hier aus der Szene die wirim letzten Heft noch mit Industrial Listening umschrieben haben versammelt ist ziemlich beeindruckend, auch wenn vielleicht nicht jedem jeder Track etwas sagen wird. Wer sich einen Überblick über eins der wichtigsten Label in diesem Feld von Musik verschaffen möchte und bereit ist dafür seine Ohren herzugeben, der sollte versuchen diese CD irgendwo aufzutreiben. Zu vielseitig um sie zu beschreiben, aber ein absolut phantastisches Machwerk. Das ist sicher. (** ***) Bleed

Eno/Wobble – Spinner (All Saints)
Eno, einer der Pioniere in Sachen Ambient überhaupt, und neuerdings ziemlich engagiert im Kampf für Bosnische Flüchtlicng, hat die Tracks dieser CD für den letzten Film von Dereck Jarman geschrieben, und Jah Wobble, Bassist und Spinner hat sie für ihn nocheinmal überarbeitet. Das Ergebnis ist eine dieser CDs die man lieben oder hassen muß. Manche der Tracks sind glitzernde Ambienttracks, die Enos Fähigkeit Musik herzustellen die eigenlihc mer eine Umgebung ist als ein Stück, mal wieder beweißt. Einige sind mit einem leichten Drumbacking zu treibenden Fahrten durch eine Landschaft ohne Ende geworden. Jeh nach Stimmung ist diese CD entweder genau richtig oder absolut tödlich. (*** **) Bleed

Seed – Vertical Memory (Beyond)
Paul Schütze dürfte aufmerksamen verfolgern von Filmabspännen kein unbekannter sein, denn er schreibt Filmmusik. manche kennen ihn vielleict auch von der R&S Uzecht Plaush LP. Ich kannte ihn vorher gar nicht, verstehe aber in welcher Form er beeindruckt. Die Zehn Stücke rücken ihn in die Nähe von Philipp Glass, wenn er jehmals Ambient gemacht hätte. Überblendungen zwischen den Tracks, Wiederaufnahme von Melodiefetzen, Gluckern, röhrenartige tiefe Sounds, Glöchen, deren asiatischer Touch nicht zu verheimlicht werden braucht, digitale Ästhetik in jeder Sequenz. Vertical Memory ist ein schönes, nur oberflächlich ambientdubbiges Album geworden, das trotz abrupter Wechsel immerwieder neue Facetten einer akustisch halluzinierten Landschaft hervorbringt, die an den teils soliden Grooves unbefangen vorbeiwehen. (*** **) Bleed

Microstoria – Init Ding (Mille Plateaux)
Sensationeller Titel, lamentables Cover. Man findet natürlich in diesem Coprojekt von Markus Pop, Oval, und Jan Werner, Mouse On Mars, diese schleichende Digitalität wieder, diesen zu Staub gewordenen Klang einer zerstückelten Wirklichkeit, den man an Oval zum ersten Mal als zentrales Moment wahrnehmen mußte und die Gegenständlichkeit der Sounds die Mouse On Mars immer wieder durchscheinen lassen. Auch die Titel lesen sich wie eine Art Quersumme aus den letzten LPs der beiden. Die Musik allerdings ist anders. Echoloser nonfunktionaler Hardwarediskurs der wie nebenher noch schön ist. Eigenartig lebendig minimalrepetitive Musik, deren Auflösungsebenen zusammenwirken können ohne ihre jeweilige Identität zu verlieren. Klingt, wenn man es mal in einen global gelebten Wortgebrauch umschreiben möchte, wie kaputte Spielautomaten, maschinelle Geräuschstatik und Glocken in jeder Tonlage in einem recht losen, recht präzise, stufig wechselnd positioniertem Hörraum. Zuhause ist mein Lieblingstrack, vielleicht. (*** ***) Bleed

Tetsu Inue – Slow and Low (Fax)
Wer hätte schon mal einen so elegischen Track von Tetsu Inue gehört wie die zweite Hälfte von `Man Made Heaven´. `Slow and Low ´ ist eine Art Vermächtnis an das langsam wachsende Verstehen einer Form. An die Bewegung in den unteren Sphären der Wahrnehmung die alles ist. Elegie ist eine Form dessen. Viele der Tracks (wenn man nicht vielleicht besser wieder Stücke, oder noch besser Wesen, sagen sollte, denn sie haben nichts repetitives, alles übergreifendes grundlegend durchgehendes, sind keine gradlinig verzweigten Strukturen) auf dieser CD bewegen sich von einer Art prähistorischen Transistorqualität hin zu niederfrequenten Wellenschlägen in absurde Bereiche von Klang, der sich von seiner Struktur herauslöst um Bewegung zu werden. `Slow and Low´ ist neben den Rather Interesting Releases eine der besten CDs in diesem Feld von Musik zur Zeit, das wirkliche Neuerungen bringt obwohl sie nichts versprechen. Ziellose Random Art Musik deren Wert sich an nichts messen lassen muß, weil sie auch ohne Hörer existieren könnte. (*** ***) Bleed

