NXE bringt frischen Look und neue Features

Nach einer viel zu langen Sommer-Durststrecke spült die bevorstehende Weihnachtssaison endlich wieder neue Software in die Regale. Zu dieser Gelegenheit verpasst Microsoft seiner inzwischen auch schon drei Jahre alten Xbox360 eine Frischzellenkur. Mit der NXE -New Xbox Experience- wird weiterhin die Idee der idealen Wohnzimmer-Multimedia-Maschine verfolgt. Neben der offensichtlichen Orientierung am Breitbildformat der inflationären HD Glotzen soll vor allem Ordnung in das wegen erhöhtem content-Aufkommens inzwischen etwas unübersichtliche dashboard gebracht werden. Zusätzlich ist aber auch die Liebäugelei mit den zukunftsträchtigen community- und casual-Marktsegmenten nicht zu übersehen.

Erste auffällige Neuerung ist der langgestreckte Bildaufbau mit Desktop-Bild und den hintereinander angeordneten Fenstern. Im Zentrum stehen dabei aber die putzigen Avatare, die wahrscheinlich auch in kommenden Werbekampagnen als eye-catcher dienen werden und dann vielleicht wegen der Nähe zu einem anderen Produkt für Verwirrung sorgen könnten. Zusätzlich zum Gamertag und Spielerbild muss im NXE zukünftig jeder Spieler einen Avatar haben. Falls man keinen Spaß darin finden sollte, aus den unzähligen Frisuren und Mündern und Ohren sich was lustiges zusammenzubasteln, erhält man einen Zufallsavatar, oder der Umriss bleibt schlicht schwarz. Spieler, die aus Prinzip nichts unter USK 18 auf ihrer Konsole zocken, mag dieser Schritt in Richtung Familienunterhaltung missfallen, alle anderen werden sich sicher schnell an ihren Avatar gewöhnen, der momentan noch einfach der Individualisierung des Spielers in der community dient und künftig auch in anderen Anwendungen, wie zum Beispiel dem Kino-Quiz Scene-It? zum Einsatz kommen soll.

Ein weiteres community-feature ist die Live Party, in der jetzt mehrere Spieler gemeinsam sich in Xbox Live bewegen können und zusammen Spielen beitreten (bisher ging das nur zu zweit), oder Fotoalben durchblättern und dabei chatten.
Alle Inhalte, wie die Spielesammlungen der Mitglieder, herunterladbare Filme oder Demos werden mit einem offiziellen Packshot angezeigt. Also hier weniger Text und mehr hochaufgelöste Grafik für mehr Übersichtlichkeit und als Futter für die Augen. Auch die customization der eigenen Konsole mit unterschiedlichen Spiele-, Movie- oder Musik-Themen wird groß geschrieben, aber die wirkliche Individualisierung eines Profils, wie bei den Vorbildern des Web 2.0 findet ldabei leider nicht statt. Also kein user-generated content auf dem Avatar-Shirt.

Ein weiteres technisches feature der NXE ist die Möglichkeit, in Zukunft Spiele von der Festplatte zu spielen. Seit Erscheinen der Xbox360 wird immer wieder die Lautstärke von Laufwerk und Kühlung bemängelt. Gerade bei Adventures und Spielen, bei denen die Atmosphäre im Vordergrund steht, war der Geräuschpegel der Box doch schon sehr störend. Außerdem soll die Festplatteninstallation Ladezeiten verkürzen, was aber laut Testberichten anderer Redaktionen nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Allerdings geht die Installation relativ schnell, so dass es bei der begrenzten Festplattengröße der Box nicht darum geht, möglichst viele games auf der Platte zu horten, sondern nur das/die jeweils gespielten Spiele zu installieren. Außerdem ist selbstverständlich weiterhin die Original-DVD im Laufwerk notwendig…

Am bisherigen Microsoft-points System und der Einteilung in freie Silber- und kostenpflichtige Gold-Mitgliedschaft ändert sich allerdings nichts. Insgesamt wird es in Zukunft einige Möglichkeiten mehr geben, die MS-points auszugeben und zum Beispiel in naher Zukunft sich für seinen Avatar den etwas eleganteren Kaschmir-Pullover zu kaufen und neben der jetzt schon bestehenden Möglichkeit des Film-downloads wird auch ein Videostreaming on-demand nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Das Update liegt ab dem 19. November auf den Xbox Live Servern und ist für alle Silber- und Gold-Abonnenten zu haben.
Wer aber sowieso nur offline zockt, hat diesen Artikel umsonst gelesen.

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