Baltimore Club Music
Text: Johanna Grabsch aus De:Bug 120

Body more murdaland. Die Stadt mit der zweithöchsten Kriminalitätsrate der USA gebiert am laufenden Band generationsweisende Musiktrends. Philipp Glass, Frank Zappa und David Hasselhoff stehen für die Platinseite, Scottie B, Rod Lee, Miss Tony, K Swift und Blaqstarr für die B-Seite Baltimores.

Edgar Allen Poe schrieb hier einige seiner düstersten Gedichte, nachdem er seine 13-jährige Cousine geheiratet hatte. Die heutigen Sprösslinge Baltimores basteln Beats in der Tradition einer Musik, die die Stadt schon seit fast zwei Dekaden prägt.

Baltimore, Part 1: TV-Epos The Wire.

Baltimore Club Music, meist Bmore-Club oder einfach nur Club genannt, ein 125-128 Bpm schneller Bastard aus HipHop und House, entstand Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger parallel zu ähnlichen Trends in den ärmeren Vierteln von Miami (Miami Bass), Detroit (Techno, Booty), Washington (Gogo), Chicago (House) und London (Hardcore, Breakbeat). Ein schnell zusammengezimmerter 8/4 Takt – bum tschak, bum da bum tschak (Lieblingstool damals: der ASR 10) – wird unterlegt von einem Beatloop aus Lynn Collins’ omnipräsentem Track ”Think about it (Whoo yeah)”, zuletzt in voller Deutlichkeit in Dizzee Rascals ”Pussyhole“ zu hören. Anfang der Neunziger noch stark von House beeinflusst, bewegt sich der Trend von aus dem Gogo entlehnten Call-and-Response-Strukturen hin zu Samples gängiger HipHop-Hits und tiefen Basslines – der Sound manifestiert sich in der ganzen Stadt.

Scottie B: Shawn Cesar, DJ Technics, The Equalizer und ich haben überall in der Stadt aufgelegt. Shawn und ich in den zwei größten Clubs hier. Meine erste eigene Nacht, für die ich bekannt wurde, war Godfrey’s, samstags nachts in Downtown Baltimore. Das war der erste Club, in dem Level 4s ”To be real“ (später hierzu mehr) zu hören war. Sie haben ihn dort sogar live gespielt. Das war ’88 – ’90. Die Jungle Brothers performten hier ”I´ll house you“ live, (Queen) Latifah and Monie (Love) waren dort, NWA und Eazy E haben ihren ”Straight outta Compton“-Stuff gemacht.

Es war DER HipHop-Club der Stadt, aber wir begannen denen House vorzuspielen und die Leute fingen an es zu mögen. Dann sind wir dazu übergegangen immer nur kurze Stücke der gleichen Platte ineinander zu mixen und ganz bestimmte Stücke wurden immer wieder gespielt. Also haben wir angefangen zu samplen. Über die Samples haben wir dann Teile bekannter HipHop-Tunes gelegt. Sehr einfach und sehr tödlich.


Scottie B

Spricht man die alten Heroen auf den ersten Baltimore-Hit an, gehen die Meinungen auseinander. Kein Wunder, ein Blick in DJ Technics’ Liste der einflussreichsten Platten führt einen Battle vor Augen, der so nur im Lokalpatriotismus der afroamerikanischen Musikszenen der Endachtziger entstehen konnte.

Für DJ Technics bildet Farley Jackmaster Funks ”Think“ EP (Precious Red) den Ausgangspunkt für Bmore´s Club. Farley ist Koryphäe und einer der House-Originatoren Chicagos. Scottie B, der damals nebenbei auch noch DEN Plattenladen “The Sound Of Baltimore“ betrieb, hält es lieber mit dem oben schon erwähnten Instrumental von Level 4’s Hit (”To be real“), denn die Jungs kamen auch aus Bmore: “Das Instrumental hatte die Call-and-Response-Gesangsstruktur des Refrains, die fetten Basslines und es hatte Lynn Collins.“

Der Feind in D.C.

