Vom Browser-Krieg zum User-Paradies
Text: Nikolaj Belzer aus De:Bug 115

Vom Pixelschieben zum kompletten Systementwurf: Das Webdesign hat zehn aufregende Jahre hinter sich. Fehlende Standards gehören genauso der Vergangenheit an wie der Wunsch, alles nur blitzblank präsentieren zu wollen. Daten müssen kanalisiert werden und der User ist endlich mit im Boot.

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Die Geschichte des Internet ist unmittelbar mit den gestalterischen Möglichkeiten verbunden, die sich aus dem und für das Medium ergeben. So definiert sich eine Website, die in ihren Geburtsjahren in den frühen Neunzigern primär eine semantische Funktion hatte, heute mehr denn je über die graphische Ordnung der Elemente. 2007 bedeutet Webdesign Funktionalität: Das gestalterische Element scheint das entscheidende Mittel zur (verständlichen) Kommunikation geworden zu sein.

Wie bei jedem großen Talent war das Aufwachsen aber kein Zuckerschlecken. Nachdem in mühsamer und langwieriger Kleinarbeit das “Laufen“ und “Sprechen“ gelernt worden war, begann sich das Kind, sobald es auf eigenen Beinen stand, ebenso wild und unvernünftig auszutoben. Man war in der Pubertät angekommen und die Tatsache, dass das wenig effiziente Aufbäumen der Designmöglichkeiten mit Technik-Paranoia und Zukunfts-Hype um die Jahrtausendwende zusammenfiel, ist mehr als nur ein ironischer Witz der Zeit- bzw. Kunstgeschichte. Der Kleine hatte die Fähigkeit zur Selbstreflexion entdeckt. Wie üblich sollte es ein paar Jahre dauern, bis das Ganze ernsthaft Früchte trug. Mittlerweile scheint es, als ob Webdesign erwachsen geworden ist.

Form follows Function

Schließlich ist in Zeiten von Web2.0 und Ajax “Form follows Function“ zum alles überragenden Dogma geworden. Design im Netz hat sich mehr denn je in die Richtung seines italienischen Wortstammes (disegno = die Zeichnung, der Plan) entwickelt und meint heute ganz in der Tradition Da Vincis eher Bezeichnen, Skizzieren denn Entwerfen. Der Webdesigner ist bei aller Kreativität auch Handwerker geworden, auch weil man dem User (= Leser der Webseite) endlich seine ganz eigene Hermeneutik zugestand. Dabei hat sich, wenn auch in den Kinderschuhen, eine Methodik entwickelt, die es dem Webdesigner erlaubt – selbst ganz abgesehen vom Marketing-Kontext – bestimmtes bestimmt zu produzieren, was auf der Gegenseite wieder bestimmt (aber eben anders) rezipiert werden kann. “Bei Webdesign geht es darum, einen Dialog mit Information zu kreieren“, formuliert es Khoi Vinh, preisgekrönter Chefdesigner des Online-Auftritts der New York Times im De:Bug-Interview.

Zwischen Designer und User steht inzwischen ein auf Funktionalität ausgerichtetes Instrumentarium. Von den ersten Textseiten am Genfer CERN bis zum Feststehen eines halbwegs ausgereiften Werkzeugkastens liegen dabei nicht viel mehr als zehn Jahre. De:Bug schaut mit Hilfe dreier Webdesign-Koryphäen zurück:

David Linderman, gebürtiger Amerikaner, lebt und arbeitet heute in Berlin. Er ist Creative Partner und Chefdesigner bei 4RK Unstable Media, mit Sitz in Hamburg und Berlin.
Arnaud Mercier, stolzer Südfranzose aus Marseille, arbeitet nach einem Umweg über Vancouver heute als Art Director für Area 17 Media, die Büros in Paris und New York unterhalten.
Khoi Vinh, geboren in Saigon und aufgewachsen in Maryland, ist seit 2006 Design Director für die Webseite der New York Times (www.nytimes.com). Außerdem betreibt er seit ca. zehn Jahren den Design- and Life- Weblog subtraction.

