Disko B Label-Portrait

Disko Bombs on Munich
Disko B ist ein Label, dessen Platten in DJ Cases immer haüfiger zu finden sind. Das mag an de Qualität der Platten liegen, aber auch an dem beiten Spektrum b.z.w. der Offenheit des Labels, alles das zu veröffentlichen was gefällt. Den Durchbruch International, hat das Label letztendlich durch seine geschmackvollen Veröffentlichungen, wie der Red Bull from Hell EP, sowie Robert Görls Psycho EP, geschafft. Auffallend gut auch die Zusammenstellung der Energy Compilation, als bis dato letzte Veröffentlichung auf Disko B.
Frontpage sprach mit Disko B über die Hintergründe:

FP: Was bedeutet Disko B und wie hat alles angefangen?
DB: Disko B wurde Ende 90 gegründet als Disko Bombs und war konzipiert als Dancefloorabteilung von Sub Up Records, was eigentlich auch ein Label ist von uns ist, welches Independent Musik seit 1986 veröffentlicht. Die ersten Platten auf Disko Bombs waren zwischen Techno und Rave angesiedelt. Es waren ziemlich unterschiedliche Sachen darunter und als wir 1991 mit der ULTRAWORLD anfingen, einem relativ regelmäßigem Rave, war es klar , daß Disko B so nicht weitermachen würde. Wir wollten D. B als Techno Label etablieren und hatten damals Probleme, weil es in München kaum Leute gab die etwas produzierten. Das ist der Grund warum es erst dieses Jahr so richtig in Schwung kam.
FP: Ich erinnere mich daran, das ich damals dieses experimentelle Video von Silicon Soul auf Tele 5 gesehen habe, das hat mich umgehauen und ich habe mir direkt die Platte gekauft.
BD: Ja, Silicon Soul war die erste Maxi auf Disko B. Wir haben das Video an Tele 5 geschickt und die fanden es toll und haben es in ihren Charts plaziert.
FP: Der Video war ja irgendwie revolutionär. Gerade dadurch, daß hier mal nicht mit 2500 Farbabstufungen und Computeranimation gearbeitet wurde, sondern nur mit einem zuckenden “Farbklecks”.
BD: Das war eines der billigsten Videos, die es je gab. Das war ganz einfach ein Ocillograf der von der Musik angesteuert wurde. Einfach 1:1 übernommen. Aber nicht zu vergessen im Hintergrund waren, schneller als das Auge sieht, Messages eingeblendet.
FP: Sind mir nicht aufgefallen!
BD: Ja, daß sieht man auch nicht. Karl Schäfer, der Kopf von Silicon Soul hat das absichtlich so gemacht das man es nicht sieht. Aber er ist trotzdem überzeut, daß die Messages auf das Unterbewußtsein wirken. Ich kann das jetzt garnicht mehr so im Wortlaut widergeben, wie der Inhalt der Messages war, daß ist ja nun schon über 2 1/2 Jahre her, aber auf jeden Fall war der Inhalt sehr anarchistisch.
FP: Wie bist du eigentlich auf Disko Bombs gekommen?
BD: Das bezeichnet den Angriff auf alle konservativen Discos. Das Bombardement mit guter Musik. Disko Bombs hat uns dann irgendwann nicht mehr gefallen, besonders wo es dann konzeptionell klarer wurde, daß wir strictly Techno auf ihm machen wollten. Dann haben wir gewechselt zu Disco B, weil das neutraler ist, jeder kann sie da was anderes drunter vorstellen.
FP: Kurios, ist ja der Umstand, das ihr Robert Görl unter Vertrag genommen habt, um den es nach DAF sehr still geworden war. Wie kam das zustande?
DB: Ich habe ihn eigentlich über den DJ Goodgroove kennengelernt, der hinter Pulse steckt. DJ Goodgroove ist schon länger befreundet mit Robert. Auf jeden Fall haben die dann zusammengearbeitet und es mir dann mehr oder weniger angeboten und ich habe dann zugegriffen, fands ziemlich geil. Ich habe mich dann mit Robert auch sehr schnell befreundet. Wir haben dann auch versucht ihn aus den Verträgen bei Warner zu bekommen, die für ihn überghaupt nichts gemacht haben in den letzten Jahren und speziell mit den neuen Sachen überhaupt nichts anfangen konnten.
FP: Spielten da vielleicht noch andere Gründe eine Rolle, ich meine z.B. die Tatsache, das er mit DAF zu den Vätern der elektonischen Musik gehörte?
