Mit zahlreichen Detailverbesserungen kommt die neue Version des Allround-Synthesizers von NI. Benjamin Weiss hat sie sich angesehen.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 91

Synthese, absurd
Absynth 3

Neue Features

Organisatorisches
Am auffälligsten ist auf den ersten Blick die Abschaffung des Absynth Edit-Hilfsprogramms, das immer im Hintergrund lief: Endlich ist Absynth im Ein-Fenster-Zeitalter eingetroffen.

Externes
Alle drei Oszillator-Module können nun auch mit externem Audiomaterial beschickt werden, wahlweise in Stereo oder Mono. Das fügt dem Klangerzeuger Absynth noch ein sehr spezielles und vielseitiges Effektgerät hinzu.

Hüllkurven
Auch bei den Hüllkurven hat sich einiges getan. Sie lassen sich nun gruppieren, so dass man schnell zum Beispiel alle Filterhüllkurven oder auch ausgewählte Kanäle ein- und ausblenden kann, sehr nützlich beim Editieren. Gemeinsam ausgewählte Hüllkurvenpunkte lassen sich jetzt auch gleichzeitig editieren. Zuschaltbar ist nun auch ein Beatraster, das zur Temposynchronisierung dient und wahlweise in 1/8-, 1/16- oder 1/32-Auflösung arbeitet.

Oszillatoren
Im Patch-Bereich kann nun ein Unison-Modus genutzt werden, der bis zu 3 mal 8 verstimmbare Oszillatoren liefern kann. Die Oszillatoren können jetzt unabhängig (vergleichbar analogen Synthesizern) im Free-Run-Modus laufen, ohne dass die Phase zurückgestellt wird. Neu ist auch die Möglichkeit der Echtzeitfraktalisierung der Oszillatorwellenformen, die sich auch über die Hüllkurven steuern lassen.

Effekte
Zwei neue sind dazugekommen, ein Echo und der Effekt-Resonator. Das Echo besteht aus drei voneinander unabhängigen Delays mit drei verschiedenen zuschaltbaren Filtern (Tiefpass, Hochpass oder Phaser) im Feedback Loop, was vor allem Tape-Delay-ähnliche Effekte erzeugt.
Der Effekt-Resonator besteht aus drei Delay-basierten Resonatoren, die je nach Einstellung eine hallartige oder metallische Auswirkung haben können.

LFOs
Und nun noch etwas für die Surroundfraktion: Mit der neuen Version lassen sich die LFOs jetzt auch im Raum pannen, will sagen, nach vorne und hinten bewegen, wodurch sich Bewegungen des Sounds im Raum erzeugen lassen.

Insgesamt ist Absynth mit der Versionsnummer 3 nochmal deutlich in der Funktionalität erweitert worden, wobei vor allem die Nutzung als Effekt, der Unison-Modus und die Fraktalisierung der Oszillatoren soundmäßig Neues bringen. Ansonsten wurde die Ergonomie deutlich verbessert und (zumindest auf meinem Rechner) gab’s auch eine kleine Verbesserung der Performance im Vergleich mit Version 2.
Auf jeden Fall ein lohnendes Update.

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Elektronische Lebensaspekte.