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Form und Inhalt im Browser-Krieg

Jedes gute (oder natürlich auch schlechte) Webdesign ist abhängig von den Darstellungsmöglichkeiten der Browser. Ohne Straßen keine Autos, ohne Browser kein Webdesign – so einfach ist das. Heute haben wir es in der Hauptsache mit den Kandidaten Firefox, Safari, Opera und MS Internet Explorer zu tun. Der erste funktionierende Browser für Nicht-Atomphysiker kam 1993 auf den Markt und hieß Mosaic. Zum ersten Mal konnte man von einer einigermaßen “grafischen Darstellung“ von Webseiten sprechen. Aus Mosaic entwickelte sich kurz darauf der Netscape Navigator – remember, Leuchtturm, oben rechts!? – und plötzlich geschah etwas, das auch die Geschichte des Webdesigns für die nächsten Jahre nachhaltig beeinflussen sollte: Bei Microsoft fiel jemandem auf, dass man das Internet vergessen hatte.

Nun begann das, was als Browser-Wars in die Bücher der standardmäßig Sci-Fi-sozialisierten Internet-Historiker eingehen sollte. Microsoft knöpfte der Firma Spyglass, die zu diesem Zeitpunkt hinter dem noch verbliebenen Mosaic-Team stand, die Mosaic-Lizenz für Lau ab (weil den IE gibt’s ja umsonst, für ‘nen guten Zweck sozusagen) und der Microsoft Internet Explorer war geboren. In der Folge rangen zwei Konkurrenten um Anteile auf dem immer wichtiger werdenden Markt Internet: Microsoft mit ganz viel Geld vs. Netscape mit verhältnismäßig viel Know-how bzw. Wissen (siehe Empire vs. Jedi, Persien vs. Griechenland, Disney vs. Pixar etc., etc.). Wie immer gewann das Geld, vor allem weil die Nerds von Netscape stoisch (s. Griechenland) an der technischen Ausgereiftheit ihres inzwischen vom Navigator zum Communicator hochgerüsteten Produkts festhielten und sich zunächst keiner um die uncoolen Dinge wie Marketing und Vertrieb kümmern wollte. Nur was hat das mit Webdesign zu tun?

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Eines der wichtigsten Mittel im Kampf um Marktanteile war, dass man Erweiterungen für die Darstellung von Webseiten entwickelte, die ausschließlich vom eigenen Browser, sprich Netscape oder IE, gelesen werden konnten. Man stelle sich vor, zu Frühzeiten des Automobils hätte es Straßen nur für Benz und Straßen nur für Ford gegeben. Die Dummen waren die Webdesigner und FrontEnd Coder. Jede Webseite musste so für zwei Browser entworfen, programmiert und optimiert werden.

Absurderweise wurden die jeweiligen Erweiterungen von den Entwicklern als “Standards“ bezeichnet. Hintergrund dieser Bezeichnung waren die vom World Wide Web Consortium, kurz W3C, entwickelten Vorgaben. Das W3C, welches 1994 vom HTML-Erfinder Tim Berners-Lee gegründet wurde, ist bis heute die entscheidende Institution, wenn es um Richtlinien im Netz geht. Leider entspricht das Durchsetzungsvermögen des W3C dem Autoritätsgrad von UNO, EU und Amnesty International in Summe, weswegen die Vorgaben auch nur “Recommendations“ heißen, an die sich in der Auseinandersetzung zwischen IE und Netscape kaum jemand hielt. Nichtsdestotrotz waren und sind die “Recommendations“ des W3C die entscheidenden Milestones bei der Weiterentwicklung von Webseiten.

Ernsthafte Web-Standards

Dennoch hatte die chaotische Situation im Rahmen der Auseinandersetzung der Großkonkurrenten zweifellos Auswirkungen auf die Entwicklung des Webdesigns. Neue Standards wurden nur schleppend implementiert, so dass die Möglichkeiten für benutzerorientiertes Webdesign noch um die Jahrtausendwende stark eingeschränkt waren. Zwar stabilisierte sich die Lage, nachdem Netscape, das seinen Marktanteil fast komplett an Microsoft abgegeben hatte, 1998 von AOL gekauft wurde (aus dem nun frei zur Verfügung stehenden Quellcode sollte sich schließlich Mozilla bzw. Firefox entwickeln), ernsthafte Web-Standards wurden aber erst nach und nach umgesetzt.

