Command and Conquer - Alarmstufe Rot 3

Jawoll, ich bin Command and Conquer Fan der ersten Stunde. Ich hab auch früher Modellbau gemacht und kleine Soldaten und Panzer angemalt und war trotzdem nicht bei der  Bundeswehr- Ätsch! Vielleicht muss ich was kompensieren, aber ich liebes es, Kraftwerke zu bauen und sie dann mit einem Rumms in die Rabatten zu knallen und dann möglichst viele Tesla-Spulen nebeneinander hochzuziehen, damit bloß  niemand meinem Sandkasten zu nahe kommt.
Am besten gefallen mir die Missionen, in denen man stundenlang nur aufrüstet, so dass ein Panzer nach dem anderen aus der Waffenfabrik rollt und der Prozessor richtig schön ächzt, wenn man dann seine zweihundertfünfzig Einheiten auswählt und in die Schlacht schickt.

Neben dem Tiberium-Wars Setting gibt es auch schon lange das eigentlich als Add-On gedachte Alarmstufe Rot Universum, dem die abgefahrene Idee zugrunde liegt, Albert Einstein wäre mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist und hätte Adolf Hitler in ein Paralleluniversum gebeamt und die Geschichte wäre total anders verlaufen. Hier merkt man schon, dass evtl versucht wurde, das etwas finstere C&C Kriegs-Szenario ein wenig massenkompatibler zu machen. Während der erste Teil von Red Alert noch relativ ernsthaft wirkte und sich hier Sowjets und der Westen (Rot gegen Blau) gegenüberstanden, war der zweite Teil schon sehr offensichtlich auf Selbstironie getrimmt: Hier gab es explodierende Kühe, Riesenkraken und Ufos und auch die ohnehin schon seit Anfang an etwas trashigen Filmsequenzen waren auf die Spitze getrieben.

In Sachen Präsentation schöpft jetzt auch wieder Alarmstufe Rot 3 aus den Vollen. Das Cover ziert eine vollbusige Rotarmistin mit enormem Schießgewehr im plakativen Comic-Stil und für die Filmsequenzen konnte man den Time-warper Tim Curry gewinnen. Mit ihm an der Spitze der sowjetischen Armee geht’s abermals in die Vergangenheit, dieses Mal, um Einstein zu töten und erschrocken stellt man fest, dass durch die Manipulationen im Raum-Zeit Kontinuum plötzlich das Reich der aufgehenden Sonne einen dritten Pol im Weltmachtgefüge darstellt.
So baut man dann also in alter Echtzeit-Strategie Manier seine Einheiten aus Delphinen mit Ultraschall-Waffen, hungrigen Russischen Bären und menschlichen Kanonenkugeln zusammen und bekämpft sich an Land, in der Luft und was neu ist, auf dem Wasser.
Eine weitere Neuerung ist der Co-Commander. Spielt man die Kampagne im Singleplayer Modus, schaltet sich gelegentlich der künstlich-intelligente Co-Commander dazu und übernimmt in verschiedenen Situationen Aufgaben, die im kooperativen Zweispieler Modus sonst der Mitspieler übernommen hätte. Teilweise gilt es nämlich an zwei Fronten zu kämpfen, oder einzelne Einheiten im Mikromanagement spezielle Aufgaben ausführen zu lassen.

Für C&C insgesamt ist Alarmstufe Rot 3 sicherlich ein weiterer Erfolg, der die Popularität der Serie noch wieder steigern wird. Meiner Meinung nach ist aber die Selbstironie und Überspitztheit der letzten beiden Alarmstufe Rot Teile etwas too much.
Unverzeihlich ist allerdings der stark beschnittene Zoom-Bereich. Zwar gibt es Kommando- und Navigationsmöglichkeiten innerhalb des Karten-Menüs, aber das kann den Zoom keinesfalls ersetzen. Gerade durch das Rein- und Rauszoomen im Spielfeld wird die Situation erst übersichtlich. Kleine farbige Punkte auf der Karte helfen da kaum. Außerdem werden die besonderen Details, die man früher so akribisch mit dem Pinsel angemalt hat sichtbar, und auch die Größenverhältnisse zwischen Landschaft, Gebäuden und Einheiten werden deutlich.
Vor einiger Zeit hatte mal das PC Echtzeit-Strategie-Spiel „Supreme Commander“ die konsequente Erweiterung des Zoom-Bereichs ganz erfolgreich durchgeführt und dafür großes Lob kassiert. Auf ausgesuchten Grabbeltischen kann man zu Vergleichszwecken heute noch Exemplare von Supreme Commander finden…

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