The Michal Jackson Experience

Zu Michael Jackson kann man stehen, wie man will. Vorzugeben, um ihn oder seine Musik herumgekommen zu sein, wird schwierig. Und nach einer langwierigen, ja ermüdenden medialen Demontage wurde der König posthum wieder geadelt, da das kollektive Bewusstsein bei der Testamentseröffnung feststellen durfte, wie wertvoll seine Hinterlassenschaft doch ist. Seine Songs sind ebenso wie seine schillernden Bühnenauftritte die Aspekte, für die er in Erinnerung bleiben wird, und das ist wohl auch gut so.


Wirklich erfahren lässt sich das Schaffen dieses Ausnahmekünstlers wohl nicht. Einen schweißtreibenen Schritt, der es mir persönlich jedoch möglich macht, die Leistungen des Michael Joseph Jacksons besser wertzuschätzen, stellt das Videospiel zum toten Künstlers dar. Die Michael Jackson Experience basiert auf dem Prinzip der ungemein erfolgreichen “Just Dance”-Serie von Ubisoft: Bis zu vier Tänzer ahmen die auf dem Fernsehbildschirm gespiegelt vorgemachten Bewegungen mit Wii-Fernbedienung in der Hand nach und bekommen je nach Performance Punkte dafür. Das Prinzip zeigt schon: Dieses Spiel lässt sich auch aus dem Handgelenk “gewinnen”, Beinarbeit wird nicht wirklich bewertet. Aber ums Gewinnen geht es hier eh nur sekundär. Was zählt, ist das Geschehen im Raum, vor allem zu mehreren. Schon bei anderen “Performancespielen”, egal ob Samba de Amigo, You’re in the Movies oder auch Singstar/Lips, zählt der gemeinsame Spaß vor dem Fernseher mehr, als das eigentliche Videospiel im Game-Kontext.

In Fall von MJ Experience ist es vor allem eine respektbildene Maßnahme, Smooth Criminal, Black or White oder einen anderen der 26 Songs zu tanzen. Die Songauswahl repräsentiert netterweise die gesamte Schaffenszeit des Solo-Michaels. Dank Texteinblendungen darf sogar die Unglaublichkeit des synchronen Gesangs ausprobiert werden, was einiges mehr an Kondition voraussetzt. Persönlich habe ich das letzte Mal wohl bei der Übertragung der Winterspiele ’86 (Eiskunstlauf mit Kati Witt) Pirouetten vor dem Fernseher gedreht. Eine lehrreiche Erfahrung, wie leicht man bei derartigen Tanzschritten das Gleichgewicht verlieren kann und ein großartiger Spaß zu mehreren, da anders als bei den Just Dance-Teilen die Mehrheit der enthaltenen Songs wohlbekannt sind.

One Response

  1. Petra Pan

    “Im Fall von MJ Experience ist es vor allem eine respektbildene Maßnahme …”
    Sehr schön und absolut richtig formuliert. Danke dafür!

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