Mindjack

Die Idee, die hinter dem 3rd person Shooter Mindjack steht, ist eigentlich ganz gut: Mit Hilfe eines Mind-Hacks kann man die Kontrolle über andere Personen und auch Maschinen übernehmen. Im Vorspann zu dem Spiel der japanischen Entwicklerfirma FeelPlus sieht man, welche Auswirkungen das haben könnte: In einem hypercleanen Überwachungsstaat fangen plötzlich Soldaten an, sich gegenseitig abzuballern und harmlose Passanten verwandeln sich in brutale Killermaschinen. Ursache dafür scheinen die roten (bösen) und blauen (guten) Mind-Energieen zu sein, die frei herumschwebend sich ihre Opfer suchen. Wie gesagt, erstmal vielversprechend…

Im Spiel selbst übernimmt man dann die Rolle eines Federal Agents und seines stereotypen weiblichen Sidekicks, um die undurchsichtigen Beziehungen zwischen einem multinationalen Konzern und der Staatsmacht aufzuklären. In einer „Resident-Evil“-artigen Schulterperspektive geht’s dann durch ein ganz ansehnliches Großstadtszenario, in dem man ständig darauf wartet, dass das Spiel irgendwie besser wird. Leider ist aber schon die Bewegung unserer beiden Protagonisten und auch die der Gegner extrem clumsy und die Schusswechsel gestalten sich derart statisch, dass man sich fühlt, wie Mitte Neunziger in einer roughen Beta-Version eines illegal gebrannten japanischen Playstation Action Adventures. Auch das Feature des Mind-Hack bringt nur bedingt eine Abwechslung. Zwar ist es ganz spaßig, zwischendurch mal den Körper des Helden zu verlassen und sich in eine Stewardess, oder einen Mechaniker hineinzuhacken und die Gegner von hinten zu überraschen, aber unter Umständen hat bis zur Rückkehr in den eigenen Körper die AI unseren Helden schon sterben lassen.

Die zweite grundsätzlich gute Idee ist die Möglichkeit, sich in einer Art Drop-In Game mit einer dieser frei schwebenden Energien in ein Kampagnen Spiel eines Freundes einzuhacken und da dann entweder mit ihm, oder auch gegen ihn zu spielen. Eine Spielervermittlung in einer Lobby für ein Multiplayer Spiel entfällt damit. Trotz dieser Möglichkeit, die dem Spiel immer wieder unerwartete Wendungen bescheren kann, bleibt aber doch das Gameplay so zäh, dass auch die Multiplayer-Freude nicht lange währt. So erschöpft sich dann auch relativ schnell die Neugier über den Ursprüng der Mindhacking-Technologie und die Hintergründe, die diesem ganzen Schlamassel zugrunde liegen.

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