Widerstand zwecklos – Der Online Pass kommt

Der Ego-Shooter Resistance: Fall of Men gehörte damals zum Launch der Playstation 3 zum Startpaket dazu. Resistance und Motorstorm waren für ein paar Tage die einzigen Spiele, die es auf der neuen Konsole gab. Während man mit Motorstorm seine Runden zog und sich über die dreckigen Rallye-Autos freute, kam Resistance eine andere Aufgabe zu: Der Shooter war gegen Microsofts Halo-Serie in Stellung gebracht worden und sollte zeigen, was Shooter-mässig bei Sony so geht.

Heute entscheiden Resistance oder Halo nicht mehr darüber, welche Konsole gekauft wird, da gibt es inzwischen ganz andere Argumente und trotzdem ist der Playstation-exklusive dritte Teil von Resistance immer noch extrem wichtig für die PS3 und zusammen mit dem anderen Shooter-Schwergewicht Killzone hat man die Konkurrenz bei Microsoft und Gears of War ständig im Blick. Eine ganz neuer Wind weht allen Online-Spielern jetzt allerdings mit Sonys Online-Pass entgegen, ohne den leider keine Multiplayer-Matches mehr geschlagen werden können…

Viel wichtiger als bahnbrechende Neuerungen fürs Shooter-Genre scheint bei Resistance allerdings die Weiterentwicklung eines unverwechselbaren, eigenen Stils. Da ist erstmal das Setting, das auch in Resistance 3 immer noch eine Alternativ-Realität in den USA der 1950er Jahre abbildet. Allerdings dieses mal mit einem neuen Helden, da der Protagonist des letzten Teils leider mit der Alien-Seuche infiziert wurde und elendig verreckt ist. Die Invasion der furchterregenden Chimera auf die Erde ist also auch im dritten Teil noch im vollen Gange und der verbliebene menschliche „Widerstand“ hat sich in geheime Höhlen zurückgezogen und kämpft einen verzweifelten Kampf, der ständig auch das Tempo des Spiels bestimmt.

Das Setting ist klug gewählt, denn die Reise zum Auge des Sturms geht quer durch die USA und Farm-Level, Strassenzüge und Hochhäuser der 50er Jahre stehen in einem Kontrast zur futuristischen Alien-Technologie der Gegner. Man hat atmosphärisch sozusagen das Beste beider Welten und kann sowohl mit futuristischen Knarren rumhantieren, als auch durch verfallene Stadtteile und Farmlandschaften streifen. Die gegnerischen Horden der Chimera sind zahlreich, gnadenlos und abwechslungsreich, wobei vor allem die überdimensional großen Endgegner begeistern. Glücklicherweise ist das Waffenarsenal bei Resistance wieder sehr umfangreich. Schon aus dem ersten Teil kennt man einige Ballermänner und die praktischen Sekundärfeueroptionen. Das Bullseye-Gewehr, mit dem man Ziele markieren kann und dann nicht mehr daneben schießt, oder die Magnum mit den Explosiv-Geschossen machen großen Spaß. Aber auch neue Waffen, wie der Elektro-Brutzler, mit dem man größere Gruppen Zombies auf einen Schlag umhauen kann, sind sehr befriedigend in ihrer Handhabung. Munition ist allerdings ständig knapp, so dass man häufig zwischen den Waffen wechseln muss.

Auch beim Spielen wird schnell deutlich, dass man sich auf altbewährte Spielelemente aus Shootern verlässt und beispielsweise eine herkömmliche Lebensenergie-Anzeige am Bildschirmrand anbringt und den Spieler diese nur mit den im Level verteilten Medipacks auffüllen lässt. Weiterhin gibt’s auch in Resistance 3 kein Deckungssystem, bei dem man per Tastendruck in Deckung geht, aus der sich dann bequem feuern lässt, sondern man kann laufen und sich ducken, das ist alles. Das Resultat dieser Gameplay-Elemente ist ein offensiveres Spiel. Es funktioniert nicht, an sicherer Position im Level in Deckung zu gehen, von da alle Gegner auszuschalten und bei Bedarf in Deckung zu bleiben und die Lebensenergie wieder aufzufüllen – man muss ziemlich offensiv agieren und am besten schon mal wissen, wo das nächste Medipack oder Munition zu finden sind…

Am meisten Spaß bringt aber auch Resistance im kooperativen Modus. Gemeinsam miteinander einen Shooter zu spielen – und nicht gegeneinander – verdoppelt immer die Freude. Leider hat man den noch besseren Kooperativmodus aus Resistance 2 für acht Spieler abgeschafft…. Bevor man sich aber dem Online-Multispieler Vergnügen hingeben kann, steht da noch die Hürde des neuen Sony Online-Passes im Wege. Wie viele andere Publisher, sucht man auch bei Sony immer nach neuen Möglichkeiten, zusätzliche Gelder in die Kassen zu spülen. Mit dem Online Pass soll der Verlust, der durch den Handel mit gebrauchten Games entsteht, ausgeglichen werden. Wer ein gebrauchtes Spiel kauft, bei dem der Online Pass schon eingelöst ist, kann dann für etwa zehn Euro einen neuen Pass kaufen. Bei Resistance 3 wurde dieser Online Pass zum ersten Mal eingeführt und soll dann mit Uncharted 3 ständige Bedingung des Online-Spiels sein.

Schade – wenn man jedenfalls bei allen Spielen adäquate Zusatzinhalte bekommen würde. Schlichte Multiplayer Matches sind nicht in jedem Spiel lohnenswert. Bei Microsoft läuft die Sache etwas anders: Die Xbox Goldmitgliedschaft kostet auch einige Euro und spezielle Inhalte und Anwendungen stehen nur den Goldmitgliedern offen. Online-Spielen kann man allerdings auch mit der kostenfreien Silber-Mitgliedschaft. Auf jeden Fall werden in Zukunft weitere solcher Zusatzkosten auf uns zukommen…

About The Author

3 Responses

  1. I2 Cyken

    “Bei Microsoft läuft die Sache etwas anders: Die Xbox Goldmitgliedschaft kostet auch einige Euro und spezielle Inhalte und Anwendungen stehen nur den Goldmitgliedern offen. Online-Spielen kann man allerdings auch mit der kostenfreien Silber-Mitgliedschaft”

    Ähm, faslch….
    Ich habe selber Xbox Live und kann bestätigen ( wenn das überhaupt nötig ist xD ), dass man mit “Xbox Live-Silber” nicht online spielen kann…

    Reply
  2. budjonny

    Ja, Du hast natürlich recht. Mit Silber kann man nicht online spielen … Womit man also bei Microsoft im Grunde auch länger schon eine Art Online-Pass braucht … …

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published.