Hui! Soviel Wii ging noch nie: Über Weihnachten war Nintendos kleines Weisses in einigen Ländern Europas sowie Amerika so gut wie ausverkauft. Typisch Henne oder Ei, ob die Pressemitteilung nun vor der wirklichen Flaute da war oder nicht, den Wahrheitsgehalt solcher Meldungen konnte ich auch nur Stichprobenweise überprüfen. Scheinbar haben aber genügend Haushalte Zuwachs bekommen. Dabei eignen sich die zuhauf erhältlichen Mini-Spiel-Sammlungen ideal, um sich mit dem neuen Mitbewohner und seiner Steuerung vertraut zu machen. Gerade sind zwei neue erschienen:

Rayman Raving Rabbids 2

Ubi Soft / Wii

Waaaaaaaah! Die hässlichen kleinen Häschen sind auch im zweiten Teil der beklopptesten Minispiel-Sammlung aller Zeiten die lauthals schreienden Protagonisten. Maskottchen Rayman spielt eine noch marginalere Rolle als im Vorgänger, was aber gar nicht verkehrt ist, war doch bereits damals seine Rolle eher bescheiden und die weißen Langohren wahres Erkennungsmerkmal. Und wie im ersten Teil sind die Spiele allesamt durchaus kreativ, wenn auch mit teilweise mit deutlichem Hang zu Fäkal- und Gewalthumor. Auch die Lightgun-Sequenzen dürfen nicht fehlen, kommen nun grafisch aber deutlich aufgebohrt daher.

Insgesamt gestaltet sich das Freispielen der Inhalte weniger hierarchisch, auch ein Anfänger-Modus wird jetzt geboten. Zahlreiche Extra-Kostüme laden zum Schmunzeln ein, genau so wie die Thematik der Mini-Spiele. Von diesen ist „Telefonieren im Kino“ eines meiner Lieblinge:

Die Wii-Mote muss ans Ohr gehalten werden, eine alberne Stimme blaht aus dem Fernbedienungs-Lautsprecher. Auf dem Bildschirm sitzen währenddessen die Häschen im Kino und Labern munter drauf los, so lange bis der Filmvorführer im Lichkegel zu sehen ist, das Licht anmacht, wobei -schwupps- die Fernbedienung flink runtergenommen werden muss, damit man nicht erwischt wird. Wer es am schafft, am längsten im Dunkeln zu telefonieren bekommt also die meisten Punkte. Während das Licht an ist darf dann noch durch wildes Knopf-Drücken eine SMS getippt werden, um einen der Mitspieler anzuschwärzen: köstlich. Beschrieben ist das natürlich wie erzählte Situationskomik: eher befremdlich. Trotzdem auf jeden Fall eine Empfehlung für gesellige Wii-Besitzer, die auf alberne Kreativität und absurde Settings stehen.

Carnival

2kGames / Wii

Nicht ganz so empfehlenswert erscheint mir die Jahrmarkts-Simulation Carnival. Nicht schlecht zwar, nur hat mich die Steuerung wenig überzeugt. Die Spiele sind grafisch eher mau, Benutzerführung und Design eher Mittelmaß. Die zu erstellenden Charaktere haben kaum Charme; warum nicht die Möglichkeit implementiert wurde, die Wii-eigenen Miis ins Spiel zu integrieren scheint mir ein Rätsel – dafür fällige Lizenzgebühren oder Termindruck können mögliche Gründe sein.

Neben einigen netten Umsetzungen, die vor allem zu viert einige Unterhaltung bieten (Pferderennen, Schießbude, Darts), habe ich dann doch noch einen veritablen Knaller gefunden: Einen virtuellen Münzschieber-Automat.
Ihr wisst schon, so ein Ding, das ständig vor- und zurück schiebt und man selbst muss es mit neuen Münzen füttern, in der Hoffnung, dass der Stapel kippt und ein Haufen Kleingeld in der Klappe landet. Was im echten Leben nicht funktioniert, klappt virtuell nämlich wunderbar, man muß nur lange genug warten. Das Spiel gewinnt dadurch unerwartet an meditativen Charakter, was ich sehr positiv fand. Dass der Titel preislich im Budget-Segment angesiedelt ist, versöhnt also doch mit einigen Mängeln, ob es einem der Spaß wert ist, bleibt die eigene Entscheidung.

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