Text: riley reinhold aus De:Bug 01

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A-Musik aus Köln ist neben Mille Plateaux, eins der wenigen Label in Deutschland, das sich mit experimenteller elektronischer Musik an der Grenze zu Noise, E-Musik und Neuer Musik befasst. Eine winzige Parzelle im Herzen von Köln, mit Plattenladen, Vertrieb und Label, die über eine Zeit von nun zehn Jahren (Anfangs als Mailordervertrieb) Anlaufstelle für begeisterte Elektronikfans ist. Seit 1996 hat man ein Dutzend interessanter Platten herausgebracht von Künstlern wie Schlammpeitziger, L@n und Wabi Sabi, bekannt auch als Pluramon. Ihr Name ist über das letze Jahr hinweg zu einer festen Größe selbst bei Leuten die sich nur marginal für Randgebiete elektronischer Musik interessieren, und für fast alle zum Namen einer ganzen Musikrichtung geworden.


Das Interesse das ihnen von Techno Seite angetragen wurde, gründet sich nicht zuletzt darauf, das man sich in der Art von Konsolidierungsphase die Techno mittlerweile durchläuft, nach seiner eigenen Geschichte erkundigen möchte, daß man wissen will was ausserhalb der eigenen Szene an spannenden Entwicklungen in elektronischer Musik vor sich geht, ob man etwas verpasst haben könnte in der hecktischen Zeit der eigenen Entwicklung, und welche Zusammenschlüsse das Ende der Ghettoisierung von Techno als Dancefloor hervorgerufen haben mag. Und das Interesse, das Leute wie A-Musik Techno entgegenbringt, gründet zum Teil auf ganz ähnlichen Ideen.

.buzz: A-Musik war ursprünglich ein Versand, den Du von Zuhause gemacht hast. Wann fing das an?
GO: Es ist schon fast vor zehn Jahren losgegangen, Ende der Achtziger, kurz vor meinem Abitur, mit Versand und Katalog. Zu diesem Zeitpunkt gab es bei uns vorwiegend Industrial, was damals noch richtig existent war. Man hat Whitehouse, SPK etc. verkauft.
.buzz: Wie teilt sich das Sortiment an Musik auf? Es gibt Neue Musik, Experimentelle Musik, Industrial, Techno, Jungle, Trip Hop, was noch?
GO: Es gibt noch z.B. etwas wie Instrumental Rock, da habe ich auch noch keinen richtigen Begriff für gefunden. Sachen die sehr unrockig, unkompliziert, spacig und z.T. sehr minimal, aber mit dem üblichen Instrumentarium arbeiten. Es ist schwierig die Platten zu kategorisieren. Dann Neue Musik, ein stehender Begriff, der klassische Musik ab dem 20. Jahrhundert bezeichnet. Wobei Pierre Henri und Roland Keyn auch dazu gehören. Klassik ist vielleicht nicht der richtige Begriff, sagen wir mal akademische Musik, aus dem akademischen Kontext heraus entstandene Musik. Musik von Künstlern mit Diplom etc. Dahinter steht auch der Drang, das erklären zu können, was man da macht. Nicht einfach zu machen und zu sagen: ÔEs ist toll, das mache ich gerneÕ, sondern dem ganzen noch einen weiteren Inhalt zu geben, oder vom Inhalt auszugehen und danach die Musik zu machen. Pierre Henri Platten z.B. haben immer ein Thema. Zum Teil sind es religiöse Themen, wie die Johannes Apokalypse, oder auch ein Soundtrack zu einem 80 Jahre alten Film, wie es bei seiner letzten Platte der Fall war.
.buzz: Letztendlich kommt das der Musik zugute?
GO: Zum Teil. Manchmal nervt es auch. Ich lese mir die Begleittexte nur noch in den seltensten Fällen durch, vielleicht wenn ich Schwierigkeiten habe, die Musik zu verstehen, aber ob mir das dann hilft, ist eine noch ganz andere Sache. Es ist für mich keine Bewertung, ob es einer geschafft hat, noch weitere hundert Seiten darüber zu schreiben, was er gemacht hat. Bei John Cale zum Beispiel gibt es viele Stücke, da macht das Lesen, weil es sehr konzeptionell ist, oft mehr Spaß als es sich anzuhören.
.buzz: Gibt es in Deutschland noch einen anderen Versand, der ein ähnliches Programm anbietet?
