Eishockey wie im Satellitenfernsehen

Wie bei FIFA und ähnlichen Sportspielen heisst es auch hier: Ein neues Jahr steht vor der Tür, hier also eine neue Version der NHL 2K-Reihe. Für ein Sportspiel typisch sind alle gängigen Modi vorhanden: Hat man nur ein paar Minuten Zeit eben das “single match”; “season” und “franchise” bieten die Organisation des ausgewählten Teams (Spieler-Transfer und Aufstellung) Daneben noch das Spiel gegen einander – soweit alles wie immer.
Eine wirkliche Neuigkeit ist, dass bis zu 12 Spieler online gegeneinander spielen können. Theoretisch können also zwei Teams aus jeweils sechs Spielern gegeneinander antreten. In der Praxis ist es jedoch einfacher, alleine gegeneinander zu spielen, als grössere Teams zu organisieren. Zumindest gibt es diese Option und wenn man viele Freunde hat, sicherlich ein Heidenspass.


In den Versionen der letzten beiden Jahre, bot 2KGames dem Spieler eine neue Spielsteuerung (den linken Joystick, um den Spieler zu steuern, mit dem rechten wurde der Schläger kontrolliert) was zwar eine echte Innovation war, sich aber als zu anspruchsvoll für die meisten Spieler herausstellte. Mit 2K9 wird wieder zur guten alten Steuerung zurückgekehrt, wahlweise bleibt die innovativere Steuerung jedoch – auf Wunsch auch nur zeitweise – erhalten. Ein schönes Feature, weil die bevorzugte Steuerung gewählt werden kann. Wie es schon so schön auf der Packung steht: “der Spass kehrt zurück”. Schauen wir uns das Spiel selbst an fällt sofort auf, wie viel Wert auf eine möglichst realistische Szenerie gelegt wird. Die Spieler sind super designt und eine eindrucksvolle Detailverliebtheit wird deutlich, sobald sie das Eis betreten. Wie so häufig bei Sportspielen sorgen nicht zuletzt die Kommentatoren dafür, dass man meint, es handele sich um ein Spiel im Fernsehen. Im Spiel fallen die flüssigen Spieleranimationen auf, die dem Spiel einen guten Rhythmus geben und einen flotten Spielverlauf gewährleisten. Auch einige Moves der Superstars wurden integriert, dies es manchen Charaktern erlauben originelle Tricks zu zeigen, die das Auge erfreuen.

Die auf einen schnellen Spieleinstieg angepasste Steuerung bereitet auch Neulingen viel Spass. Das Spiel reagiert flüssig auf etwaige Eingaben, womit das Gameplay keine Wünsche offen lässt. Doch Eishockey wäre nichts ohne die zünftigen Rangeleien. Bei denen kann man seinen Ärger standesgemäß am Gegner auslassen. Die Steuerung, mit der man das Gesicht des Gegners übel zurichten kann, ist leicht zu handhaben und bereitet während des Spiels immer wieder Freude. In den Pausen kann man sich bei einer Runde auf dem „zamboni“ (diesem sonderbaren Eispolier-Fahrzeug) amüsieren. Total sinnlos, aber lustig. Wenn ein Spiel zu Ende ist, gibt es eine Fernseh-Reife Aufbereitung der Höhepunkte, die in Zeitlupe präsentiert werden. So bleibt Zeit, die netten Animationen zu betrachten, wie sich die Gegner von hinten versuchen, zu packen oder in den Arsch zu treten.

Die Musik ist zweckmässig aus lizenzierten Rock-, Punk und ähnlichem Material zusammen kompiliert, was zu dem Genre gut passt. Ein wirklicher Malus von NHL 2K9, ist jedoch die schlimmste Menüführung in der Geschichte der Videospiele. Unschön, unpraktisch und unklar. Das Startmenü des Spiels beginnt unlogischerweise mit dem des Versus-Modus, indem zwei Spieler ihre Teams auswählen sollen. Noch dazu sind sie seltsam aufgebaut. Hilfe-Texte bleiben nur etwa drei Sekunden auf dem Bildschirm zu sehen und aufgrund der Typo und des Layouts muss man gleichzeitig auf viel zu viele Dinge achten… Das gibt Kopfschmerzen und macht die Übersicht unnötig kompliziert. Die steile Lernkurve in der Menüführung sollte man jedoch hinter sich lassen, denn diese Toleranz wird belohtn. Der Rest des Spiels ist bei weitem gut genug, um von den versauten Menüs abzulenken. Wenn ihr ein gutes Hockeyspiel mit zugänglicher Steuerung, fabelhaftem Gameplay und grandioser Präsentation sucht, ist NHL 2K9 euer Spiel. An Menüs darf für NHL 2k10 also gebastelt werden, die Werte des eigentlichen Spiels wissen aber zu überzeugen. Und sind die es nicht, wofür wir eigentlich bezahlen wollen?

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