Nach LM4, Loopazoid und einigen anderen kommt jetzt auch Native Instruments mit einem Drumsampler, der Battery.
Text: benjamin weiss aus De:Bug 47

Vive La Batterie

Battery – Drumsampler als Stand Alone und VST Instrument

Battery läuft sowohl als Stand Alone unter ASIO, DirectSound, MME, Sound Manager, MAS und DirectConnect als auch als VST 2.0 bzw. DXi – PlugIn. Im Gegensatz zur Konkurrenz erlaubt es mit der Unterstützung der Formate AKAI S-1000™, SF2, REAKTOR Map, LM4, AIFF und WAV von 8 bis 32 Bits den Zugriff auf die meisten gängigen Samplebibliotheken.

Übersicht
Battery besitzt 54 voneinander unabhängige Slots, in die sich Samples laden lassen. Pro Slot können 128 Velocity Layers mit unterschiedlichen Samples definiert werden, wobei jeder Slot bei Bedarf von einem eigenen Midikanal angesprochen werden kann. Die Slots können einer oder mehreren Midinoten zugeordnet werden, so dass man auch tonale Sounds gepitcht spielen kann. Jeder Slot kann einem von 32 Ausgängen zugeordnet werden, die je zur Hälfte als Stereo bzw Monoausgänge angelegt sind.

Klangmanipulation
Pro Slot stehen zur Klangmanipulation Tuning, eine Volume-Hüllkurve, Pitch-Hüllkurve, Bit-Reduktion, Shaper und FX Loop zur Verfügung. Die Volume- Hüllkurve arbeitet mit den Parametern Attack, Hold, Decay, Sustain und Release, denen je ein Drehregler zugewiesen ist. Die Einstellungen werden dabei in einem zoombaren Wellenformfenster angezeigt, was die Editierung erheblich vereinfacht. Die Hüllkurve kann per On/Off Button aktiviert werden, ebenso wie die Pitch-Hüllkurve. Sie bietet Amount (Intensität der Hüllkurvenanwendung auf das Sample in einer Bandbreite von +/- drei Oktaven), Decay Time 1 (Dauer, in der die Hüllkurve von der Ausgangstonhöhe zum Breakpoint gelangt), Breakpoint (der Punkt im Sample zwischen den beiden Decay-Werten) sowie Decay Time 2 (Dauer zur Rückkehr der Hüllkurve auf den Ausgangswert). Links neben der Wellenformsektion gibt es die Drehregler für Tune (zur Stimmung eines Slots in der Bandbreite von +/- drei Oktaven, wahlweise eingeteilt in Halbtonschritte, Prozent oder Notenwert), Wave Shaping (eine Kombination aus Kompressor und Limiter, wobei negative Werte wie ein Expander wirken, positive wie ein Kompressor) und Bits (Bitreduktion bis runter auf ein Bit). Gleich darunter lässt sich der Startpunkt des jeweiligen Samples einstellen. Ein weiteres soundmanipulatives Feature ist der sogenannte FX Loop. Mit ihm kann ein Loop innerhalb des Samples definiert werden, der beim Antriggern beliebig oft wiederholt werden kann. An Parametern stehen hier Loopcount (Anzahl der Loopwiederholungen zwischen eins und unendlich), Startposition und Endposition bereit.

Modulation
Jedem Slot können sechs verschiedene Modulationsquellen zugeordnet werden, wobei diese sowohl Midicontroller, verschiedene interne Parameter oder auch Zufallsfunktionen wie Random unipolar (Zufallszahl zwischen 0 und 127) oder Random bipolar (Zufallszahl zwischen -127 und +127) sein können.

Performance, Bedienung und Sound
Die Performance ist, auch wenn viele Samples und Modulationen genutzt werden, erstaunlich gut, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass Battery alle aktuell nicht benötigten Features deaktiviert, wenn sie nicht benutzt werden. Die Bedienung ist logisch und sehr übersichtlich, auch bei Controller oder Output Definitionen muss maximal ein Fenster geöffnet werden. Battery ist bisher der umfangreichste Drumsampler auf dem Markt und bietet sehr viele Möglichkeiten, an die beispielsweise bei LM4 nicht zu denken ist.

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Elektronische Lebensaspekte.