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Webdesign funktionierte noch um 2001 vielfach nach dem Prinzip: Mach das Beste aus der schlechten Situation! “Wir haben damals mit Tabellen designt, damit die Seite aussah, wie wir es wollten”, beschreibt Khoi Vinh die Lage. Tabellen wurden angelegt, um Bilder und Grafiken (und eben auch Text) zu positionieren. Konkret hieß das, dass Objekte im Layout quasi negativ definiert waren. Um zum Beispiel ein simples grafisches Element mit einem festgelegten Pixelabstand vom linken Fensterrand (des Browsers) zu implementieren, erstellte man auf der benötigten Texthöhe einen Tabellenabschnitt mit zwei Spalten. In der rechten Spalte wurde die Grafik verlinkt, die linke Spalte lies man leer und schrieb ihr eine dem Seitenabstand der Grafik entsprechende Pixelbreite zu. Dies war zum einen kompliziert, zum anderen beschränkte es die kreative Arbeit der Designer. So kam, was kommen musste:

Das kreative Potential tobte sich unabhängig von der Inhaltsebene in aufgesetzten Micro-Sites oder anderen Nebenschauplätzen aus, um mit Flash-Applikationen nur ein Beispiel zu nennen. Natürlich tat das einer funktionalen Idee von Webdesign alles andere als gut. David Linderman erinnert sich: “Bis zur Jahrtausendwende zielte jedes Projekt darauf ab, ein Testballon für ein neues Design oder einen neuen Ansatz in der Interaktivität zu sein. Es ging darum, Standards zu erweitern. Oft mussten wir einfach technische Hindernisse und ästhetische Herausforderungen austricksen.” So sehr das Ausloten des kreativen Potentials, das Sich-Ausprobieren gut und wichtig für die Entwicklung von Webdesign war, mit dem User hatte das wenig zu tun. Linderman: “Im Web tummelten sich vor allem die sehr produktiven Träumer. Die Community der Entwickler, Designer und Forscher war extrem überschaubar. Die Besucher von Webseiten waren entweder Teil einer gut informierten Gemeinschaft oder aber totale Neulinge, die sehr wenig zur Entwicklung beitragen konnten. Der typische Besucher schaute sich Webseiten an, benutzte sie aber nicht.”

Eine neue Hoffnung

Dabei war es schon seit dem De:Bug-Gründungsjahr 1997 im Rahmen von HTML 4.0 möglich, Stylesheets zu verwenden, durchsetzen konnte sich das Prinzip aber erst wirklich, nachdem die Browserfrage nachhaltig geklärt war. Hierzu trug der durchschlagende Erfolg des Open-Source-Projektes Mozilla sicherlich einen großen Teil bei. Unabhängig von Betriebssystemen wurde auf einmal deutlich, dass das Open-Source-Prinzip langfristig zur Optimierung beitrug, die schließlich in der Entwicklung von Firefox mündete. Aber Sekunde, Stylesheets?

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Stylesheets basierten auf der Einführung der Programmiersprache Cascading Style Sheets, kurz CSS. Auch diese war eine “Recommendation“ und das bis heute gültige CSS Level 2 veröffentlichte das W3C anno 1998. CSS ermöglichte (zusammen mit einer aktuellen HTML-Version) die Trennung von Form und Inhalt. Klingt simpel, hatte aber große Auswirkungen. Es war nun möglich, die Gestaltung vor dem Text, aber vor allem völlig autonom vom Inhalt festzulegen. Das CSS File legte die grafisch-stilistischen Parameter für bestimmte Cluster fest, HTML musste dann nur noch die Inhalte dem jeweiligen Cluster zuweisen. Erst diese Funktion ermöglichte es dem Webdesign, eine genuin eigene Form anzunehmen, die letztlich darin resultierte, dass das Design einer Webseite selbst zum Kommunikationsmittel, zum Meta-Inhaltsträger und damit zum Inhalt wurde.