House vs. Hiphouse vs. Club vs. Booty Bass … alles mehr oder weniger eins – aber eben auch nur mehr oder weniger. Jede Stadt will ihr eigenes Genre kultivieren und am unbeliebtesten macht sich dabei Gogo aus Washington. Niemand in Baltimore will sich davon beeinflusst wissen, auch wenn sich die Gesangsstrukturen (für Außenstehende) verdammt ähneln. Ein deutlich hörbarer Unterschied zwischen den verschiedenen Tracks der städtischen House–Subszenen ist anfangs auch für die Initiatoren des stadttypischen Sounds nicht auszumachen.

Frühe Strictly-Rhythm-Platten ließen sich genauso eindeutig in Baltimore inspirieren, wie die dort ansässigen Produzenten z.B. Armand van Helden sampleten. Das heute so typische wie allgegenwärtige Lynn-Collins-Loop, das mittlerweile als DER Club-Beat klassifizierbar wäre, war damals sowohl auf Dance-Mania-Platten als auch auf Scottie Bs erstem Hit zu finden. Das, was die Szenen unterschied, waren ihre Konsumenten, nicht ihre Produzenten.


Blaqstarr

Scottie B: Chicago hat uns damals komplett ignoriert, für die galt das noch nicht mal als Szene, was wir hier kreiert hatten. Es war einfach so, dass unser Publikum eben schwarz und HipHop war. Das war nicht deren Ding und einfach uninteressant. Unser Ursprung war House, allerdings eben nicht die Tracks, die in der Chicagoer Szene bejubelt wurden. Bei Strictly waren es z.B. immer die Stücke, die für sie selber Flops waren, die bei uns total ankamen – und deren größte Hits wurden hier nie welche. Selbst die großen House-Acts, die von hier kamen, wie die Basement Boys und Ultra Nate, haben sich über uns lustig gemacht.

Seinen ersten Stadt-, Szene- (und Rassen-)Grenzen übergreifenden Hype hatte Club unter Charles Feelgood, der die ”Fever“-Raves (92-94) in Baltimore veranstaltete: “Für die Fever-Raves kamen Leute aus aller Welt. Der erste Hype wurde initiiert. Solange wir Musik für Schwarze machten, interessierte es halt keinen, aber als die weißen Kids kamen, ging es los”, so Scottie.

Zunächst wurde es aber erst mal wieder ruhig um Baltimore, das Baby muss erst volljährig werden, um den finalen Sprung über die Stadtgrenzen hinaus zu schaffen. Zu verdanken haben wir es Universalbeat-Archivar Diplo, der Club wie auch schon vielen anderen globalen Ghettomusiktrends (Baile Funk/Grime/Kuduro) ein neues Publikum verschafft.

Scottie B: Diplo hat soziale Projekte mit schwarzen unterprivilegierten Kindern in Philly gemacht, und die haben Club schon seit den Mitt-Neunzigern gekauft und gehört. ”Armand´s” war dort der Laden für unseren Sound. Die Kids haben Club-CDs in ihr Jugendzentrum mitgebracht, um dazu zu tanzen, Diplo hat’s gehört und war sofort begeistert.

Debug: Und wie habt ihr euch dann kennen gelernt?

Scottie: Absurderweise über jemanden, mit dem ich immer noch einen weit reichenden Beef am Laufen habe, er (ich nenne keine Namen) wollte mir abraten, Diplo und Low B zu treffen. No good News seien die beiden, sagte er. Ich wollte sie aber treffen, weil ich angetan und geschmeichelt war von dem Gedanken, dass unsere Musik endlich größere Kreise zog. Und wir sind seitdem sehr gute Freunde, ja, Brüder geworden.


Ryerye

Der Freund in Philly

Low B und Diplo nehmen (ca. 2004) Club dann auch begeistert in ihre Bestandsliste auf und starten die Hollertronix Parties in Philadelphia. Ihre Fans lieben es und in kurzer Zeit entsteht eine (nun vornehmlich weiße) Szene, in Philly und bald auch in New York. Die ersten Hollertronix-Compilations von Low B und Aaron La Crate gehen Ende 2005 in Umlauf ”Bmore Gutter Music“: die DJs sind begeistert.

