Der dümmste Bauer hat die Spendierhosen an und schmeißt Lokalrunden.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 139


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Halligalli im Oberstübchen! Der dümmste Bauer hat die Spendierhosen an und schmeißt Lokalrunden. Schleimarsch-Jazzrock, Dickehosengetue und selbstverständlich Hochstimmung bei den Stammbarschlampen Früher Vogel, Spatz in der Hand und Taube auf dem Dach. Abgetakelte Schabracken, die bestimmt nicht Nein sagen, auch wenn das bedeutet, ab und an mit Schmackes vom Barhocker zu krachen. Egal, um blaue Flecken scheren sich die Barschlampen schon langen nicht mehr, außerdem finden sich auf den versifften Dielen des Oberstübchens eigentlich immer ein paar Erdnüsschen, was ja die Hauptnahrungsquelle abgetakelter Barschlampen darstellt.

Dümmster Bauer ordert dreifache Rachenputzer für alle, runter damit und Zack! ist es wieder passiert: Spatz in der Hand hat den Kopf beim Wegkippen etwas zu schwunghaft zurückgelegt, schon liegt sie im Dreck. “Wenn der Körper zu oft Nahrung kriegt, sinkt die Bewegungslust!” erklärt Spatz in der Hand während sie erfolglos nach einem Erdnüsschen Ausschau hält. “Sobald du was schluckst, fängt das Drecks-Insulin an molekulare Schalter umzulegen. Kann man nüscht machen dagegen, keine Schangse.” Früher Vogel kichert, Taube auf dem Dach lässt einen fahren, Dümmster Bauer wackelt mit Altherrentitten und winkt nach Schnaps. Was für ein Pack!

Ein schneller Blick durchs Handlungsfenster genügt und schon ist Dirk Niebel voll im Bilde und mächtig angefressen, der FDP-Visionär hat´s dieser Tage aber auch echt nicht leicht. Weil – Mal ehrlich Hand aufs freiheitsliebende Herz – das mit dem Entwicklungshilfeminister ist doch die reine Verarsche! Die wollen doch bloß den kreativen Impulsgeber Niebel von der Basis fernhalten! Kein deutscher Zahnarzt, kein deutscher Wellness-Hotelier und kein deutscher Wirtschaftsanwalt interessiert sich die Bohne für ein Brunnenprojekt in Hottentottistan. Oder Mikrokredite für irgendwelche Inder!

Wenn´s um Bildungspolitik ginge, würde One-Man-Think-Tank Niebel ja sofort was einfallen: Man könnte zum Beispiel die Sache mit den Computer-Indern nochmal aufwärmen, nur viel besser, mit Klima-Indern! Denn jeder Rindfleischverächter senkt den CO2-Fußabdruck des Durchschnittsdeutschen, ohne dass irgendwer auf irgendwas verzichten muss. Genial, oder? Inder können sich auch nie im Leben ein Auto leisten und auch keinen Last-Minute-Trips in die DomRep. Auf der anderen Seite würden schon 10.000 Klima-Inder ganz schön was bewirken und wer hat gesagt, dass es dabei bleiben muss? Schließlich gibt es reichlich Inder, da kann man auch ein Verhältnis von 1:1 zwischen deutschen Konsumenten und Klima-Indern anstreben – zehn Jahre vor der Deadline das Klimaziel 2020 erfüllt und keine deutsche Zahnarztgattin muss dafür den SUV in der Garage lassen. Dolle Sache.

Und für das Pack aus dem Oberstübchen fällt Niebel bestimmt gleich auch noch was ein. Vielleicht Streikbrecher beim nächsten Studentenkrawall? Wenn die Bummelanten das nächste mal Mitleid, Verschnaufpäuschen und Bio-Delikatessen in der Mensa verlangen, schicken wir nicht die Streetworker rein, um geduldig abzuwarten, bis das zähe Verständnisgeduze die Gammelstudenten ermattet. Das kann nämlich dauern und in der Zwischenzeit entfesseln die Asta-Rädelsführer eine ihrer irren Kampagnen mit treuherzigen Studentenaugenringen und nackter Studentinnenhaut.

Aber damit ist jetzt Schluss! Wenn die Bummelanten das nächste Mal aufmucken, werden sie einfach ausgesperrt und Streikbrecher auf 1-Euro-Basis in die Hörsäle geschickt. Massiv! Das ist dann mindestens Win-Win, wenn nicht sogar Win-Win-Win. Der Lehrbetrieb kann seinen gewohnten Gang nehmen, weil die Streikbrecher auf den Plätzen der querulatorischen Möchtegern-Akademiker hocken. Die Prols werden langatmig beschäftigt, da haben sie weniger Zeit auf dumme Gedanken zu kommen und vom Saufen und Rauchen werden sie auch abgehalten. Und der Lehrkörper muss sich nicht mehr mit dem Genörgel von Besserwissern rumplagen, weil die 1-Euro-Gasthörer bildungstechnisch völlig unbeleckt sind. Da bleibt für die Bummelstudenten nur noch blöd in die Röhre zu gucken! Niebel trollt sich vergnügt kichernd, ohne zu erklären was der Entwicklungshilfeminister hier überhaupt zu suchen hatte vor dem Oberstübchen.

Für ein besseres Morgen: Dem Breitbandarschloch eine Kopfnuss verpassen, Hirnneid meiden und mal wieder ein Wochenende am Drückeberg relaxen.