GO: Es gab schon immer mehrere. Manche sind versandet und neue sind dazugekommen. Momentan gibt es einige. Jeder für sich hat einen anderen Schwerpunkt. Tesco in Frankfurt sind mehr Industrial fixiert. Gelbe Musik in Berlin stehen für Neue Musik. Recommended Records in Würzburg hatten ein ähnliches Programm wie ich, haben aber jetzt nach 15 Jahren Existenz zugemacht. Staalplaat haben auch ein breiteres Angebot und bei Normal in Bonn kriegt man auch viel.
.buzz: Was hat dich dazu motiviert, den Versand ins Leben zu rufen?
GO: Da steckt eine Anekdote dahinter. Im Saturn gab es früher oft Platten sehr günstig, und da habe ich gedacht, die kann man nicht einfach dort stehen lassen. Zum Beispiel gab es Current 93 Picture Disks für einen Apfel und ein Ei, und bevor sich ein Depp die nur wegen dem bunten Vinyl…. Es gab auch noch die Fundgruppe und da stand eine Maxi von NON dreihundertmal für eine Mark, und dann hat man die Platte die nächsten fünf Jahre immer wieder auf Kölner Flohmärkten bei irgendwelchen Bärtigen gesehen, die sich schwer gewundert haben, was sie da wieder eingekauft hatten.
.buzz: Wie hat sich das weiterentwickelt?
Go: Ich habe dann weitergeforscht und Leute aus Aachen kennengelernt, die in einer Band spielten, die sich ÔHirsche Nicht Auf SofaÕ nannten. Mitte der Achtziger sind wir dann auf elektronische Musik gestoßen, die steckten da schon tiefer drinnen. So ist man zusammen zu Saturn gegangen und hat sich Platten zeigen lassen. Ich habe dann zugesehen, daß ich irgendwelche Sachen importiere, die hier keinen Vertrieb haben. Habe Labels angeschrieben, mit Merzbow gesprochen etc. Ich begann Platten in Amerika, Japan und England zu bestellen.
.buzz: Sind solche Kontakte noch immer wichtig?
GO: Zu der Zeit war es wichtig und es ist noch immer wichtig, denn es gibt noch immer einige Sachen, die nicht hierhin kommen.
.buzz: Du wartest manchmal auch ein halbes Jahr auf eine Platte, was für Plattenläden ungewöhnlich ist.
GO: Wenn der Vertrieb etwas langsam ist, dann zieht es sich schon einmal etwas hin. Man kennt sich ja schon länger, und so geht es dann auch schon mal schneller. Aber es ist ja meistens nicht schlimm, weil ich öfters auch mal Platten bestelle, die zehn oder zwanzig Jahre alt sind. Da kommt es auf drei oder vier Monate nicht an, weil es nicht die neue Concept ist, die schnell da sein muß.
.buzz: Welcher Vertrieb hat zwanzig Jahre alte Platten im Keller?
GO: Zum Teil sind es Label, die es genauso so lange gibt. Wenn es sie heute überhaupt noch gibt, dann machen sie auch CDs und haben Reste rumstehen.
.buzz: Wieviel der Platten, die du einkaufst, kommen von den klassischen, deutschen Vertrieben, wie Rough Trade, Neuton, EFA; NTT, etc.
GO: Ich würde sagen ein Drittel. Bei Schallplatten selber ist es eher noch etwas mehr, weil die meisten keine Schallplatten mehr machen, außer vielleicht Spacerockplatten, die auf Vinyl erscheinen.
.buzz: Alte Frage CD oder Vinyl?
GO : Gegen CD habe ich nichts, aber ich bin mit Vinyl groß geworden. Vinyl ist zum Auflegen auch besser. Du kennst das ja, wenn du irgendwo hingehst und der CD-Player 80 % deiner CDs nicht annimmt, dann stehst du ganz schön auf dem Schlauch. Selbst wenn die Nadel mal hängen bleiben kann, hast du bei Vinyl wenigstens noch die Kontrolle.
.buzz: Kannst du mir einige Vertriebe nennen, neben den bekannten, bei denen du bestellst? Natürlich ohne dein Betriebsgeheimnis brechen zu müssen.
GO: Staalplaat in Amsterdam oder zum Beispiel Forced Exposure aus den USA, bei denen ich experimentelleres einkaufe und man japanische CDs noch zu einem guten Kurs kriegt. Die haben mittlerweile auch Studio 1, Planet E oder Mille Plateaux.
