Text: Anton Waldt aus De:Bug 84

Für ein besseres Morgen

Bevor es in die Clubfrische geht, noch schnell hallo sagen. Und eine Top-Anekdote auf den Weg mitgeben, wegen der Service-Orientierung. Bald fängt ja das 1914-Programm an und daher hier die WKI-Top-Plauderei für die Bar – Historische Fix-Themen sind in der Clubfrische übrigens immer den Sport-Fix-Themen vorzuziehen. Immer. Jedenfalls hat man im Herbst 1914 in Österreich-Ungarn das “offizielle Gruß-Enthebungs-Abzeichen” verkauft, Preis pro Stück zwei Kronen. “Träger dieses Abzeichens nimmt an der Kriegsfürsorge Teil und ist des lästigen Hutabnehmens beim Grüßen enthoben”, stand auf dem Zettel dazu. Hat jede Menge soziales und kulturelles Potenzial und wenn der oder die Anekdoten-Empfänger/in schon zu platt für Soziales und Kulturelles ist, bietet sich das Wie-sähe-sowas-wohl-heute-aus-Spiel an, wenn es denn unbedingt sein muss auch auf Michael-Moore-Niveau. Für die ganz harten Nüsse, die sich partout nicht für das “offizielle Gruß-Enthebungs-Abzeichen” begeistern können, empfiehlt es sich allerdings, auch was Deftiges dabei zu haben. Die Sache mit den vier Gummistiefeln beispielsweise, die man haben muss, um Schafe zu ficken, weil wenn jedes Bein in einem Gummistiefel steht, sind die angeblich paralysiert. Von da aus kriegt man auch immer eine charmante Überleitung zu Lifing-Kram wie Dogging oder Anschnauzing hin oder aber zur letzten Brigitte-Diät, die jetzt ganz am Klo absolviert wird und vom MIT empfohlen wird. Die schlauen Wissenschaftler haben aber auch selbst wieder jede Menge andere schlaue Sachen rausgefunden, die uns durch die Allnacht helfen. Kaffee soll beispielweise am besten reinhauen, wenn man ihn flächig anwendet. Was irgendwie doch banal ist und eigentlich für die meisten guten Sachen gilt, außer für Sex. OK. Aber was wir wirklich noch nicht wussten, ist die Sache mit dem Joghurt, dessen Bakterien auf original menschliche Bauchflora zurückgehen sollen, was wohl bedeutet, dass Joghurt zum ersten mal beim Milchtransport mittels Bauchschläuchen entstanden ist. Die Bauchschläuche sind wahrscheinlich bei irgendwelchen mongolischen Kill-Bill-Aktionen abgefallen. Sollte man bedenken, bevor morgens Probiotisches verzehrt wird, das kann nämlich die Wahrnehmung verändern: “Der Spiegel” erkennt Islamisten jetzt beispielsweise am Bart, was durchaus Bauchschlauch-indiziert sein dürfte. Die De:Bug erkennt dafür Trance-Produzenten am Böhsen-Onkelz-Look: Oben kahl und unten fett. Während sich allerdings alle drängeln, um abgeschobene Islamisten abzubekommen, will die Trance-Säcke echt niemand haben. Die müssen sich daher im Abschiebungsfall sowas einfallen lassen wie Daisy Dee, die auf einer norwegischen Bohrinsel untergekommen sein soll. Norwegens Ölvorräte gehen ja demnächst aus, da gucken die nicht mehr so genau, wer sich im Nordatlantik ansiedelt. Dass das Öl ausgeht, finden wir übrigens nicht schlimm, weil wir Elektrotaxis benützen und Öl sowieso eklig ist, weil das sind ja unsere vergammelten Vorfahren und zum Beispiel Elvis tanken oder Hitler ist unappetitlich. Für ein besseres Morgen: Eine Clubfrische 2004 ohne RFID-Chips und ohne Kameras, Boogie-Bauch nicht vergessen und minimal grooven, weil die ziehen sich jetzt sogar aus, wenn sie aus Köln kommen.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.