Kirby and the magic yarn

Kirby und das magische Garn erschien Anfang des Jahres für die Wii und bereichert seit dem das Genre der Jump n’ Run Plattformer  mit einem unwiederstehlichen handgemachten Charme. Der Kniff sind wieder mal die Texturen, die mit Leinen, Filz und Wolle uns thematisch in eine Nähstube entführen. Wie in einem Animationsfilm besteht Kirby aus Garn und wird mit jeder Bewegung, gleich einem Monogramm, neu auf den Hintergrund aufgestickt. Wir bewegen uns auf Tischdecken und Serviertenzipfeln und Bettlaken und Rocksäumen und plötzlich scheint alles möglich zu sein: Andere gestickte Monogramme hüpfen uns entgegen und hier und da setzen aufgestickte Perlen und Knöpfe und Reissverschlüsse ein neues Bild zusammen, das sich im nächsten Augenblick schon wieder auflösen kann. Kirby und das magische Garn wirkt oft wie ein Traum, in dem die gegenständliche Umgebung, an der man sich festhalten will, plötzlich in Bewegung gerät und neue Möglichkeiten eröffnet.

Dabei ist Kirby nie zu anstrengend, oder zu schwierig, sondern konstant abwechslungsreich und tendentiell zu einfach in den Minispielen, in denen man dann plötzlich mit einem Surfbrett über Wollfäden surft, oder mit einer Rakete auf Holzperlen ballert. Das Spektrum der Level deckt fast alles ab. Gelegentlich fühlt man sich an prominente Level aus anderen Nintendo-Titeln erinnert, wird aber im nächsten Moment schon wieder auf eine andere Reise mitgenommen. Zusätzlich zum optischen Genuss kommt aber auch das sehr angenehme Gameplay. Kirby kann nicht, wie sonst, seine Gegner einsaugen, sondern er spinnt sie mit einem Peitschenhieb ein, hüpft und segelt an einem Fallschirm oder greift mit der Stampf-Attacke an. Das alles geht auch sehr gut mit zwei Spielern, im kooperativen Modus von der Hand. Kirby und das magische Garn mag auf den ersten Blick wirken, wie ein Spiel für Kleinkinder, in Wirklichkeit handelt es sich aber um ein absolut ausgereiftes Feuerwerk an originellen Ideen.

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