Arnaud Mercier: “[In früheren Zeiten] ging es mehr um Grafikdesign als um Webdesign. Erst heute ist interaktives Design tatsächlich interaktives Design. Früher ging es um Grafikdesign mit ein wenig Interaktivität. Heute hingegen weiß man vorher überhaupt nicht, wie der Kontent aussieht. Alles ist dynamisch, man muss eher komplette Systeme designen als Screens. Webdesign ist erwachsen geworden. Das ist eine interessante Entwicklung, weil das Internet gleichzeitig zu seinen Wurzeln zurückgeht, nach deprimierenden Jahren, in denen das Ziel lediglich war, dem Print-Design nachzueifern.”
Khoi Vinh von nytimes.com bringt es auf den Punkt: “Heute designen wir Dinge so, dass ihre Funktionalität tatsächlich unseren Vorstellungen entspricht.”

Der große Lern-Effekt

Dass sich dieser Ansatz erst nach so langer Zeit durchsetzte, lag zum einen daran, dass sich in Folge des Browser-Krieges sowie dem Platzen der Internet-Blase 2001 sowohl Geldgeber als auch Kreative erst wieder konsolidieren mussten. Lindermann: “Das war eine sehr nüchterne und extrem konservative Zeit, die zu einer kompletten Neudefinition von visuellem Web- und interaktivem Design geführt hat. Etwa 2004 wurde dann plötzlich alles wieder total interessant. Plötzlich fruchteten unsere Träume aus den 90ern. Echte Web-Applikationen, Webseiten wurden zu echten Tools oder Programmen und emanzipierten sich von ihrer Funktion als Informations-Konstrukte, statischen Werbe-Geschichten und Text-basierten Communities.”

Zum anderen war es erst einmal nötig, die neuen Möglichkeiten theoretisch zu evaluieren. Aus dieser eher kontemplativen Phase heraus entstanden schließlich erst Anwendungen, die der Trennung von Inhalt und Form eine Bestimmung gaben. Linderman: “Für einen Grafik-Designer hatten die neuen Standards (vor allem CSS und HTML, aber auch Java- und Actionscripting) einen großen Lern-Effekt. Sie erforderten, dass man über Inhalte viel systematischer nachdenken und gleichzeitig dynamischere Layout-Variablen finden musste.

Die Struktur und diese ‘Flüssigkeit’, in der Information und Kommunikation in das Projekt mit einfließen kann, wurde zu einer starken Inspiration der ästhetischen und philosophischen Extreme von Format und Komposition.” Es war die nunmehr allgemein angenommene Festlegung auf bestimmte Web-Standards, die eine Neuentwicklung ermöglichte. Khoi Vinh: “Web-Standards zwangen Designer dazu, über die Einschränkungen der Webseite und ihrer Ästhetik hinauszudenken und darüber nachzudenken, wie ihre Lösungen in die Gesamtentwicklung hineinpassen könnten: wie es in der Welt funktionieren würde, wie die Seite mit den Usern umgeht und vor allem auch mit anderen Datenquellen.”

Die wichtigsten Neuigkeiten zuerst

Wie wichtig dieser Hintergrund heute ist, erkennt man an Websites wie “A List apart” (ALA). Das 1998 von Jeffrey Zeldman ins Leben gerufene Online-Magazin für Webdesign war eine der ersten Seiten, die ihre Gestaltung komplett der Idee von Standards unterwarf. Für ALA 1.0, das im Februar 2001 online ging, bedeutete das eine simple Spaltenstruktur der Websites, die sich in erster Linie an einer einfachen Darstellung der Inhalte orientierte. Keine Intro-Page, die wichtigsten Neuigkeiten zuerst, während statische Information durch kleinere Schrift und Verortung in der Seitenleiste gekennzeichnet war: In der simpelsten Form war es die Entwurfsgrundlage für das, was einem heute von jedem Blog entgegenstrahlt. ALA 1.0 verwarf das HTML-Table-Design-Prinzip als obsolet und orientierte sich fortan an der strikten Trennung von Inhalt und Form mit Hilfe von CSS.

Was den “Look” angeht, galt die Prämisse, alles so simpel wie möglich zu halten, im Zweifel für den User zu entscheiden. Diese Art des Designs machte Webseiten nicht nur einfacher bedienbar, sie machte das Internet auch für viele zugänglicher oder, um es politisch auszudrücken, konsensfähiger. Dabei ist es kein Zufall, dass es (zumindest in Grundsätzen) ebay.de war, wo ein mehr denn je auf Funktionalität statt Schönheit ausgerichtetes Design in Deutschland den ersten kommerziellen Erfolg feierte. Das “Mitmach-Prinzip” schien sich durchzusetzen.

