Kochen mit dem DS

Kochbücher sind meist von eher zweifelhaftem literarischen Wert. Und ein Kochkurs auf einer Handheld-Spielkonsole? Hat das einen Spielwert? Vor einigen Jahren hatte man sich zumindest noch gewundert über Angel- oder Gassi-Geh-Spiele, aber heute gibt’s nichts mehr, was es nicht in irgendeiner Form elektronisch umgesetzt gibt. Klassische Aufgabenstellungen an den Spieler, wie „Avoid missing ball“, oder „Befreie die Prinzessin“ sind gar nicht mehr unbedingt vonnöten; vielmehr handelt es sich bei Software, wie Gehirn-Jogging, Fitness-Coaching und dem Nintendo Kochkurs eher um „Anwendungen“ in einem v.a. von den Japanern in letzter Zeit sehr weit gefassten Begriff von Videogames und dem zugehörigen „Vorstoß in neue Marktsegmente“.

So ist der Nintendo Kochkurs tatsächlich weniger ein Spiel, als eher ein Kochbuch, das sich die multimedialen Möglichkeiten der Handheld-Spielkonsole zu Nutze macht. Ein Schwachpunkt im Vergleich mit dem herkömmlichen Kochbuch wird dabei aber schnell deutlich: Die screens des DS sind leider sehr klein und können deshalb die Speisen nicht so Appetit anregend darstellen wie ein Hochglanz- Vielfarbdruck. Stattdessen gibt’s anfangs etwas unübersichtliche Menüs zum Navigieren, mit viel Text und einem pausbackigen chef de cuisine, der beim Zubereiten der Speisen helfen soll. Eingeteilt ist das Ganze in die zwei Hauptbereiche Kochkurs und Kochlexikon , aber auch als elektronische Einkaufsliste kann man sein DS benutzen und mit in den Supermarkt nehmen. Nach einigen anfänglichen Unübersichtlichkeiten wird der Aufbau des Kochbuches klarer und die Möglichkeit, sich verschiedene Gerichte nach unterschiedlichen Kriterien anzeigen zu lassen und dabei z.B. bestimmte Zutaten auszuschließen erscheint ganz sinnvoll. Auch die Anzahl der Gerichte ist mit 245 ganz ordentlich und die Beschreibungen im Kochlexikon über z.B. richtiges Schneiden und verschiedene Zutaten sind recht ausführlich. Zu einigen Themen gibt’s außerdem kleine Filme anzuschauen, die man wie z.B. das richtige Zubereiten von Tintenfisch auch gerne mehrmals sieht. Der eigentliche Clou und bedeutende Vorteil gegenüber dem normalen Kochbuch ist aber die Möglichkeit des „Umblätterns“ per Sprachsteuerung wenn die Hände mal wieder mit Hackfleisch verklebt sein sollten.

Der Spielwert vom Nintendo Kochkurs ist also relativ gering und auch die ganze Präsentation eher funktional als verspielt, aber selbst erfahrenere Köche können sich hier noch einige Anregungen holen (vor allem aus der asiatischen Küche) und das, was eigentlich Spaß macht an Unterhaltungselektronik ist das Ausprobieren der Möglichkeiten. Wenn dabei noch ein leckeres Essen entsteht: Umso besser!

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