Der monatliche Rundumschlag und unser herzallerliebstes Intro von Mr. Anton Wald, diesmal mit Doktor Motto, Herr Trittin, Gene Hackman und ein paar anderen Rotzlöffeln.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 83

Für ein besseres Morgen
Die Rotzlöffel Etzi und Fetzi aalen sich bereits behaglich, Veteranen nesteln an der Kippfunktion ihrer Bürosessel und versuchen sich zaghaft im Knochenschütteln sowie der Hoffnung, dass alles noch schubi wird: Der Mülleimer-Charakter “Kalle Kiez” belohnt den Jägermeister-0,1-Einwurf jetzt mit einem knalligen “Knorke, Keule!” und exakt so haben wir uns “Schaltstellen in Sachen Informationen” spätestens seit dem Dosenpfand vorgestellt. “Unterweisungen in Sachen Leben” heißt jetzt ja auch “Lifing”
und “Methoden in Sachen Überleben” schlicht “Trinking”: “Ich nicht mehr saufen? Klar trinke ich noch”, erklärte der 74-Jährige Gene Hackman unlängst allen über 30 die amtliche Abendgestaltung: “Irgendwer gab uns diese verdammt großen Drinks, die so gut schmeckten. Wir hatten einige davon.” Besonders gebeutelten Gestalten wie Herrn Trittin und Doktor Motte reicht das aber schon lange nicht mehr und was man so hört, versuchen sie es jetzt mit “Licking”: Dazu hockt man sich in ein Baumhaus in
Berlin-Zehlendorf, leckt verschiedene Kröten ab und jammert über
Weissblechstrolche, abgesagte Paraden und andere entzauberte Mythen, wie die betrunkenen Killerschimpasen aus Uganda, die im Kibale-Wald hausen, illegal gebrautes Bannanenbier süffeln und Kinder frühstücken und daher auch “Mobutu” heißen. “Lang mal die Kröte rüber” und “Wie soll das alles enden?” wechseln sich dann munter ab und am Ende so einer Leck-Session ist man schon mal überzeugt, dass der Dalai Lama und seine Mordbuben – allen voran die Beastie Boys und Richard Gere – bestimmt schuldig sind und die fiesen Aborigines, Nelson Mandela und natürlich die gemeingefährlichen Regenwaldindianer auch Dreck am Stecken haben. Von “Licking” ist daher unter “Lifing”-Aspekten dringend abzuraten, das Konzept wurde schließlich auch nicht für Baumhäuser in Berlin-Zehlendorf entwickelt, sondern auf die
klassische Knast- und Bibel-Tour. Erweckungs-Schabernack aller Colour ist ja überhaup mächtig angesagt, und wenn sich sogar Arte mit Karl dem Großen ein neues Übernational-Bewusstsein erquengelt, wollen wir uns auch nicht weiter zurückhalten: “Ein Bürger Athens vernachlässigt die öffentlichen Aufgaben nie, um dem eigenen Geschäft nachzugehen. In keinem Moment widmet er sich öffentlichen Ämtern, um private Interessen zu befriedigen. Uns wurde gelehrt, die Richter zu respektieren, das Gesetz zu befolgen, auch das ungeschriebene Gesetz, das durch das Gewissen und den Verstand diktiert wird. Wir sind in Athen, das ist unsere Demokratie.” Wort! für unserem Mann Perikles. Für ein besseres Morgen: Ein Sommer der Liebe 2004 mit viel
ünnepseg strandon, poselství lásky, fl ewwel post, stavat, kanepju sviests, laime, pocalunek w renke und logisch erotiko tragoudi bzw. ask sarkisi.

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Elektronische Lebensaspekte.