.buzz: Ist es eher ein seltener Trend, daß solche Vertriebe Techno-Platten oder ähnliches mitvertreiben?
GO: Nein, das sehe ich bei fast allen. Staalplaat hat jetzt auch Atom Heart auf seinem neuen Label und auch Chain Reaction wird geführt.
.buzz: Sieht man da eine Fortführung einer elektronischen Tradition oder sind das andere Gründe?
GO: Ich denke schon, daß man da eine Fortführung sieht, bzw. daß es bei vielen erst in letzter Zeit zu einer Akzeptanz gekommen ist. Weil man sieht, daß da wirklich eine Entwicklung drin steckt und es nicht nur eine Partymusik ist, wo sich die Leute Pillen reinziehn und drauf abfahren.
.buzz: Du meinst es gab da eine Art Hemmschwelle?
GO: Ja, das habe ich auch bei Leuten festgestellt, die bei mir einkaufen. Wenn ich denen gesagt habe, daß die Polygon Window Maxi viel mehr Druck hat als eine lasche Explendo Geometrico, dann dachten auch viele, ich wollte sie verarschen, wollte ihnen Pop verkaufen. Es hat eine Zeit gedauert. Ich habe dann die Sähkö-Sachen bestellt und auch da waren einige Leute echt skeptisch .
.buzz: Der Kundenkreis hat sich also geändert?
GO: Ich würde sagen erweitert. Einige sind wahnsinnig skeptisch. Bei den Industrial-Leuten, sofern es sie noch wirklich gibt, gibt es schon so einige Puristen, denen nichts ins Haus kommt, was nach 1989 erschienen ist. Da muß die Gaskammer auf dem Cover sein und es muß ordentlich krachen. Hauptsache es paßt ins Bild, weil sie auch noch eine Kultur damit verbinden. Ich weiß nicht, wie es da bei denen zu Hause aussieht, ob wie in Auschwitz oder ob die Kinderschuhe von der Straße sammeln und hinter Glas legen. Ich treffe zum Teil Leute wieder nach fünf Jahren, die dann sich aber alles anhören und offen geblieben sind für Neues, und die die Wurzeln von Sachen, die man früher mochte, nicht vergessen haben. Viele sind vielleicht auch etwas überfordert alleine durch die Menge an neuen Veröffentlichungen.
.buzz: Wie bist du damit zurechtgekommen?
GO. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und freue mich über jedes neue Packet. Man ist oft enttäuscht, weil es nur ein Pulli war, aber die Spannung, die entsteht, wenn man auf die neue Chain Reaction wartet, oder auf die neue Concept, bei der man sich fragt; ãgibt es noch Hoffnung im Konzept von ConceptÒ. Die ist da.
.buzz: Was hälst du vom Konzept Concept’s?
G.O: Wo es jetzt ja auch gegen Ende geht, kann man sagen, daß es ein tolles Marketingkonzept war. Wenn man bis zur Nummer fünf oder sechs durchgehalten hat, dann hält man noch bis zum Schluß durch. Auch weil man von der einen oder anderen nicht genug enttäuscht war, so daß gesagt hätte: ÔIch mach da nicht mehr mitÕ.
.buzz: Wie hat Dir die Reihe musikalisch gefallen?
GO: Musikalisch hat es mir schon sehr gut gefallen, auch wenn man das Gefühl gehabt hat, daß es sich z.T. wiederholt hat. Bei der Nummer sieben oder acht hat er vielleicht einen Durchhänger gehabt. Am interessantesten klingt es, wenn man alle Platten hintereinander spielt, wie ein Stück. Bei manchen gab es da auch die Diskussion, daß da ein Wettstreit zwischen Concept und Studio 1 im Gang war. In der Art, daß man Einfüsse bei beiden gesehen hat, die neue Studio 1 etwas ãconceptigesÒ hatte, die Concept etwas ãStudio1-mäßigesÒ hatte. Bei Hip Hop hatte man das bei den Answer Songs. Im Grunde finde ich das auch eine interessante Sache, weil man das Gefühl hat, daß die Leute das, was um sie herum passiert, auch wahr- bzw. ernstnehmen.
.buzz: Wie umfangreich ist dein Vertrieb?
GO: Ich vertreibe ca. ein Dutzend Label, die ich für interessant halte und die in Deutschland keinen Vertrieb haben.