Mit Hilfe der Energie von Bmore lassen sich Mainstream-HipHop-Hits in 125 -128 Bpm schnelle Club-Bootlegs verwandeln und perfekt in jedes Set einbauen. ”The Rub“ in New York, ”Booty Call“ in Paris und ”The Rumble“ in Stockholm und Malmö, “Revolution No 5” und “Ghettoblaster” in Berlin machen’s nach, laden die Protagonisten zu Shows ein und fangen teilweise an, selber Club-Bootlegs zu produzieren. Die Blogs von Nick Catchdubs, Certified Bananas und natürlich ”Its the Rub“ von Tittsworth und Dj Ayres – nicht zu vergessen das mittlerweile auch als Label funktionierende Hollertronix – verbreiten die ersten eigenen Remixe.

Club kommt nach Europa

Diplos Hollertronix-Club-Remix für Gwen Stefanis “Hollaback Girl“ erscheint auf Universal und auch Atrak, Kanye Wests DJ, werkelt eifrig mit und bildet mit Kid Sister und Flosstradamus eine bunte Club-Phalanx, die, mit dem allgemeinen New-Rave-Hype kompatibel, schnell die Titelseiten amerikanischer Musik- und Lifestyle-Magazine erobert.

Schon auf den ersten ”Bmore Gutter“-Compilations waren MC Spankrock und Amanda Blank vertreten. Gebürtig in Baltimore, leben beide inzwischen zwar in Philly, sind aber mit dem Club-Sound aufgewachsen. Spankrock ist dann auch der erste Künstler, der auf einem englischen Label (Big Dada), ein Bmore-Album veröffentlicht, wobei ”YOYOYOYOYO“ nicht nur auf Club reduziert werden kann, sondern seine Einflüsse auch aus anderen globalen Ghettostilen Londons und Miamis speist.

Sogar Thomas Meinecke schreibt in der Zeit Anfang 2007 in verzückten Tönen von der Errungenschaft Baltimores, queer und straight, also House und HipHop, endlich zu vereinen. Das scheint, ob der Ursprungsgeschichte, erst mal unwahrscheinlich, denn die – im Gegensatz zur von Homosexualität durchdrungenen Infrastruktur des House – entstehende Bmore-Szene war fest in straighter Hand. Gunshots und andere Infernalien testosterongesteuerter, eindimensionaler Jugendkultur waren und sind hier ein beliebtes Stilmittel. Beim genaueren Hinsehen hatte Club aber mit Miss Tony auch eine schwule Urmutter, die selbst von den sonst so homophoben Hiphop-Heads geliebt wurde. Ms Tony aka Big Tony hatte in ganz Baltimore ein festes Standing.


Blaqstarr

Scottie B: “Unsere Musik war street-orientiert, Neighbourhoods und Straßen spielten eine große Rolle. Tony trug Kleider und Perücken, aber er lebte auf der Pennsylvania Ave und er arbeitete als Sicherheitsmann in den Housing Projects. Also kannten und respektieren ihn die Project-Kids und nicht nur die, jeder kannte ihn – wenn man Katzen und Hunde lange genug zusammenhält, mögen sie sich am Ende. Er fing an, zu den Parties zu kommen und alberne Sprüche übers Mikrofon von sich zu geben, irgendwann bekam er Geld für Shout Outs und sang ein paar Chants über Beats, daraus wurden Songs. Wir haben viel miteinander produziert. Danach fingen sogar einige Kids an in House-Clubs zu gehen, die von Schwulen betrieben wurden. Tony war allerdings der einzige Schwule, der in Baltimores straighten Clubs geduldet wurde und mehr als das, er wurde geliebt, wenn irgendjemand sich an Tony vergriffen hätte, hätte er nicht mehr sicher gelebt.“

Baltimore 2.0

Der ehemalige Priester der New Born Christians starb 2003 an Nierenversagen und blieb bis jetzt der einzige Crossdresser der Szene. Frauen gibt es bis auf K Swift, die sich von Anfang an als Radio DJ durchbiss und jetzt die größte Sendung auf dem Hauptsender Baltimores betreut, keine Einzige in der alt eingesessenen Clique. Ein Blick in die aktuell neu heranwachsende Szene Baltimores zeichnet jedoch ein viel versprechendes Bild. Nach den ersten internationalen Hypes tritt auch eine neue Generation ins Rampenlicht, ans Mikrofon und hinter die Regler.