Die 2003 überarbeitete Version von ALA (3.0) wurde millionenfach kopiert, nicht, so Zeldman, “weil es so schön war, sondern generisch; ein angemessenes Template für praktisch jede Kontent-orientierte Seite. Vor allem wurde es aber kopiert, weil es so leicht zu kopieren war.” Im weitesten Sinne waren es gestalterische Ideen, geboren aus schierer Notwendigkeit, die Web2.0 nicht nur beflügelten, sondern auch begründeten. Arnaud Mercier: “Wir designen heute Systeme, die Kreativität kommt also erst in der Interaktivität zur Geltung. Wir müssen Systeme entwickeln, die sich gut benehmen, die gut aussehen und sich gut anfühlen. Das perfekte Beispiel für mich ist Mac OS X. Hier ist der Stil sehr weit vom Inhalt abgegrenzt. Es lässt den Kontent des Benutzers so gut wie möglich erscheinen.” Dennoch, gutes Design und Massenbegeisterung, ist das nicht ein Widerspruch?

“Wir wollten Arbeitsmethoden entwickeln, die zu besseren Verhältnissen führen.”

Gesagt hat’s kein geringerer als Otl Aicher. Mitbegründer der in den BRD-Gründungsjahren legendären FH für Gestaltung in Ulm, der nebenbei die Corporate Identity von Marken wie Braun und Lufthansa, oder aber den Münchener Sommerspielen ’72 erfand. Die der Fluggesellschaft ist, mit von Aicher entwickelten Farben und Fonts, bis heute weltweit erfolgreich. Nun war Aicher, der 1991 starb, weit entfernt vom Internet. Für den maßgeblich von den Philosophen Ockham, Kant und Wittgenstein beeinflussten Gestalter galt aber, was sich im Grundsatz auch beim Webdesign durchgesetzt hat: Vom Objekt her zu denken, oder wie Aicher sagt: “Die Sache ist der Maßstab.” Es zeigt sich, dass der beschriebene Ansatz im Netz keinesfalls bedeutet, es jedem recht zu machen. Benutzerfreundliches Webdesign heißt nicht Einheitsbrei, sondern meint nach oben offene Grundsätze. “Eine gute Webseite basiert auf zwei Fakten: Das Internet ist ein interaktives Medium und der Benutzer ein Mensch”, schreibt Sharon Lee im Juni 2007 auf “A List Apart” (www.alistapart.com/articles/humantohuman). Wer das versteht, weiß auch, dass Grundsätze in diesem Fall nicht gleich weniger Innovationsmöglichkeit bedeuten. Khoi Vinh: “Heute ist Webdesign viel aufregender und auch viel einfacher als noch vor fünf Jahren. Im Gegensatz zu anderen reifenden Technologien ergeben sich immer mehr Möglichkeiten, nicht weniger, wenigstens für die nächsten paar Jahre.”

Perspektiven
Auch wenn das Baby Webdesign erwachsen geworden ist, bleibt viel zu tun. Internet heute bedeutet die Fokussierung auf einige Design-Ansätze, die sich an Hand des Benutzer-Votums als sinnvoll erwiesen haben. Linderman: “Es gibt einige gut etablierte Strukturen für Web-Applikationen und -Interfaces: Friendster, WordPress-based Blogs, MySpace, Wikipedia, Flickr, YouTube oder Google Earth. Diese Seiten oder Anwendungen werden intensiv genutzt und hatten so einen großen Einfluss auf die Art und Weise, wie User interagieren, ihre Erwartungen und die Entwicklung dieser Applikationen.“ Nichtsdestotrotz gilt es, nicht in die Falle der Konventionalität zu tappen. Linderman: “Es gibt immer noch ein so großes Innovationspotenzial, aber wir bleiben brav auf den ausgetretenen Pfaden. Und die sind wirklich ausgetreten! Warum gehen wir nicht mal querfeldein?“

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Elektronische Lebensaspekte.