.buzz: Welche Plattenläden belieferst Du?
GO: Hardwax Berlin, Optimal in München, einige kleine Läden in Berlin wie Nevergreen, On-Off Sounds und drei in der Schweiz. Manchmal treten auch Leute an mich heran mit der Bitte, seltene Platten heranzuschaffen. Der Vertrieb ist dadurch entstanden, daß ich meine A-Musik Erzeugnisse auch selbst vertrieben habe. In Deutschland werden A-Musik-Platten vertrieben durch Neuton und Groove Attack.
.buzz: Wie hat sich das Angebot der Platten mit der Öffnung des Plattenladens 1992 verändert?
GO: Das Spektrum hat sich nicht unbedingt verändert, nur zum Teil. Hauptsächlich eher die Menge der Platten. Ich habe dann statt fünf zehn eingekauft, auch mehr Flops oder sogenannte Ladenhüter, die man ja braucht, wenn man einen klassischen Laden hat. Ich habe irgendwann mal mit Warp Platten angefangen (der Artificial Intelligence Reihe), als ich noch von Zuhause den Versand gemacht habe, und das hat dann scheinbar außer mir erstmal keinen meiner Kunden interessiert. Die dachten, daß wäre so Techno. Ich habe damals für mich Parallelen zu einer Industrial Band wie Severed Heads gesehen. Zum Beispiel dachte ich, es gäbe eine Änlichkeit zwischen dem frühen Minimal-Industrial und z.B. B12. Ich stellte mir vor, so etwas könnten Severed Heads machen, wenn sie noch gut wären. Ich sah das als Entwicklung.
.buzz: Ist es oft für Dich so, daß du in Techno-Platten eine Weiterentwicklung zu den Platten siehst, die du früher gehört hast?
GO: Bei manchen wie z.B. Richard S. Kirk konnte man das nachvollziehen, bis er anfing, afromäßig abzufahren.
.buzz: Siehst du z.B. Verwandtschaften, Entwicklungen zwischen Richie Hawtins Concept und älterer elektronischer Musik?
GO: Klar der Minimalismus, den gab es schon vorher. Eigentlich passiert ja bei den Stücken nicht so viel, und es geht da um Sounds, welche Sounds man benutzt. Vergleichbar mit einer abgespeckten Variante von Steve Reich oder von elektroakustischen Stücken Pierre Henri’s. Überhaupt die Beschäftigung mit Sound in feinen Mikrostrukturen. Ich sehe das insgesamt als Entwicklung, daß man jetzt wieder an die Feinheiten geht. Das Grobe hat man jetzt geschafft, Hardcore oder Ambient-Blubber-Sounds. Die letzten zwei Jahre ging es wieder mehr um Sound. Bei den Studio 1 Sounds z.B. verschiebt sich alles leicht. Bei Steve Reichs Stücken ist es auch so, daß man in die Stücke hereinhört und denkt, da passiert nichts. Aber wenn man ans Ende geht, merkt man, daß doch ein Weg dazwischen lag.
.buzz: Wie ist das bei Dir, wenn es um Jungle geht, wo die Sounds oft extrem kitschig wirken, macht dir das Spaß?
GO: Ich finde, daß da die Soundwelt etwas vernachlässigt wird. Was mich ursprünglich fasziniert hat, war die Abstraktion des Beats. Bei Ed Rush da tuckert der Beat so durch, das finde ich ziemlich langweilig.
.buzz: Hat das Interesse für Jungle bei Dir nachgelassen?
GO: Es gibt nur noch wenig Sachen, wo ich ein bißchen Neuland sehe. Die Spymania-Sachen fand ich wirklich gut, weil die untypisch klangen. Wo die Puristen sagen, das sei kein Jungle, weil etwas nicht stimmt. Das andere interessiert mich aber nicht. Bei µ-ziq hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß nochmal was Gutes kommt. Der Aphex Twin ist noch immer gut.
.buzz: A-Musik ist Dein eigenes Label, Sieben ist ein Label von Frank Dommert und Dir. Sieben, ist das so etwas wie eine Plattform für Noise-Produktionen, bei denen Du selber musikalisch aktiv bist?
GO: Bei der ersten Platte auf Sieben bin ich Auto gefahren und Frank hat am Radio gedreht. Das Erlebnis war dermaßen intensiv, alles war voll aufgedreht, daß ich schon fast gar nicht mehr fahren konnte. Die Platte ist Ende der Achtziger entstanden. Es ist ein Ausschnitt von einer Stunde Material gewesen.