Steel (Mille Plateaux)
Endlos viele Variablen in endlos vielen Stücken auf dieser von Biochip C produzierten CD. Steel unternimmt nicht einfach den Versuch alles zu sein sondern ist dies tatsächlich auf sehr seltsame Weise. Extrem vielschichtig, überwältigend Komplex bis verschroben tüftelig. Knusprig gebratene Hardware. Viel Verzerrung, bis zur Unkenntlichkeit pulverisierte Beats und Klänge, deren Auferstehung erst noch kommen muß. Wer vermutet daß einige Tracks auf 78 brillante Hardcoretracks abliefern würden könnte Recht haben. Andere allerdings tun dies auf extremer Verlangsamung. Eine Spielerei mit der Zeit die ihre Folgen haben könnte. Monumentale Grauzone ohne IDs. (*** **-*** ***) Bleed

Alec Empire – Low On Ice (The Iceland Sessions) (Mille Plateaux)
Daß man als Punker mit Roots in Berlin in einer Art inneren Eiszeit lebt, die man überall hin mitschleppt, dumpf modulierte Beats (Pressetext) produziert, Musik die anders ist als alles da draußen, ist verständlich, schadet dieser Platte allerdings nicht im mindesten. Manche der Tracks hören sich an als würde man sie von außerhalb eines meterdick vereisten verlassenen Iglus hören. Random Sequenzen, solider gedämpfter Beat, viel Modulation, eine ordentliche Packung Vibrato. Diese `Ich bin ein Schlittenhund mit der Welt als Last´ – Ästhetik gepaart mit einer Säkhöesken Exotik hat seinen ganz eigenen Reiz. Island ist ein Sozialfall für sich, aber das hatte schon The Fall nicht davon abhalten können gleich zwei Drummer mit auf Islandtour zu nehmen. Vielleicht ist die Klarheit der Luft die man erwartet einfach prädestiniert für glorreiche Verwirklichung von Ideen. Irgendwie hat `Low On Ice´ etwas zierliches, zerbrechliches, eine erschütternde Niedlichkeit die man nicht mit Naivität verwechseln darf. Wollte man aus Anderssens Schneekönigin eine Art Clockwork Orange der Jahrtausendwende machen, was durchaus möglich ist, dann wäre `Low On Ice´ der ideale Soundtrack dafür. Wer sich, so unwahrscheinlich das sein mag, an die späteren Platten von Cindytalk, einem mitachziger Experimentalgruftact, erinnert, der dürfte einer der wenigen sein der jetzt schon vorweg weiß, wie diese Platte klingt und wirkt. Andere werden überrascht sein, daß auch die klassischen Pianoeinlagen nicht ihre Wirkung verfehlen . (*** *1/2-*** ***) Bleed

Second Nature (FAX)
Setzen wir mal vorraus daß Atom Heart, Tetsu Inue und Bill Laswell im Studio sitzen um diese Platte zu produzieren. Die Schnippischen unter uns vermuten dann die guten Passagen wenn Bill eingeschlafen ist. Kann natürlich niemand wissen, aber manchmal klingt es eben extrem nach Atom Heart oder Tetsu und dann klingt es sehr sehr gut, wie das eben so ist. Sehr ruhig, sehr malerisch, sehr klangversessen, zuweilen analog/digital midiesk groovy, dann wieder ein einziges langes Ausatmen. Wenn es krebst, zwitschert und wimmelt dann ist es Second Nature. (***-*** **1/2) Bleed

Pete Namlook – Seasons Greetings-Summer (FAX)
Virtual Reality braucht Virtual Seasons, überhaupt alles was es so sonst auch gibt. Ob diese Serie neu ist oder nicht, ob es zu diesen Oden an die vier Jahreszeiten auch die drei übrigen schon gibt oder noch geben wird läßt sich aufgrund problematischer Informationspolitik Namlook/Bleed leider nicht herausfinden. Schade. Denn diese flirrenden 50 Minuten+ haben eine gewisse Eleganz in ihrer linear monochromen Tonalität die man sich öfter mal wünscht. Ein Lichtstrahl und schon beginnt die Welt ihr Leben. Wie in einem Zeitrafferfilm, der die Entstehung der Welt von Tag zu Tag mit einer messerscharfen Intensität verfolgt. Je länger der Tag allerdings dauert, desto musikalischer wird er, das kann einen ein wenig beunruhigen. Im Grunde die konsequente Fortführung von `Kooler´, auch wenn man glaubt in den 60gern schon mal etwas ähnliches gehört zu haben. (*** **1/2-***) Bleed

