Der klassische Sennheiser-Kopfhörer für den Disco-Einsatz bekommt ernst zu nehmende Konkurrenz aus Österreich.
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 102

Die feste Burg des DJs … das sind die Technics. Was aber Nadeln, Mixer oder Kopfhörer angeht, ist der wilde Westen unübersichtlich und verwirrend. Jeder erzählt einem etwas anderes und jeder ist gerade erfolgreich von Nadel X zu Kopfhörer Y gewechselt. Dennoch: Es gibt Titanen im Business jenseits des Technics. Bei Kopfhörern ist das zum Beispiel Sennheisers HD 25. Die DJ-Institution. Laut, druckvoll, neutral im Klang und sehr kompakt. AKG will mit dem K 181 DJ diese Bastion brechen. 185 Euro muss man für das neue Flaggschiff der österreichischen Firma locker machen. Versprochen wird rundum perfekter Klang und größter Tragekomfort.
Praktisch: Der Test-Kopfhörer kam genau am Tag des Auflegens an. Auch ich bin jemand, der an Sennheiser glaubt, vor allem, weil der HD 25 auch unter schlechten Bedingungen immer noch das Quentchen Lautheit und Präsenz bringt, das dich hinter den Plattenspielern gegen den Krach da draußen siegen lässt. Also den AKG 181 DJ mitgenommen. Auch der will es wissen, sitzt wie festgeklebt auf den Ohren, als ob er keinerlei Geräusch unter die Muscheln lassen will. Ich behaupte, der 181 ist noch einen Tick lauter als die Sennheiser-Konkurrenz, bietet aber ein deutlich ausgeglicheneres Klangbild. Nuancen, die bei anderen DJ-Kopfhörern direkt hinten überkippen, werden im 181 detailliert wiedergegeben. Der manuell verstellbare Bassdruck an der Ohrmuschel hält dann noch Extra-Power bereit für diese Situationen, in denen eigentlich nichts mehr geht. Die Verarbeitung ist Atomkrieg-erprobt, das Kabel (Mini-XLR) lässt sich einfach an- und ausstecken und, klar, der Frequenzgang (5-30.000 Hz) ist beeindruckend. Auch wenn er nicht ganz so portabel (doch, klar, zusammenklappen lässt er sich) und slick wie der Slimline-Sennheiser ist … klanglich gibt AKGs 181 DJ deutlich mehr her. Eine echte Alternative. Entwickelt wurde der Kopfhörer übrigens gemeinsam mit Urei, der alten High-End-Schmiede, deren Limiter & Exciter in allen Mastering-Studios dieser Welt stehen und von der es zurzeit jede Menge interessante neue Mixer gibt.
Und wenn wir schon beim Klang sind … verschrottet doch endlich eure Ortofon-Nadeln.

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Elektronische Lebensaspekte.