Text: stefan heidenreich aus De:Bug 44

Filmplakat zu Enemy at the gates

Man sagt, kalte Filme laufen nicht so gut, besonders im Winter. Da muss es warm sein. In der Hitze von Stalingrad vor den Toren Berlins. Wir sehen eine Figur. Schemenhaft. Von Jpeg-Artefakten verzeichnet. Im Netz war Anfang Januar kein besseres Bild verfügbar. Egal. Der Mann scheint mit dem Inferno im Hintergrund etwas zu tun zu haben. Vielleicht hat er es angerichtet. (Vor so heroischen Ansichten kommt der 1001-Meisterwerke-Slang gut satt). Enemy at the gates. Der Feind vor den Toren. Hannibal ante portas. Aber auch kürzer: Enemy Gates? Der erste große Anti-Windows-Film? Bill, der Feind, im Knappenmantel, vom Pferd gestiegen, mit seinem Schwert, vor den lodernden Ruinen von Schloss Redmond. Das Microsoft-Imperium steht in Flammen. Stoff für Rittermärchen. Bilder wie dieses sind Dutzendware. Sie passen immer wieder. Und der Slogan: Some men ar born to be heroes. Kein Deut besser. Hört sich an wie die staubigen Fanfaren für einen schlecht ausgeleuchteten Westpoint-Kracher. Wir fürchten das Schlimmste bei dem teuersten Film Europas.

sh (2 Punkte)

Filmplakat zu: Quills

Also: Kate Winslet, die wir alle aus ihrer wunderschön großartigen Titanic-Szene vorne am Schiffsbug kennen, die Armee in den rosa-gelben Himmer gereckt, gehalten von di Caprio .. besagte Kate Winslet mit den überschminkten Lippen und den satten Bäckchen im Gesicht .. begegnet Marquis de Sade. Man hält es nicht für möglich. Und das Plakat sieht gar nicht danach aus. Aber so ist es! Ob der nette junge Mann dort rechts der Marquis himself ist? Scheiße mit Glasscherben, das darf nicht wahr sein! … very sexy, very tender, very frightening … verkündet das Plakat. De Sade im Hollywood-Aufguss. Erst Pasolinis Scheißfresser, dann Topors Gummimännchen mit den Schwanznäschen und jetzt Kate Winslet. Welche Logik steckt da dahinter? Und was verspricht uns das Poster? Einen beliebigen middleclass-Kostümschinken zwischen 1200 und 1900.

sh (2 Punkte)

Filmplakat zu: Finding Forrester

Sicherheit ist ein gutes Gefühl. Der gute große Onkel strahlt Sicherheit aus. Er ist der Herr der Lage, und vertrauenserweckend kommt noch hinzu, dass er gut bekannt ist. Ein Held der Kinowelt. Man sieht ihn gleich zweimal. Unten neben dem jungen Mann, der sein Fahrrad schiebt, geht er noch einmal daher und scheint etwas erklären zu wollen. Der junge Mann trägt eine Baseballmütze. Beide sind in tiefes Rot getaucht. Kein Katastrophen-Rot, sondern ein glückliches sonniges Abendrot. Im Hintergrund – der gute Onkel steigt daraus auf wie eine materialisierte Dunstglocke – sieht man die Silhouette der Stadt New York. Die Handlung des Films: ein politisch korrekter Bildungsroman. Wahrscheinlich ist deshalb das Abendrot so grell. Man braucht Signalfarbe, um aus dem Motiv etwas zu machen.

sh (2 Punkte)

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Text: stefan heidenreich aus De:Bug 26

