Schaumstoffkiffen sind Scheiße, so viel steht schon mal fest.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 122


Schaumstoffkiffen sind Scheiße, so viel steht schon mal fest. Schnuffelhase und Killerzecke, die beliebten Maskottchen der Generationentauschbörse, sollten aber sowieso besser nüchtern bleiben, schließlich haben die beiden alle Hände voll zu tun. Auf der Generationentauschbörse geht es nämlich mal wieder voll ab. Geschäftig sabbernde Frührentner drängeln sich um die Eimer mit den Gratis-Erdnussflips, würdelose Greisinnen klappern am Pensionslückenrechner, ausgesorgte Rentiers mit Allradbeule halten Maulaffen feil und riskieren eine dicke Botoxlippe.

Ein voller Erfolg, dieser Event, jedenfalls was die alten Säcke betrifft, die natürlich nicht im Traum daran denken, hier irgendetwas zu tauschen: Au contraire, ma chère! Etzi und Fetzi die Jugendlichen gehen den Alten sowieso auf den Sack mit ihrem Praktikumsplatzgebettel, und die Generationentauschbörse ist der ideale Anlass, um den Taugenichtsen zu erklären, dass ihr Zug abgefahren ist:

“Für sechs Euro kriegt man entweder ein Burger-King-Menu oder sechs Austern, aber die machen nicht so satt”, erklären die Alten, bevor sie sich die nächste Ladung Gratis-Erdnuss-Flips in den Rachen stopfen: “OK. Das war jetzt ein schlechtes Beispiel, aber einen Praktikumsplatz kriegt ihr trotzdem nicht.” Wenn man das Gebiss rausnimmt, kann man sich übrigens noch viel mehr Gratis-Erdnussflips auf einmal reinmampfen. Einerseits. Andererseits kann der Anblick ganz schön verstörend sein, vor allem für Milchmädchen ohne Zukunfts-Perspektive auf trockenen Füßen.

Die Sache mit dem Klimawandel und so weiter, der Meeresspiegel steigt, Milchmädchenfüße werden nass und das Geschrei ist groß. Es sei denn, es handelt sich um chinesische Milchmädchen, die stehen nämlich schon heute knietief im Fluss der Wohlgerüche und erfreuen sich am Abperleffekt: “Es ist glorreich, höflich zu sein!” Was Schnuffelhase und Killerzecke, die beliebten Maskottchen der Generationentauschbörse, sofort unterschreiben würden, aber die beiden haben antichinesische Vorbehalte.

Aber mitnichten wegen der Sache mit den Menschenrechten und so weiter, das geht Schnuffelhase und Killerzecke nämlich voll an ihren haarigen Ganzkörperkostümärschen vorbei: Beim Nationbuilding kann ja jedem mal die Hand ausrutschen, da sollte man nicht gleich ein großes Gewese veranstalten. Bei ihrem China-Beef geht es auch nicht um den Dalai Lama, den konnten Schnuffelhase und Killerzecke noch nie ab. Es geht auch nicht um die olympischen Spiele, Schnuffelhase und Killerzecke spucken auf Sport, so oft es geht, so was lehnen sie grundsätzlich ab.

Im Sport herrscht nämlich prinzipiell kein Fair-Play, sonst wäre es ja kein Sport, sondern Kuscheln für Heulgemüse. Und vom Fair-Play-Geschwätz aus Trainermund lassen sich Schnuffelhase und Killerzecke bestimmt nicht einlullen, die beiden fallen ja auch nicht auf TV-Sendungen nach dem Strickmuster “Einfach mal in die Kamera furzen” herein. Um zum Thema zurückzukehren: Schnuffelhase und Killerzecke haben antichinesische Vorbehalte, weil sie den Chinesen die Sache mit der Energiesparbox immer noch übel nehmen. Einfach irgendwas reinstecken, in die Energiebox, und schon pflanzt sich im Urwald ein Baum. Oder ein Flieger mit Ökotouristen schwebt ein.

Sanfter Biotourismus soll ja ohnehin das Schicksal der globalen Bauernschaft sein, noch so eine chinesische Abgefeimtheit. Aber das haut alles nicht hin, genau wie diese Statistik, nach der 8 Prozent des Bruttoinlandprodukts durch im Stau stehen vertrödelt werden, während gleichzeitig 13 Prozent durchs Surfen am Arbeitsplatz draufgehen und 23 Prozent durch Raucherbeine. Aber nicht mit Schnuffelhase und Killerzecke, die stehen entweder im Stau oder pflegen ihre MySpace-Profile im Büro oder sie sterben beim Rauchen, aber nie gleichzeitig, womit die Rechnung perdu ist und die Chinesen gründlich blamiert.

Für ein besseres Morgen: die Beimischungspflicht ignorieren, die Hand aus dem Arsch des Kulturbetriebs nehmen, Schutzhundbriefe kaufen und ordentlich was baumeln lassen!

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Elektronische Lebensaspekte.