Call of Duty: Black Ops

Der Strom an Shootern reisst nicht ab. Dabei könnte man schon ein Quiz veranstalten, aus welchem Titel diese Schneelandschaft und aus welchem jene Hubschraubersequenz stammt. Am Ablauf der Kampagnen ändert sich höchstens die Reihenfolge von Schützengraben, Dschungelcamp und Raketenbasis. Trotzdem ist es bei dem heiß erwarteten Nachfolger der Call of Duty Reihe wieder mal gelungen, rund um die altbekannten Kriegsschauplätze eine ganz ansprechende Story zu stricken. Zusammengehalten werden die einzelnen Level durch einen Rückblick auf die Zeit des kalten Krieges, irgendwann in den 1960ern. In einer beklemmenden Verhörsituation werden nacheinander die Puzzleteile eines Rätsels um mysteriöse Zahlencodes, Schläferzellen und Geheimoperationen zusammengefügt. Da geht es dann um Attentate auf Castro und Kennedy, die beinahe den Lauf der Geschichte verändert hätten. Zugegeben: So ganz neu ist diese Idee nun auch wieder nicht, aber insgesamt bekommt der Shooter Black Ops dadurch eher einen Agenten-Anstrich und wirkt nicht so ganz plump militärisch.



Die Entwickler von Treyarch, die in der Call of Duty Serie zuletzt für die Weltkriegsumsetzungen zuständig waren, entführen uns jetzt nach Kuba, Russland und Vietnam. Die Level im Kampagnen Modus sind, wie gesagt, nicht so einzigartig und insgesamt eher linear und straightforward, aber bspw bei der Flucht aus dem russischen Gefängnis und der Verfolgungsjagd über die Dächer Hong Kongs in strömendem Regen entsteht doch sowas, wie Atmosphäre. Ansonsten wechseln sich in der Kampagne langsamere Sniper-Sequenzen mit Gung-Ho Missionen ab und Fahrten im Jeep mit Hubschrauber Einsätzen. Mit etwa sieben Stunden Spielzeit erscheint der Singleplayer-Modus etwas kurz.

Ein anderer beliebter Modus, den man in abgewandelter Form auch bereits aus anderen Titeln und in dieser Form aus World at War kennt, ist der Survival-Modus. In unterschiedlichen Umgebungen gilt es, sich möglichst lange gegen anstürmende Zombies (was sonst) zur Wehr zu setzen. Anfangs steht einem dafür nur eine Pistole zur Verfügung, aber mit Punkten, die man für abgeschossene Zombies und für verbarrikadierte Türen kassiert, kann man Lebensenergie, weitere Waffen und Upgrades erwerben. Wie so oft im Survival Modus ist die Steigerung des Schwierigkeitsgrades relativ steil und nach einigen Leveln wird’s ganz schön hektisch. Leider passiert es dann viel zu häufig, dass man erwischt wird, während man die Türen vernagelt. Der Zombie-Survival Modus spielt sich deshalb auch am besten zu viert.

Der Modus mit der höchsten Halbwertszeit ist aber wohl der Multiplayer. Hier stehen erstmal vierzehn Maps verschiedener Größe und für unterschiedliche Domination-, Capture the Flag-, oder normale Deathmatches zur Verfügung. Eine hervorragende Möglichkeit für Anfänger, die Maps kennen zu lernen, ist das Kampftraining, bei dem man gegen AI-Gegner kämpft, das aber unter normalen Multiplayer Bedingungen. Wie in vorherigen Call of Duty Spielen auch, gibt’s für gute Spiele Punkte, mit denen dann weitere Maps, Waffen oder Ausrüstungs-Upgrades eingekauft werden können. Diese Punkte können aber auch für Herausforderungen eingesetzt werden. Wenn man dann allerdings eine ausgewählte Herausforderung, wie zB fünf Kopftreffer nacheinander, nicht schafft, sind die Punkte futsch. Ein anderes Belohnungssystem während der Kämpfe bieten die Killstreaks. Für Trefferserien lassen sich Specials, wie Aufklärungshubschrauber, Störsender, Napalmangriffe und die ferngelenkte C4 Ladung einsetzen und entscheidende Vorteile fürs eigene Team herausholen. Fahrzeuge gibt’s leider bei Call of Duty immer noch nicht. Die Verteilung der CoD-Punkte und die Möglichkeiten, den eigenen Charakter nach Geschmack mit Hintergrundbild, Tarnfarben usw zu modifizieren, erhöhen die Spielmotivation enorm. Die unzähligen Statistiken und Orden nach jedem Match und nicht zuletzt die Xbox-Live Achievements sorgen für ständige Erfolgserlebnisse. Ehrgeizige Spieler haben an Black Ops sicherlich lange zu knabbern.

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