Wieso sind Filmversoftungen eigentlich immer so mies?

Am 4. Juni startete Terminator – Die Erlösung in den Kinos. Auftakt einer dreiteiligen Fortsetzung von James Camerons dunkler Maschinen Dystopie, jetzt unter der Regie des für Charlies Angels verantwortlichen Joseph McGinty. Für viele ist diese Serie heute allerdings assoziiert mit dem amtierenden Gouverneur von Kalifornien, der dem 2003 erschienenen T3, Rise of the Machines zwar zum größten kommerziellen Erfolg verhalf, die Marke aber auch als eigene Werbe-Kampagne missbrauchte und in eine maximal selbstironische und damit völlig harmlose Einbahnstrasse geritten hat. Trotzdem birgt die große Parabel um die Frage, welche Dämonen sich der Mensch mit den intelligenten Maschinen herangezüchtet hat, wesentlich mehr Potential- zumindest für Sci-Fi Fans.

Terminator

Nicht nur die hirnkitzelige Story um einen Soldaten, der in die Vergangenheit zurückgeschickt wird, um seinen eigenen Chef, den zukünftigen Anführer im Kampf der Rebellen gegen die Supermacht Skynet zu zeugen, sondern auch und vor allem sind es die Maschinen, die begeistern. Der klobige T800, der unter Fleisch und künstlicher Haut sein eiskaltes Endoskelett verbirgt, oder der noch höher technisierte T1000, aus flüssigem Metall, der seinen Körper zur tödlichen Waffe morphen kann, sind geniale und völlig unrealistische Figuren- hervorragend geeignet für Action-Filme und natürlich Videospiele, um die es hier eigentlich gehen sollte. Leider ist aber das Verhältnis von Filmen und den dazugehörigen Lizenz-Versoftungen meist ein etwas problematisches. Woran das liegt, läßt sich nur vermuten. Im Falle von Terminator – Die Erlösung von Warner Interactive scheint es an knappen Zeitvorgaben gelegen zu haben, denn im Grunde genommen ist die spielerische Idee ganz plausibel umgesetzt, ansonsten macht das Produkt aber einen unfertigen Eindruck.

Zugegeben: Der Ladescreen ist cool

Das Game spielt nach dem Großen Knall und man schlüpft in die Rolle von John Connor, der sich als Guerilla-Kämpfer gegen die Maschinen bewähren und zum Anführer des Widerstands heranreifen muss. In der 3rd person Perspektive lenkt man Connor durchs postapokalyptische Los Angeles und wird dabei ständig von Skynets Killermaschinen aufgespürt und angegriffen. Im Gegensatz zu anderen 3rd person shootern ist hier aber unbedingt eine Defensiv-Strategie zu fahren. Nicht nur aus den Filmen, sondern auch aus den Zwischensequenzen im Spiel kennt man die in Gräben und hinter Mauern versteckten Rebellen, die dem Ortungssystem der übermächtigen Maschinen nur knapp entgehen, dann aber plötzlich loslaufen und dem Kampfroboter eine Granate in die Hydraulik schieben. Diese Taktik führt auch im Spiel zum Erfolg. Während die anderen Rebellen die Terminatoren ablenken, findet man schnell einen Weg um den Feind herum, zielt auf die Stelle, an der das Fadenkreuz sich rot färbt und feuert was das Zeug hält. Sobald man gemerkt hat, dass es so funktioniert, ist das Spiel auch praktisch schon gelaufen.

Terminator

In nicht besonders hervorstechenden und ziemlich abrupt startenden und endenden Cut-Scenes wird versucht, eine Story zu entwickeln, die sich um von der Gruppe getrennte Überlebende und den Angriff auf die Skynet Zentrale dreht. Sehr linear geht es voran durch die nicht sonderlich abwechslungsreiche Levelarchitektur zum nächsten Shootout mit den Maschinen. Dabei steht man dann einmal auf dem Wüstenbuggy am Maschinengewehr und ein anderes Mal auf einem fahrenden Zug am Maschinengewehr. Gegen Ende des Spiels kommt man dann sogar nochmal in den Genuß, mit einem gekarperten Harvester fliegen und ballern zu dürfen, bis der ansonsten ohne weitere Vorkommnisse verlaufene Ausflug ins Terminator Land nach etwa vier Stunden endet.
Schade- Gerne hätte ich zur Reaktivierung der Terminator Serie auch von einer gelungenen Versoftung berichtet, muss aber leider mitteilen, dass das im Falle von Warner Interactives Umsetzung schon mal nicht geklappt hat. Glücklicherweise werden in naher Zukunft noch weitere Filme und mit Sicherheit auch Spiele zum Film folgen und vielleicht wird’s dann ja mal was.

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One Response

  1. fmq

    “Wieso sind Filmversoftungen eigentlich immer so mies?

    öhm,wieso widmet ihr dem Müll denn dann überhaupt so viel Zeilen anstatt die Leute über brauchbare Games zu informieren? 😉

    Es gibt noch welche 🙂

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