Sonic Dark Chronicles - die Dunkle Bruderschaft von Bioware bietet überraschend viel Umfang fürs DS

“Was ist nur mit den Power-Edelsteinen los?” – “Irgendwer scheint sie geklaut zu haben.” Die bunten Knuddelwesen diskutieren, der Spieler fiebert mit: War es mal wieder Sonic-Widersacher Dr. Robotnik, ääh: Eggman? Oder steckt vielleicht doch jene ominöse dunkle Bruderschaft dahinter!??

Klaro, dies kann nur ein Gespräch zwischen Amy, Tails, Knuckles und Sonic in einer Cutscene der typischen Sonic Adventures sein. Anders als zu Dreamcast-Zeiten wird auf der Jagd nach den Power-Edelsteinen jedoch nicht durch Loopings gerannt und auf Robotern rumgehüpft – viel mehr werden rundenbasierte Kämpfe ausgefochten und nach und nach auch die letzen ehemaligen Widersacher ins Team Sonic integriert. Aus einem Jump’n Run-Helden einen Rollenspiel-Protagonisten zu machen, das hat schon Nintendo hinbekommen. Der “Mario und Luigi – Partners in Time”-DS Titel kann dabei geradewegs als Blaupause für das Sonic-RPG gesehen werden, hier wie dort wird eine Geschichte mit Anleihen der Serie entwickelt, werden Kampfsequenzen durch Interaktionsmomente unterstützt.



Auf der Haben-Seite kann Sonic punkten: So gibt es hier nicht nur zwei, sondern im Verlauf des Spiels gleich knappe zwei handvoll wählbarer Charaktere, mit denen sich das Spiel bestreiten lässt und die je nach ihren Spezialfähigkeiten in die 4-köpfige Party genommen werden. Während des Spiels steuert man die Party mit dem Stylus über eine isometrische, gezeichnete Karte, die Spielwelt erstreckt sich über sechs dieser Bereiche. Sobald die Gruppe auf Monster trifft, wird in einen rundenbasierten Kampfmodus umgeschaltet. Nun wählt man die Aktionen für das Team aus, bei Spezialattacken sind Spezialpunkte fähig, der Erfolg einer solchen charakterabhängigen Attacke ist vom Abschneiden in einem kleinen Geschicklichkeits-Test abhängig. Diese Quicktime-Events beschränken sich jedoch nicht auf simple Button-Befehle wie bei Mario&Luigi, sondern erfordern Timing-genauen Stylus-Einsatz.

Die Story entspannt sich zwar an den eingangs erwähnten Themenkomplexen, wird jedoch mit relativ viel Schmackes erzählt. Sogar der spleenige Eggmann gehört ab dem dritten Level zum Sonic-Team und die vielen Kombinationen möglicher Charakter- und Itemeigenschaften kann über kleinere Mängel hinweg trösten. So fehlt z.B. eine kleine Info-Box, die einem ansagt, was genau ein im Kampf eingesetztes Item genau bewirkt (die Namen sind keinesfalls eindeutig) und die Quicktime-Events lastigen Spezial-Moves können in längeren Kämpfen schon recht ermüdend sein. Jedem Charakter kann ein Chao zugewiesen werden, was zu weiteren Status-Boni führt. Diese kleinen Blobs können auch online bzw. mit Freunden getauscht werden, ausserdem gibt es kleinere Goodies zum Freischalten im Internet.

Aufgrund der guten Balance, der spritzig erzählten Story und der großen Vielfalt an verschiedenen Parametern bietet Sonic – Dark Chronicles so ein forderndes Rollenspiel-Erlebnis, dass sich im Vergleich mit anderen Genre-Vertretern auf dem DS mehr als wacker schlägt.

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