Mit der MPC 1000 rundet Akai seine erfolgreiche Desktop-Sampler-Reihe im unteren Preissegment ab. Ob der Downgrade Sinn macht, weiss Benjamin Weiss.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 84

MPC1000
Der kleine Bruder im DIN-A4-Format

Übersicht
Schön klein präsentiert sich die MPC 1000, kaum größer als ein DIN-A4-Blatt und mit knapp dreieinhalb Kilo auch recht leicht. Neben dem üblichen Stereo-Ausgang hat sie auch noch vier Einzelausgänge und einen digitalen S/PDIF-Ausgang spendiert bekommen. Schließlich sind da noch je zwei Pärchen Midi-Buchsen und der USB-Anschluss. Als Speichermedium dienen Compact-Flashkarten, die per USB mit Daten vom Computer gefüttert werden können. 16 MB RAM Speicher ist die Grundausrüstung, maximal 128 MB ist die maximale Speichergröße. Die Oberfläche ist sehr aufgeräumt und logisch strukturiert, wegen der geringen Gesamtgröße sind die Pads auch mit Funktionen belegt, was aber nicht stört.

Sequenzer
Trotz der Speichererweiterung auf maximal 128 MB hat der Sequenzer an Kapazität ein wenig eingebüßt: Statt wie bei der MPC 2000 XL 300000 Noten gibt es “nur” 100000, die im Normalfall allerdings ausreichend sind. Der Sequenzer folgt der bekannten MPC-Logik: Eine Sequenz kann bis zu 64 Tracks beinhalten, die jeweils einem eigenen Programm zugeordnet werden können. Eingespielt wird über die 16 Pads, denen die Samples zugeordnet werden. Im Gegensatz zu der größeren MPC 4000 besitzt die MPC 1000 pro Programm nur vier Padbänke, was insgesamt also maximal 64 Samples pro Programm macht.
Bei Bedarf können auch Songs erstellt werden, die sich wiederum zu Sequenzen bouncen lassen. Wer keine Lust hat, die Sequenzen in der MPC zu programmieren, kann das auch am Sequenzer seiner Wahl tun, denn die MPC liest MIDI-Files problemlos. Wer die MPC 1000 mit anderen Geräten per MIDI-Clock synchronisieren will, sollte sie dabei als Master benutzen, im Slave-Betrieb eiert sie nämlich ein wenig. Auch das Ändern des Tempos bei laufendem Sequenzer läuft nicht ganz rund, wenn man zu schnell schneller dreht, wird die MPC erstmal kurz langsamer.

Effekte und Q-Link Slider
Etwas arg krude und unverständlich ist die Effektsektion, die Bedienung und Zuordnung der Q-Link-Slider. An Effekten stehen Reverb, Phaser, Panning, Tremolo, Bit-Grunger, Chorus und Flanger sowie ein vierbändiger EQ und ein Kompressor zur Verfügung. Sie klingen alle recht ordentlich, es können aber immer nur zwei gleichzeitig benutzt werden. Zusätzlich gibt’s noch zwei Master-Effekte (Kompressor und vierbändiger EQ). Effekte müssen immer zugeordnet sein, während eine Sequenz läuft einen Effekt ändern zu können wäre natürlich gut, geht aber nicht. Ähnliches gilt für die Q-Link-Slider, die ausschließlich beim Aufzeichnen von Sequenzen aktivierbar sind. Mit ihnen kann man Parameter wie Tune, Filter, Layer, Attack und Decay steuern.

Kompatibilität
Was die Kompatibilität zu den restlichen Mitgliedern der MPC-Familie angeht, so wird diese bei der MPC 1000 eher klein geschrieben. Generell akzeptiert sie Soundfiles nur in 16 Bit und als WAV, Sequenzen der 2000XL werden unterstützt, die Programme derselben allerdings nur als Samplezuweisung, alle anderen Parameter werden ignoriert. Von der MPC 4000 werden immerhin die Sequenzen geladen, da sie aber größere Padbänke hat, macht das in der Praxis wenig Sinn.

Sound
Der Sound ist sehr durchsetzungsfähig und satt, wie sich das für eine MPC gehört, hier hat die Mini-MPC eindeutig die Nase vor der Konkurrenz wie RS 7000 von Yamaha oder den Electribes von Korg.

Die MPC 1000 macht vor allem durch ihre geringe Größe und den gewachsenen Arbeitsspeicher Punkte. Das Betriebssystem hat auch in der neusten Version 1.04 einen kleinen Bug, der aber enorm nerven kann: Zuweilen (wenn auch sehr selten) werden Samples einfach kurz nicht abgespielt. Das sollte bei Hardware eigentlich nicht passieren und schnellstens abgestellt werden. Ansonsten ist auch die Unterstützung der Compact-Flashkarten alles andere als vollständig: Hier sollte man sich unbedingt an die von Akai getesteten halten. Sonst kann es passieren, dass die MPC zufällig entscheidet, welche Daten sie lädt oder speichert. Was den Arbeitsspeicher angeht, ist man auf der sicheren (aber auch teuren) Seite, wenn man den von Akai empfohlenen nimmt; auf diversen Foren gibt es aber Tipps, welcher Speicher sonst noch funktioniert. Interessant ist vor allem die Erfahrung eines Users, der seine MPC sogar mit 256 MB aufrüsten konnte, was darauf hindeutet, dass das vielleicht in einem Systemupdate bald auch offiziell möglich sein könnte. Genug gemeckert, denn ansonsten ist die MPC 1000 mit vier Einzelausgängen, zwei mal MIDI In und Out und der praktischen Größe auf jeden Fall ein gutes Tool für den Live-Einsatz, auch wenn die Q-Slider leider live nicht einsetzbar sind, was die MPC im Vergleich mit der Konkurrenz etwas sehr statisch macht. Bleibt zu hoffen, dass die Kinderkrankheiten beim nächsten Update verschwinden.

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Elektronische Lebensaspekte.