Kein Update für Hitlers willige Smartphones!
Text: Anton Waldt aus De:Bug 142

Wenn die schiefe Bahn zum Teufelskreis gerät, springt früher oder später auch die Nachhaltigkeitsampel auf Rot und dann haben wir den Salat. Eingefleischte Veganer mögen das witzig finden, der normale Mensch aber bestimmt nicht, jedenfalls solange er noch einen Funken Anstand im verkommenen Leib hat. Der normale, anständige Mensch kennt nämlich seine Pappenheimer und deshalb weiß er auch ganz genau, dass sogar der normalste und anständigste Mensch ohne sein Currywurst-Sorbet ganz schnell zum Prügelbischof wird. Wie das ausgeht, möchte man sich als normaler, anständiger Mensch ja eigentlich gar nicht vorstellen. Ist sowieso immer die selbe Leier. Erst wird ein bisschen rumgebrüllt, dann kriegt Feinstaubdieter eine reingesemmelt und am Ende lässt die schweigende Mehrheit die Fäuste sprechen.

Am nächsten Tag steht dann in der Zeitung: “Merkel bedauert tote Afghanen”, der Prügelbischof rudert peinlich berührt zurück und der normale, anständige Mensch schiebt Ausländern die Schuld in die Schuhe, was ja immer hervorragend klappt, weil Ausländer dauernd ihre Schuhe ausziehen, um ihren Terror anzubeten, und derweil stehen ihre Schuhe unbeobachtet vor der Moschee. Der Muselmann ist abgelenkt, der Pöbel macht sich an den verwaisten Schuhen zu schaffen und das Fernsehen ist auch da: Was haben sie eigentlich gegen Ausländer? Blöde Frage: “Sie machen sich unbeliebt. Sie sind kriminell. Sie nehmen uns die Jobs weg. Ich mag sie nicht.” Terrorpupsi auf großer Fahrt und das alles nur wegen ein bisschen lausigem Salat. Wie bitte? Lausig? Schön wär‘s! Dann hätte der Fraß ja wenigstens ein paar Proteine!

So oder so, die Sache mit dem Salat ist eine unappetitliche Angelegenheit und es wird immer schlimmer: Wissenschaftler haben nämlich erst neulich rausgefunden, dass auch größere Mengen Obst und Gemüse gegen Krebs nichts nützen. Im besten Fall können zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse 2,6 Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und 2,3 Prozent bei Frauen verhindern. Da kommt auch der eingefleischteste Veganer ins Schwitzen, jetzt herrscht Stress pur im Stau vor der roten Nachhaltigkeitsampel und weit und breit kein Delfintherapieangebot, um die Mütchen der Prügelbischöfe zu kühlen, wofür wir uns dann schon wieder bei den Wissenschaftlern bedanken können, die ihre Nase aber auch wirklich überall reinstecken müssen. Dabei haben sie jetzt zu allem Überfluss auch noch entdeckt, dass der planschende Mensch den Delfinen ordentlich Stress bereitet: Sobald Erholung suchende Menschen ins Becken steigen, ändern die Delfine nämlich ihr Verhalten radikal und sie verfallen in eine Art Diskomodus: Die Ruhezeit der Tiere sinkt von 38 auf 10 Prozent, Nahrungssuche und Nachwuchspflege werden vernachlässigt, dafür wird das Herumschwimmen zur dominanten Aktivität, für die nun 77 statt 33 Prozent der Meeressäugerzeit drauf geht.

Von der Bar auf die Tanzfläche zu den Toiletten und zurück. Auschecken, was geht. Da kommt der normale Mensch natürlich gar nicht mehr mit. Als ob es nicht schon genug Junkies gäbe, heutzutage, sogar in der Arbeitswelt vermehren sie sich wie die Karnickel. Die Arbeitswelt ist nämlich auch keine heile mehr, sondern vielmehr ein besonders gefährliches Pflaster, auf dem auch der frommste Prügelbischof ruckzuck ausrutscht und mit wehender Soutane lang hinschlägt. Denn in der Arbeitswelt steigt die Gefahr, zum Workaholic zu werden, fast täglich, und sie nimmt auch noch immer schlimmere Formen an: “Manche Arbeitssüchtige können vor lauter Stress kaum noch arbeiten und versuchen ständig, sich von etwas zu erholen, das sie noch nicht getan haben”, erläutert der Arbeitsweltexperte.

Um Müdigkeit und Schlafbedürfnis des Körpers zu überwinden, putschen sich Arbeitssüchtige mit ihrer Arbeit auf, die wie eine Droge wirken kann, womit dann – und jetzt kommt wirklich der perfide Tiefpunkt – Unternehmer zum Dealer für Arbeitssüchtige werden. Statt einem Gehalt gibt es nur noch Verdienstersatzsirup, der leider nicht konvertierbar ist, weshalb die Arbeitssüchtigen ihn selbst weglecken dürfen. In der Praxis wird der Verdienstersatzsirup aber dann meistens doch ans Sofa geschmiert, schmeckt nämlich echt scheiße. Für ein besseres Morgen: Kein Update für Hitlers willige Smartphones! Ansonsten: Ohrfeigensteuer abdrücken, Maul halten und weiter shoppen.