BRD Reviews 95-09

Absolute – Second (Force Inc)
Die neue Heinrich Tillack geht andere Wege als seine Jackpot Releases. Zumindest der erste Track. Die Melodien sind treibender, tiefer, es sind wieder diese unergründlich bedrohlichen und gleichzeitig friedlichen Gleitflüge zwischen Wolkenkratzern. Monochrome Schnappschüsse einer aus wenigen Elementen perfekt zusammengesetzten Welt, in der nichts Bedeutung haben muß. Der zweite ist wieder eins dieser Casiodumworkouts, die er zur Zeit so zu schätzen weiß, und die seine Tracks manchmal in die Nähe von Chicagohouse bringen. Der dritte funktioniert hauptsächlich durch seine extrem dyamische 303, die sich in verborgenen Hallwegen tummelt um ab und zu an die Oberfläche zu stoßen, und den Rest des Tracks mitzureißen, so daß er fast eine Basic Channel artige Qualität bekommt. Der letzte ist ein langsam auftauchender tiefer flickernder Track, der sich immer weiter selbst zerstört. Heinrich Tillack wird sein Stop & go Verfahren wohl nie aufgeben, aber es schafft stellenweise diese ganz eigenartige Form von Breaks die den Stücken immer wieder neuen Antrieb geben. (A1&B1&2*** **A2****) Bleed

Ian Pooley (Force Inc US)
Aus irgendeinem Grund hört man Ian Pooley bei manchen Tracks immer wieder seine Geschichte an. Mitten in einem trockenen treibenden Technohousetrack, der die ruhigeren Parts seiner Twin Gods Reihe mit hölzernen Drums verbindet, finden sich Soundfragmente einer Breakbeatvergangenheit. Glasklare Ästhetik, die sich immer mehr in Richtung Perfektion bewegt, ohne dabei auch nur einen Gedanken an Formalitäten zu verschwenden. Der erste ist ein besinnungsloser Sommertrack, der zweite ein sinnlicher Sommertrack und der dritte liegt genau dazwichen. Alles so dezent wie möglich moduliert um nie in den Verdacht einer Wildpitchcopycathaltung zu kommen. Angenehm, nett, beruhigend, neutral und universell. (*** **) Bleed

E.C.P. (Riot Beats)
Ziemlicher Videospieldrum & Bass. Mir gefällt das wesentlich besser als seine letzte EP auf Riot Beats. Backspins, zerknitterte Breaks, viele untighte Loops die sich in verschiedensten Spiegelungen betrachten und eine Mein-Atari-Stirbt Melodie. Auf der BSeite findet sich dann wieder eine Bassline und die Breaks erinnern ein bißchen an Ibizastyle, das arabische Sample erinnert verdächtig an Hanins Track auf Electric Lazyland. Ohne viel Attitude zwei ziemliche kickende Tracks. (*** **) Bleed

Triple Fat Systems – Crackerjack Sticks (Force Inc)
Wahrscheinlich ist es nicht so gedacht, aber Triple Fat Systems machen Tracks bei denen dem Funk der Magen umgedreht wird. 4 Tracks die jede Sekunde genau wissen was sie wollen und denen dazu jedes Mittel Recht ist. tief bohrende Pressluftpumper, deren Chicagoer Ursprünge nur noch ab und an einmal dezent in notorischen Tastendrückermelodien aufkreuzen. Fetteste 909 der letzten Monate. Die Drumpattern könnten stellenweise aus den besten Punisher Zeiten stammen. Tja, House ist definitiv nicht mehr was es mal war, und Unterscheidungen machen immer weniger Sinn. Der neue 909 King. Fett. (*** ***) Bleed

4 E – Dont fuck (Force Inc)
Die neue 4 E ist ein Killer. Das mal vorweg. 3 Tracks, die lose auf Dope Beats basieren, darüber enlos verspielte 303 Sequenzen, also nichts außergewöhnliches, auf den ersten Blick. Allerdings sind alle drei Stücke in ihrer eigenen Art so überdreht kraftvoll, daß man sich ihnen nicht entziehen kann. Die A-Seite dürfte das tragende Gegenstück zu Higher State Of Conciousness sein. Kein endloser Aufbau, sondern gleich mitten ins Geschehen und das in einem enlos relaxten Groove der um sich wie einen Himmel aus Ebenen flattern läßt. B1 läutet über einen trockeneren schnelleren Groove den Untergang und die Auferstehung von Disco ein. Der funkigste Track des Monats, gewaltig euphorisch. B2 ist ein eher düsterer Track, der durch seine zischelnden Seqeunzen alles mitreißt was vor ihm auftaucht. Freeform Analogien, deren Rücksichtslosigkeit gegenüber der digitalen Welt Kreisläufe entstehen läßt deren organische Präzision unerträglich monstös ist. (*** ***) Bleed