.buzz: Ihr steht auf Körperfahrung durch Krach und Lautstärke?
GO: Ja, das kann man sagen. Bei frühen Swans Konzerten sind den Leuten die Hosen geflattert oder Sonic Youth live waren auch eindrucksvoll.
.buzz: Eure neue Platte auf Sieben ist jetzt draußen. Das Projekt Brüsseler Platz 10a ist gleichzeitig Wohngemeinschaft und somit eine sehr persönliche Angelegenheit?
GO: Es war ursprünglich eine einmalige Idee gewesen. Nach unserem Auftritt in der Galerie am Schlachthof fand es aber jemand gut, und wollte, daß wir direkt am Wochenende darauf wieder spielen, und so ergab es sich. Im Prinzip ist das experimentelle Musik, bei der man vorher nicht weiß, was dabei herauskommt. Die Improvisation geht so weit, daß wir uns selbst gegenseitig sampeln. Die neue Platte ist ein Mitschnitt unseres Auftritts beim Kölner Elektronik Festival ÔElektrik TrikÕ, Ende letzten Jahres.
.buzz: Ihr habt jetzt einige Live Auftritte außerhalb Kölns?
GO: Wir spielen einmal in Darmstadt im Workshop für Neue Musik, was man als ernstere Veranstaltung bezeichnen könnte. In Düsseldorf spielen wir im Proberaum bei Andy von Mouse On Mars in dem zeitweise Events stattfinden.
.buzz: Bewegt ihr Euch oft in einem akademischen Umfeld?
GO: Es ist für uns das erste Mal, daß wir uns in einer solchen Situation befinden. Wir mußten erst mal theoretisch erklären, was wir machen.
.buzz: Wie ist A-Musik als Label entstanden? Wenn man bedenkt, daß es A-Musik als Versand schon zehn Jahre gibt, so war das Label wahrscheinlich ein Ergebnis aus vielen Dingen?
GO: Die Idee gab es schon länger, aber im Grunde wollte ich daraus etwas ganz anderes machen, als das, was jetzt daraus geworden ist. Ich bin da eigentlich sehr froh darüber, wie es geworden ist. Ich wollte ursprünglich mit Wiederveröffentlichungen von Sachen anfangen die kaum jemand kennt, die alt und spitze sind. Mit Tazartis, ein Algerier, der Ende Siebziger, Anfang Achtziger in Frankreich lebte, und den ich immer noch spitze finde. Jetzt hat es jemand aus Italien gemacht und ich vertreibe sie in Deutschland.
.buzz: Momentan sind alle Platten auf A-Musik von Freunden aus dem direktem Umfeld.
GO: Es bietet sich an und sie sind gut. Es muß nicht so bleiben, es kann jeder andere mitmachen, aber es ist ganz gut um ein Profil aufzubauen. Bei Schlammpeitziger und L@n hatte ich so gar keine musikalischen Vergleiche. Ich finde, daß sie sehr für sich stehen.
.buzz: Wie läuft die Schlammpeitziger in England?
GO: Das läuft gerade erst an. Die neue Schlammpeitziger, die im Herbst kommt, wird weniger symphonisch sein, vergleichbar mit seiner Kassette auf Entenpfuhl, die um die Zeit der Split LP mit ihm erschien. Im April erscheint die erste Holosud EP, ein Projekt von Felix Randomiz und Joe (aka Schlammpeitziger).
.buzz: Du legst als ÔSelten Gehörte MusikÕ zusammen mit Frank Dommert auf.
GO: Hinter ÔSelten gehörte MusikÕ steht die Idee, Musik zu spielen, die man generell selten hört bzw. im Kontext Kneipe selten hört. Oder sei es im Zusammenhang der gespielten Platten selbst. Ich richte mich ganz nach der Stimmung. Manchmal mixe ich die Stücke, ein anderes Mal reihe ich sie aneinander oder setze Kontraste durch Kombination. Es können durchaus auch Stücke vorkommen, die bekannt sind, wie etwas von Kraftwerk.
.buzz: In wie weit interessiert dich ein Hipness Kontext?
GO: Nur insoweit, wie die Sachen originell sind. Warum soll ich ãTop MonotraxÒ rausbringen, die hip sind, das machen andere besser.

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Elektronische Lebensaspekte.