Diplo brachte Mitte 2007 Dj Blaqstarrs erste Tracks neu heraus, die den Sound von Club auf ein neues Level katapultierten. Die Stimme vom ersten Hit ”Shake it to the ground“ ist Ryerye, 16, weiblich und zusammen mit Amanda Blank und Santogold eine von den Frauen, die den Sound in den nächsten Jahren zu neuen Ufern bringen könnten. Stripped down und sehr konzentriert zeichnen sich die festgefahrenen Strukturen des Club-Sounds bei Blaqstarr nur noch skizzenhaft ab. Davor entsteht eine Musik, die minimaler Elektronik genauso nahe steht wie Oldschool Rave und viel songbasierter ist als ihre Vorgänger. Die erste Voraussetzung, eine Einzelkünstler-fokussierte Szene zu schaffen, scheint gegeben. Ryerye ist mit Club aufgewachsen, Scottie Bs Mixtapes waren das DSDS-Äquivalent ihrer Generation. Und statt “Ein Colt für alle Fälle” schaute man hier die HBO-Serie “The Wire”.

Ryerye: Ich liebe “The Wire”, aber es ist echt zu übertrieben. Wenn es wirklich so viel Kriminalität gäbe, würde ich hier nicht wohnen. Of course crime happens and it’s a natural thing. Darauf werde ich echt in jedem Interview angesprochen …

Wie der größte Teil der schwarzen Kids in Baltimore schließt sich Ryerye früh einer Tanzgruppe an. Per Youtube bringen sie die zu Club gehörigen Bewegungen in die globalisierten Wohnzimmer. Unfassbar, wie viele Videos tanzender Kinder und Teenager sich im Netz finden: begeistert auf 100 kmh vor den tristen Sofas ihrer Eltern, oft von Geschwistern umringt, dazu eine musikalische Untermalung, deren dreckiger Clubsound an frühe Hardcore-Breakbeat-Raves erinnert.

Eins dieser Videos von Ryerye läuft auch über M.I.A.s Bildschirm, die – spontan begeistert – die Schülerin gleich mit auf USA- und UK-Tournee nimmt und eine neue Version ihres Hits ”Paperplanes“ mit ihr produziert.

Debug: Wie kam es zu der ersten Kollaboration mit Blaqstarr?
Ryerye: Ich habe mit acht angefangen auf Club zu tanzen, und irgendwann hat Jamal (Dj Blaqstarr) meine Schwester gefragt, ob ich auch rappen könne. Ich hatte zwar Texte geschrieben, aber vorher noch nie wirklich gerappt, aber ich hab’s halt einfach mal versucht und hab ihn angerufen. Er ging nicht ans Telefon, also hab ich ihm ne Nachricht hinterlassen.

Blaqstarr: Auf einmal war diese Nachricht auf der Hotline-Nummer meiner Firma – diese kleine Stimme, die harte Ryhmes spuckte – wie ein weiblicher Baby 2Pac. Ich hab sofort gehört, was man da mit ein wenig Politur und Pflege draus machen konnte, und BOOM! Es wurde ein Zusammenstoß der Elemente.

Blaqstarr sind Jamal und Joe. Jamal aka Dj Blaqstarr vergisst in unserem Interview gerne mal, dass er einen Bruder hat, der seine Beats produziert. Auch sonst legt der Sänger mit der androgynen Stimme gerne eine gepflegte Superstar-Attitüde an den Tag. Seine Antwort auf die Frage nach “The Wire” weicht dann auch gleich sehr von der seines weiblichen Schützlings ab: “Baltimores Straßen sind zehn Mal so schlimm. Die Kriminalität ist aber nicht so organisiert. Die Drehbuchautoren sind da nicht gründlich genug.” Die Beats zu “Tote it”, Blaqstarrs erstem Hit, bestehen konsequenterweise aus Pistolenschuss-Samples. Als “Tote it“ auf den Radiostationen rotiert, ist Jamal 16 Jahre alt – heute, 23 Jahre jung, wird er von vielen als die große Hoffnung Baltimores gesehen.

