Hands on Spionagekugelschreiber

Alltagsgegenstände mit Video-Funktion zum unauffälligen Ausspähen hatten wir hier schon wie Sand im Perflussdelta, allerdings bisher nicht im Praxistest. Den haben wir jetzt endlich nachgeholt und zwar mit einem Spionage-Tool in klassischer James-Bond-Manier:

Der Video-Kugelschreiber ist wohl eines der gradlinigsten Spionage-Tools und nach ausgiebiger Testerei ist das im Schnüffleralltag auch goldrichtig so – niemand beachtet diesen klobigen Kuli, zudem er auch als regulärer Stift zu gebrauchen ist. Selbst wenn man den Opfern die heimlich gefilmten Videos umgehend zeigt, haben viele den Stift zuletzt im Verdacht.

Als Ergebnis der konspirativen Praxis erhält man Videos (AVIs mit 640 x 480 Pixeln) in durchaus ansprechender Qualität. Dagegen fallen die Fotos (1280 x 960 Pixel) deutlich ab, gleiches gilt leider auch für die Audiospur der Filme, vor allem wenn man den Stift bewegt, gibt es üble Störgeräusche.

Um das erbeutete Material zu sichten, schraubt man den Kuli einfach auseinander und steckt die obere Hälfte in den USB-Port, der 2GB-Speicher im Stift wird dann wie ein USB-Stick als Laufwerk angezeigt.

Richtig interessant wird das Gadget allerdings erst, wenn man es nicht zum Ausspähen benutzt. Sondern beispielsweise zum Dokumentieren eigener Ideen, was dann schwer in Richtung Smartpen geht, aber spielerischer kommt als durch und durch ernst gemeinte Superstifte wie der Livescribe Echo.

Seine Erfüllung hat der Spionagestift aber letztendlich als Experimentalfilmer gefunden, der immer wieder mit neuen Digital-Distortion-Tricks zu überraschen vermag. Der Spionagestift ist bei im Online-Shop getDigital für 39 Euro zu haben, was nur ein bisschen über dem gefühlten Spontankaufpreis liegt, also durchaus im fairen Bereich.

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