Nintendo / Wii

Einen neuen Mario-Teil gibt es nur alle fünf bis sechs Jahre, die Erwartungen sind also entsprechend hoch gesteckt. Wir erinnern uns: Nach einem formidablen Mario64 (1996), das nicht nur das erste ernst zu nehmende dreidimensionale Jump’n Run darstellte sondern in diesem Genre retrospektiv gar bis heute unerreichter Klassenprimus bleibt, kam Super Mario Sunshine (2002). Sunshine sprühte vor Ideen, hatte jedoch auch Design-Fehler an Bord, wodurch einige wenige Level die Geduld gehörig auf die Probe stellten.

In Galaxy nun scheint es, als ob die neue Hardware mehr als nur eine Inspiration für die Entwickler darstellte: Die Serie bleibt sich trotz einer Vielzahl von Neuerungn auf fast schon rührende Art und Weise treu: Der Eindruck entsteht, als ob wir hier den inoffiziellen Nachfolger der N64-Version spielen.

Die Level wurden kurzerhand in Galaxien verlegt, während des Erledigens einer Aufgabe wird dabei von Planet zu Planet geflogen, wobei nur die wenigsten wirklich rund sind und je nach Art der Anziehungskraft und Ausstattung kleine und große Herausforderungen bereithalten.

Durch die gegenüber Super Mario Sunshine gesunkenen Ansprüche, das Spiel auf’s erste zu beenden (ja genau: die entführte Prinzessin Peach zu retten), haben auch weniger erfahrene Spieler eine reelle Chance. Füchse geben sich mit dem nicht zufrieden und sammeln alle 120 Sterne, wobei für dieses Ziel wirklich knobelige und anspruchsvolle Level gelöst werden wollen. Die Geschichte wie auch die Austattung entspringt dabei einem unglaublich psychedlischen Weltentwurf, wie ihn wohl nur das Pilz-Königreich bieten kann. Clever fand ich gewisse Einfälle wie den Bienen-Mario, den Sprung-Feder-Mario sowie die Möglichkeit, das ein zweiter Spieler mit einer zweiten Wii-Fernbedienung kooperativ mitspielen kann. So macht das gemeinsame Daddeln weitaus mehr Spaß.

Ebenfalls großartig sind einige Level-Designs rund um die sich verändernde Gravitation: Unser Raumempfinden wird durch die teils wilde Durcheinander-Würfelei von oben, unten links und rechts gehörig auf die Probe gestellt, im nächsten Augenblick stürmt jedoch wieder ein grimmiger Pilz auf uns zu und da auch die Mario-Schreie beim auf den Gegner-Landen beim alten geblieben ist, fühlen wir uns doch auf eine schmeichelhafte Art aufgehoben.

Mario Galaxy schafft somit einen fast unmöglichen Spagat: eine Frischzellen-Kur für die wohl am meisten fortgesetzte Spielserie der Games-Geschichte mit überraschenden Ideen, von denen jedoch kaum ein User abgeschreckt werden dürfte.

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2 Responses

  1. Madame Strobonoid

    Von dem Spielspass der hier geboten wird koennen sich die meisten Hersteller mindstens eine paar Bits – am besten mehrere Gigabytes – abschneiden. Hier schlaegt mein Puls wieder genauso schnell und pulsierend wie zum Zeitpunkt als ich das erste Mal Pitfall 1982 in mein teures, aber treues und geliebtes Atari VCS 2600 gefuzzelt hatte. Ein modernes, flippiges Jump & Run Abenteuer wie es sein sollte, ohne müde oder langatmig zu werden. Juhuuuuuu! Legends never die! 🙂 *****

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