Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Knobelspiele und Brain-Trainer sind zu Zugpferden für den Handheld-Verkauf geworden. Ob mit Dr. Kawashima oder Sudoku, immer denkt man bei dieser Art des Edutainment aber auch, der Mathe-Lehrer selbst hätte das Spiel entworfen, so öde ist meist die Präsentation. Auf der anderen Seite wiederum beschleicht einen bei vielen gut gemachten Adventures manchmal das Gefühl, man hätte seinen Intellekt an der Supermarkt-Kasse mit abgeben müssen, weil die Rätsel entweder kinderleicht oder gar nicht vorhanden sind.
Eine gelungene Mischung aus spannender Erzählung und Rätselsammlung kommt von der japanischen Entwicklerfirma Level 5, die ihre Detektivgeschichte Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf nicht nur mit ein paar gelungenen Rätseln würzt, sondern mit über 120 Denksportaufgaben den Spieler teilweise ganz schön fordert.

Layton und Luke

Layton und Luke

Zusammen mit dem Rätselknacker-Duo Professor Layton und seinem jungen Sidekick Luke begibt man sich auf die Reise nach St. Mystère, einem europäisch anmutendem Ort, wie ihn sich Japaner wohl vorstellen, mit Riesenrad, einem Schloß und einem geheimnisvollen Turm. Die beiden Detektive sollen in einer Erbschaftsangelegenheit ermitteln und den mysteriösen Gegenstand „The golden Apple“ finden. Dabei gelingt es ziemlich gut, in den gemalten Abbildungen, in denen man wie in einem Point-and-Click Adventure das Spiel bedient und in den gelegentlichen Cut-Scenes, eine herbstlich-trübe, geheimnisvolle Stimmung zu erzeugen. Auch die seltsamen Bewohner St. Mystères lassen keinen Zweifel daran, dass da irgendwas nicht stimmt in diesem Ort. In kurzweiligen Dialogsequenzen geben einem die Einwohner Rätsel auf, nach deren Lösung man weitere Informationen über die Geschehnisse im Ort oder Puzzleteile für ein Wandgemälde oder andere Achievements bekommt.

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Die Rätsel selbst sind dabei aus verschiedenen Bereichen, wie Logik, Geometrie oder Algebra ausgewählt und werden je nach Schwierigkeit mit Punkten belohnt. Sehr gelungen ist bei den Rätseln wieder die Einbindung von Stylus und Touchscreen. Während man sonst bei Denksportaufgaben gerne mal Stift und Papier zur Hand nimmt, kann hier auf dem DS gekritzelt werden und bspw Hilfslinien in eine Geometrieaufgabe eingezeichnet werden. Sollte eine Aufgabe mal zu schwierig sein, kann man eingesammelte Hint-Coins einsetzen und sich Tipps zur Lösung des Problems geben lassen. Aber auch nach dem Knacken eines Rätsels bekommt man eine ausführliche Lösung angezeigt, um den eigenen Lösungsweg nochmal überprüfen zu können. Auch wenn es am Anfang etwas schwer fällt, sich in St. Mystère zurecht zu finden und man gelegentlich einen direkten Zusammenhang von Rätsel und Spielgeschehen vermisst, verdichtet sich die Erzählung immer mehr. Hinzu kommt dann noch das gute Gefühl, schwierige Rätsel geknackt zu haben und das motiviert so ungemein, dass man dann fast ein bisschen traurig wird, wenn das Spiel zu Ende ist, denn man hat gerade erst angefangen, es richtig toll zu finden.

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