Survival of the Flattest - Darwinia als Multiplayer-Spiel

Neben Uplink und Defcon, die beide eher die kalte Oberfläche von über diese vermittelte Ergeignisse wie Hacking (bei Uplink) und der atomaren Weltzerstörung (Defcon) simulierten, erschien bereits 2005 mit Darwinia ein Polygonaler Traum, in dem man im Cyberspace ansässige kleine Wesen mit Hilfe eines Wissenschaftlers aus ihrer Unmündigkeit befreien musste. Die abstrakte Darstellung der Landschaft führte neben dem beschaulichen Spielverlauf dazu, dass man sich schwelgend durch die Lösung der Aufgaben hangelte, ohne allzu sehr unter Zeitnot zu geraten. Damit ist jetzt Schluß.


Multiwina hievt die Organisation der “Darwianer” getauften Strichmännchen in den Multiplayer-Kosmos und damit herrscht eher wuselige Geschäftigkeit als beschauliches Verweilen im Vektoren-Land. Die verschiedenen Spielmodi dürfen als Eingewöhnung auch mit einem umfassenden Tutorial und gegen wahlweise mehr oder weniger heftige Computergegner gespielt werden. Vor allem ersteres wird wärmstens empfohlen, da die gewollte Reduziertheit des Interface anfangs mehr Fragen stellt als Antworten gibt. Nach einiger Eingewöhnung jedoch spielen sich die klassischen Modi (alle Platt machen, bestimmte Bereiche dominieren, Eroberung befestigter Schlüsselpunkte) genau wie in anderen RTS-Titeln relativ flüssig – allein die im gesamten Spiel sehr geringe Einheiten-Vielfalt und das System der abgeworfenen “Bonus”-Behälter, die mal hier, mal dort auf der Map niedergehen, ist gewöhnungsbedürftig. Aber persönlich bin ich auch weniger der online-PC-spielende Strategiker sondern halte mich schlicht gerne in der Gitternetz-Welt auf, die hier als Brennpunkt herhält.

Deswegen auch finde ich es etwas schade, dass ein Single-Player-Modus mit Erzählrahmen und verschiedenen, zu entwickelnden Einheiten komplett fehlt und während des Spiels einige Elemente dem Zufall überlassen bleiben, wie die erwähnten Power-Ups, die teilweise für gefühlte Ungerechtigkeiten sorgen. Ein großes Lob verdient die um einiges verbesserte Grafik-Engine, auch wenn die Beschränkung auf die 1024x768er Auflösung nicht mehr wirklich zeitgemäß erscheint.
Beim Spielen von Multiwinia habe ich dennoch wieder großen Hunger auf das würdig gealterte Darwinia bekommen.. Für den überaus fairen Preis von 13 Euro kann dieser Klassiker ebenso wie das gruselige und immernoch großartige Defcon erworben werden.
Auch Demo-Versionen, Merchandise, Trailer und Screenshots gibt es auf der Webseite von Introversion .

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