Zusammen mit Joe hatte er schon in frühen Teenagerjahren angefangen aufzulegen und die ersten Platten wurden natürlich bei Scottie B gekauft, der Jahre später wiederum die Verbindung zu Diplo herstellt.

Seine ”Supastar“-EP, die Diplo auf Mad Decent herausbringt, sorgt in den USA für Furore, denn sie wird genreübergreifend gespielt, der Claude-von-Stroke-Remix schafft es sogar in Europas Technotempel. Blaqstarrs Version von Club, die er auch R.O.Q. nennt, ist ein ausgereifter, wohltemperierter Sound, der all die Räume offen lässt, die sonst in Baltimore gerne von Samples zuzementiert werden. Dazu erinnert Jamals Gesang an Prince und hat Soul wie vor ihm vielleicht nur Bmores Legende Rod Lee.

Bmore ist angekommen

Bestandsaufnahme 2008: Autoren und Rezipienten haben sich einander angenähert, beide Seiten sind mit dem Geschmack der Zeit kompatibel und der Grundstock für Club als möglicher Initiator eines neuen, offeneren musikalischen Zyklus’ ist gelegt.

Debug: Hat sich etwas verändert, wenn ihr heute auftretet?

Scottie B: Die Leute! Verglichen mit den Kids, für die ich hier in Baltimore spiele, … verdammt! Das erste Mal, als ich auf Tour gegangen bin, war es ein Kulturschock, für ein ganz weißes Publikum zu spielen. Ich wusste gar nicht, was für Tracks ich auflegen sollte, die Kids haben komplett anders reagiert. Aber letztendlich wollten sie dann doch genau das hören, was ich auch zu Hause spiele, sie lieben Club genauso, nur tanzen sie anders. Abgesehen davon kommen mit dem Reisen natürlich andere Einflüsse, und ich bringe sie mit nach Hause und lasse sie in meine neueren Produktionen einfließen. Jetzt gibt es den straighten, oldschooligen Bmore-Sound und die irgendwie abgeklärteren internationalen Sachen. Die Sinden-Switch-Herve-Schule, die Musik geht fast wieder mehr zu ihren House-Roots zurück.

Blaqstarr: Die Kids, die jetzt zu meinen Gigs kommen, sind oft weiße Indierock-Kids, die jede Menge Respekt mitbringen, weil sie frischverliebt sind in Club und das erste Mal mit dem ”R.O.Q.-Effekt“ in Berührung kommen: die Unfähigkeit, sich nicht zu bewegen.

Ryerye: Für mich ist es einfach nur unfassbar und ich kann es nicht glauben, dass diese Leute es mögen. Club war nie irgendwas, wir waren immer ein Nichts, weil wir nicht HipHop oder Dirty South machen. Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffe, ein Publikum zu unterhalten, ich bin total überwältigt.

Ryerye tüftelt derweil gerade mit Blaqstarr an ihrem Solo-Album. Nachdem sie im letzten halben Jahr 31 Gigs mit M.I.A gespielt hat, wurden gleich im Anschluss ihre musikalischen Zukunftspläne vertieft.
Sie ist ganz quietschvergnügter Teenager, für den sich gerade der amerikanische Traum zu offenbaren scheint. Als nächstes wird sie auf der neuen EP von Sinden und Count of Monte Cristal zu hören sein – der Londoner Sinden war M.I.A.s Tour-DJ.

Brücken von Maryland nach Restamerika und Europa gibt es nun also genügend, die richtigen Persönlichkeiten, um aus Bmore Club ein eigenes Popsubgenre zu machen, auch. Scottie B sieht das gelassen, für ihn hatte Club noch nie etwas mit einzelnen Künstlern zu tun, sondern ist und bleibt ein DJ-Tool – ganz oldschool, ”Ein Hype“, sagt er, ”kommt und erlischt in ein paar Minuten, Club gibt es trotzdem seit über 15 Jahren und es wird weiterhin stark bleiben.“

Angekommen in der Postmoderne – Bmore ist überall. Es bleibt abzuwarten, welche neuen lokalen Subgenres aus dem ”R.O.Q. Effekt“ hervorgehen – gehört haben wir schon von Philly Club und Euroclub. Bis auf weiteres dürfen wir gespannt sein.

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Elektronische Lebensaspekte.