Ultrahigh – And The Law (Force Inc)
Was genau Ultrahigh mit dem Titeltrack eigentlich wollen ist mir nicht ganz klar. Jedenfalls braucht der Track eine Weile um sich von dem Sample zu erholen und zu der Form zurückzufinden die Ultrahigh ihrem Ruf und Namen gerecht werden läßt. Hat er sich allerdings einmal eingegrooved dann ist der Track ein ziemliches Feuerwerk. Ein bißchen offensichtlich aber funktionstüchtig. Der zweite Track läßt einen langsam vermuten daß diese EP soetwas wie ein aufruf zum Kampf sein soll. Die Methode aggressive bedrohliche, Samples gegen einen kompakten 303/909 Groove zu setzen haben UR während ihrer Riot Phase etwas überzeugender hinbekommen, aber die Zeiten ändern sich. Die beiden Tracks auf der Rückseite verstärken den Eindruck noch und man kann sich kaum noch die Surroundings für genau diese Art von Tracks vorstellen. Ein Dinosurier, ein Relikt aus den Zeiten in denen jeder Bunker genau der Platz war den man Nachts suchen wollte wirkt zwar etwas deplaziert, könnte aber einiges bewirken. (*** **) Bleed

Juan Atkins presents Magic Tracks (Tresor)
Warum eigentlich erst jetzt, und warum nur eine Hälfte der tracks auf Vinyl erscheint ist mir ein bißchen schleierhaft. Vielleicht hat man bei Tresor gemeikt daß die ersten Bootlegs im Umlauf sind? Jedenfalls hier versammelt 4 Tracks aus Detroit, deren Wirkung auch nach einem Jahr oder mehr so unergründlich ist wie eh und jeh. Ein sehr passender Titel in diesem Sinn. Infiniti gleich mit zwei völlig verschiedenen Tracks) , Drexciya und Ron Cook zeigen schon die ganze Bandbreite musikalischer Innovation aus einer Stadt die nicht zu unrecht immer noch diese mythische Aura trägt. Detroit wird wohl immer einer der wichtigsten Referenzpunkte von Techno bleiben, deren Kompromislosigkeit jenseits aller Kleinkriege für eine musikalische Perfektion sorgt. (*** ***) Bleed

Air Liquide – (Harvest)
Tja, was soll man zu dieser LP noch sagen. 4 fach Vinyl mit endlosen Remixen und original Tracks, die in einer ziemlich unglaublichen Bandbreite alles auffahren was der Maschienenpark zu bieten hat. Wer nach Jammin Units `If There Was No Gravity´ Workout oder nach `Knifflige Fragen´ nicht einsieht daß Air Liquide eine der großen Acts dieser zeit sind, der sollte sie mal live sehen und sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Extrem gute LP von viel zu netten Menschen. (*** ***) Bleed

Toys Come To Live – Get It On (Ladomat)
Waren die letzten Veröffentlichungen alle ziemlich überzeugend, so ist das hier der reinste Kirmeshouse. Zugegeben es ist ganz gut Produziert, aber das sinnlose Georgel und all die anderen kleinen Schweinereien hätten doch nicht sein müssen. (**) Bleed

DJ Enrique (Ladomat)
Das ist dann schon wieder besser und kann sogar ohne weiteres an Sensorama oder Netto anknüpfen. `Mink A Day´ ist ein megahektischer Housetrack mit dezentem Geklimper und sehr feinen Vocals im Hintergrund. Man bekommtdas Gefühl hier hat jemand der absolut unfähig ist einen Housetrack machen wollen, was den Reiz eigentlich nur steigert. `Time is A Lover´ sampled dann auch noch gleich die heimischen Workshop auf eine Weise die ihnen wesentlich gerechter wird als die Whirlpoolmixe. `Amongst´ könnte schon fast wieder ein DJ Sneak Track sein, wenn die Vocals nicht so unglaublich daneben wären. So kleiner Kaktus Stylee. `Combination´ ist ähnlicher Schwachsinn auf muppetbasis oder so. Gut sehr Gimmiki die Platte aber zugegeben ziemlich witzig. (*** **1/2) Bleed