Endlich! Enzyklopädie der Spielebranche schliesst Wissenslücken im Personengedächtnis.

Wie hiess eigentlich Sid Meier’s erstes Spiel? Und was ist nochmal aus seiner ersten Firma Micropose geworden? Und ab welchem Spiel hat Molyneux für Lionhead und nicht mehr für Bullfrog gearbeitet und – a propos – wie hiess Bullfrogs letztes Spiel? Derartige Frage-Ketten mit stichhaltigen Antworten zu versehen (Hellcat Ace, 1982! Von Hasbro übernommen! Black & White, 2000! Dungeon Keeper 2, 1999!), das lässt sich einerseits wohl mit Wikipedia, Mobygames oder ähnlichen Online-Nachschlagewerken versehen, gerade bei kleineren Playern der Computerspielgeschichte, japanischen Shooterentwicklern oder britischen Sinclair Spectrum – Spezialisten lässt einen jedoch das gesammelte Nerd-Wissen häufiger im Stich. Bis jetzt.
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Der dritte Gameplan-Band nach “Spielcomputer und Heimkonsolen” und “Joysticks” mit dem langjährigen Nintendo-Chef Yamauchi auf dem Cover widmet sich nun den Erfindern, Entwicklern und anderen Persönlichkeiten der digitalen Spielplätze. Und dies mit einer überraschenden Akribie, mit einem deutlichen Fokus auf jene Zeit, die heute so rundherum als “Retro” bezeichnet wird und gerade in den o.g. Online-Medien eher stiefmütterlich dokumentiert ist. So finden sich neben den noch bestehenden vor allem die vielen wieder untergegangenen und vergessenen Firmen wieder, deren Entwicklung nachvollziehbar und zahlreiche Verflechtungen untereinander aufgedeckt werden. Insgesamt kommt das Machwerk dadurch auf 1300 Firmen- und 1850 Personeneinträge auf 400 Seiten und droppt nebenbei um die 4500 Spieletitel, die dank des vorbildlichen Registers aber auch zur Suche verwendet werden können. Ein Fest für Retro-Fans, Sammler und andere Gaming-Interessierte. Die “Fakten pro Seite”-Dichte ist auf jeden Fall immens und obwohl sich teilweise auch subjektiv-wertend durch die Spiele(-Business-)Geschichte gehangelt wird, werden wir in Verbindung mit Gameplan 1 und 2 Zeuge der Enzyklopädisierung des Gamings.

Bei Gameplan ist Verlässlichkeit Trumpf, der erste Band erscheint demnächst in der 4. Auflage; Und warum nicht: Analog zu einem gewissen Konrad Duden könnte sich in Zukunft der fragende Nerd allerdings darum bemühen, bei strittigen Fragen “mal kurz im Forster” nachzuschlagen. Überflüssiges Spezialwissen galore, dafür aber zum schönsten Thema der Welt, hiebfest recherchiert und gut geschrieben.

ISBN: 978-3-00-021584-1
Das Buch gibt es hier.

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