Schrein der Retro-Gamekultur in Tokio
Text: Verena Dauerer aus De:Bug 120

Na gut, in Tokio hat es das Spezialistentum ziemlich weit getrieben: Wenn es Maid Cafés mit Mädchen in Wiener Zuckerbäckeruniformen gibt und Bars, in denen die Servicekräfte als Gundam-Roboter gestylt herumlaufen, warum nicht auch ein Café für Liebhaber alter 80er-Games? Das 8bit Café in Shinjuku ist ein kleiner, wohliger Ort, der eigens für die japanische Retro-Gamekultur eingerichtet wurde.

Das Interieur ist höchst liebevoll vollgestopft mit alten Super-Mario-Spielen und einer Menge Famicom-Kassetten in allen Farben der Nintendo-Gamekonsolen aus den frühen 80ern. Überall wurden Plastikfiguren, Ministeck-Bildchen oder auch unversehrte Originalverpackungen sorgfältig in und auf Vitrinen platziert.

Für manche ist es mittlerweile ein wohlgehegter Treffpunkt: “Das 8bit Café ist unser Stammtisch. Hier kommen wir immer Mittwochs nach der Arbeit hin, so gegen 8 oder 9. Dafür versuchen wir ein bisschen früher Schluss zu machen,” erklärt Shinsuke, der mit seinen Kollegen aus der Werbeagentur einträchtig in der Runde sitzt und auf alten Nintendo DS und Game Boys daddelt – und alle noch im typischen Salaryman-Anzug, aber mit Punkfrisur.

Daddeln kann man schließlich die ganze Nacht: Das Café hat bis morgens um 5 geöffnet, bis zur ersten Bahn von der nahegelegenen Shinjuku Station. Ein Ort zum Liebhaben, auch was die passende Beschallung angeht: Besitzer Nawo legt dem ausländischen Besuch zu Ehren gleich noch eine Runde 8bit Pop von YMCK auf …
http://8bitcafe.net

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Elektronische Lebensaspekte.