DB: Meiner Meinung nach hat er bei einer der innovativsten deutschen Bands mitgespielt, die als Vorreiter in Sachen Techno nicht zu über sehen sind. Ich fand es sehr witzig, daß er auf eimal zurückkommt mit einem neuen Produkt, daß auch, sagen wir mal der Zeit vorraus ist, die erste Robert Görl Maxi. Ich find sie sehr progressiv und daß hat mich sehr überzeugt, das einer der schon älter ist und damals wegweisende Platten gemacht hat, zurück ist, 10 Jahre später, wieder mit einer wegweisenden Scheibe. Das muß doch genügen einen Labelchef zu
überzeugen.
FP: Ist er dir nicht schon in München über den Weg gelaufen, ich meine, Robert lebt doch in München.
DB: Vorher nicht. Der Robert lebt eigentlich zimlich zurückgezogen. Erst seit den ganzen Releases ist er öfters mit uns zusammen. Wir sind doch noch irgendwie mehr eine Familie, die auch mal öfter zusammen ein Bier trinken geht und da ist er inzwischen auch dabei.
FP: Wo ist die Psycho EP eigentlich am besten angekommen?
DB: In England und New York!
FP: Warum nicht in Deutschland?
BD: Weil es wenige DJs gibt die abstrakte Musik auflegen, was vor ein zwei Jahren ganz anders war, da war die Techno Musik noch viel freier. Es gibt viele DJs, die den selben Stil spielen, wenig die überraschen können.
FP: Du machst ja ziemlich viel. Neben deinem Label und dem Club hast du auch noch einen Plattenladen in München.
DB: Bei Disko B laufen eigentlich mehere Sachen zusammen. Mir gehört, mit vier anderen zusammen, der Optimal Schallplattenladen, Ultraworld und Sub Up/Disko B. Im November machen wir hier einen Club auf.
FP: Wenn man vor dem alten Flughafen steht, ist das schon sehr befremdent. In der Art wie alles zweckentfremdet wurde b.z.w. alles mit Graffitis übersäht ist, sehr apokalyptisch. Wie kam es dazu, daß ihr euch da niederlassen konntet?
DB: Das ist auf jeden Fall deswegen passiert, weil der Flughafen umgezogen ist, nach Erdingen, in ein ehemaliges Naturschutzgebiet, was jetztz natürlich keins mehr ist. Der Flughafen stand dann leer und was macht man mit einem leeren Flughafen, mann vermietet ihn. Im Vorfeld gab es sechs Bewerber die den Flughafen haben wollten. Zum Glück muß ich sagen, hat sich dieser Wolfgang Nötz dürchgesetzt, weil wenn es ein anderer geworden wäre, ständen da jetzt vielleicht Lagerhallen. In München hat sich ganz langsam, wieder eine liberale Politik bemerkbar gemacht, in den letzten Jahren und das hat bestimmt auch damit zu tuen, daß es keine Probleme gab in dem Flughafen ein Freizeitzentrum entstehen zu lassen. Die Stadt kann auch froh sein, dort draußen gibt es keine Lärmbelästigung und die haben die ganzen kids aus der stadt herraus.
FP: Wie ist Ultraworld enstanden?
DB: Ultraworld ist ´91 entstanden. Wir haben am Anfang immer unsere Parties in der Kulturstation gemacht, einem der eher schmutzigen Läden in München, den hier ist ja alles so schön clean und snobby. Wir wollten auch damals ein bisschen so einen Gegenpol zu Parkcafe und Babalu Techno schaffen und haben vor allem Münchner DJs gefeatured, wie Olaf, Woody, Hell, DJ Goodgroove und Electric Indigo. Die haben ja alle, wie es sich später zeigt, Talent bewiesen. Jetzt ist Monika dabei, Dak, Upstart, Radikal, der sich jetzt endlich in Captian Reality umbenannt hat. Auf jeden Fall gibt es DJs, die von der Ultraworld als dem größten Rave in Deutschland sprechen, auf dem mehr schräger und Underground- Techno läuft als sonst wo. Mit den Großraves werden wir langsam aufhören, b.z.w. sie stark drosseln und Anfang November unseren neuen Club aufmachen.
FP: Wie kam es dazu, daß ihr gerade ihr den Energy Sampler veröffentlicht habt? Warum haben das die Schweitzer nicht selbst in die Hand genommem?
DB: Da der Gregorie und der Thomas von Energetic Records, so dermaßen überarbeitet waren, wegen ihrem, daß muß man sagen, wirklich gelungenem Rave und wir befreundet sind, haben wir uns zusammengetan. Sie haben die ganze A&R Arbeit übernommen und ich habe die ganze Produktion übernommen.
FP: Wer macht Disco B?
DB: Das sind im Grunde Richie und sein Bruder, die ein Studio in München haben, in dem wir die letzten Stücke mit DJ Hell und Electric Indigo gemacht haben, und ich.
FP: Wann bringst du als DJ Upstart deine erste Platte raus?
DB: Kommt Zeit kommt Upstart.

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