Foto: AP, Tagespiegel 26.6.1999 (Ausschnitt) Ein Stück des Holocaust-Denkmals, wie es uns die Berliner Tageszeitung Tagesspiegel zeigt. Im Detail betrachtet zerfallen Eisenmans Quader in ausgebeulte Flecken, deren Kanten keine Kontur haben. Der Aliasing-Effekt verschleift die Struktur des digitalen Bildes mit der des Monuments. Nachrichtentechnisch gesehen haben beide ohnehin dasselbe Format – eine gerasterte Fläche, in der Werte abgebildet werden, einmal als die Höhen von Betonblöcken, das andere Mal als Bildhelligkeiten. Eisenmann kommentiert seinen Entwurf: “Wir haben heute sehr viel Information, müssen diese aber so präsentieren, dass daraus Wissen entsteht und auf Weisheit abzielt.” Eine Information ist ein Bit, und ein Bit ist ein Betonblock. In einer sanften Krümmung schliessen sich die Blöcke aneinander. Solche gewellten Oberflächen wurden in der digitalen Welt erst heimisch, als der Mathematiker René Bézier 1962 im Auftrag der Firma Renault einen Algorithmus entwarf, der zwischen einzelnen Punkten geschwungene Flächen aufspannt, wie sie für die Herstellung aerodynamisch geformter Bleche benötigt werden. Seit den 80ern sind die sogenannten Bézier-Splines in die unter Architekten gebräuchlichen Entwurfsprogramme integriert. Das Denkmal Eisenmanns ist damit so sehr auf der Höhe unserer Zeit, dass man ihm später einmal ohne weiteres seine ästhetische Herkunft aus einer Softwarelösung des späten 20. Jahrhunderts ansehen wird. Das scheint auf dem ersten Blick dem Anspruch nicht gerecht zu werden. Aber die digitale Datenverarbeitung hat mit dem Denkmal etwas zu tun. Ende des letzten Jahrhunderts erfand der Deutsch-Amerikaner Hermann Hollerith die ersten Lochkartenmaschinen, mechanische Vorläufer der Computer. Sie wurden in Amerika eingesetzt, um statistische Daten zu verarbeiten, und fanden noch vor dem ersten Weltkrieg auch in der Verwaltung des Deutschen Reiches Verwendung. Ohne sie hätte die Vernichtung der Juden verwaltungstechnisch nicht so reibungslos ins Werk gesetzt werden können. Was nun, wenn das Denkmal als digitales Monument genau auf jene diskreten Entzweiungen hinweisen wollte, die die Bewohner eines Landes in Juden und Nichtjuden aufspalteten? Es hätte auf diesem überraschenden Weg eine ästhetisch angemessene Form gefunden und mit dem Bézier-Spline eine Lösung aufgegriffen, Differenzen zu glätten, Bits zu einer sanften Welle zu integrieren oder, in den Worten Eisenmanns,Information in Wissen zu verwandeln. Und so sieht es plötzlich aus, als wollte die von digitalen Spuren zerhackte Abbildung genau auf diesen Zusammenhang aufmerksam machen. sh (4 Punkte) Regan Cameron: Low Res, in: Nylon, Premiere Issue, Mai 1999 (Ausschnitt) Regan Cameron arbeitet mit einer digitalen Kamera, “to blur the lines between technology and fashion”. Dass dabei genau die Texturen verschwinden, die die High-Tech Stoffe kennzeichnen, stört ihn nicht. Der Bonus, fortschrittlich zu sein und eine neue Technologie einzusetzen, bevor sie scharfe Bilder produziert, ersetzt die bessere Auflösung, das Image zählt mehr als das Bild, die Analogie der Begriffe Fashion und Technology mehr als der visuelle Effekt. Als wollte die Fotografie vor der Abbildung flüchten, so wie vor 100 Jahren die Malerei. sh (2 Punkte) Digitale Welt, Teil III. Dank Video rettet Meisel den Interlace-Effekt, der zustande kommt, weil ein Videobild in den geraden Zeilen steht und das folgende in den ungeraden. Wenn man alle Zeilen scannt, zeigen bewegte Teile das charakteristische Zeilenmuster. Ein Markenzeichen für den Moment, für die 166 Bilder, die er auf 30 Vogue-Seiten untergebracht hat. sh 1 Punkt

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Text: stefan heidenreich aus De:Bug 27

<999#1.jpg> Tour de France – ARD 20.7., 16:48 Sportliche Melancholie I: Quer über eine Strasse in einem Pyrenäendorf wird eine Linie gezogen. Piau-Engaly, 1800 m Höhe. Was an der Linie geschehen wird ist absehbar, wenige mögliche Überraschungen ausgenommen. Man richtet den Ort dafür her. Eine Herde von Bildermachern, die diesseits wartet und durch Foto- und Fernsehkameras das von Werbeflächen eingerahmte Bild im Sichtfeld halten. Vorher haben sie schon einen Konvoi von 500 Werbefahrzeugen über sich ergehen lassen, die dem Feld der Tour de France mit einer Stunde Vorsprung vorausfahren. Zum Höhepunkt des Ereignisses werden sich einige Fahrradfahrer um die Kurve quälen und nach dem letzten Anstieg und nach 173 zurückgelegten Kilometern die letzten Kräfte aus sich herauspressen, um die Linie zu überqueren. Einer von ihnen wird als Sieger ausgewählt und wird dann eine kleine Bilderflut auslösen, die sich durch Zeitungen und Fernsehstationen einmal rund um den Globus ausbreitet – ohne Echo, ohne einen Widerhall. Am nächsten Tag die nächste Linie. >sh 0 0 0 (3 Punkte) <999#2.jpg> Schwimm-Europameisterschaften Istanbul – b1, 31.7., 17:12: Sportliche Melancholie II: 62,40 Punkte fehlen einer gewissen Conny Schmalfuss und ihrer Kollegin, um bei dieser Gelegenheit den ersten Platz zu belegen. Die Verknüpfung zwischen der grauen Punktetafel und dem Bewegungsablauf der Springer ist schwer nachzuvollziehen. Man könnte angesichts der synchronen Sprünge von Eleganz und Anmut schwärmen, aber der Augenblick ist nicht mehr dazu da, in Worte verwandelt zu werden. Die beiden menschlichen Kreisel drehen sich so exakt, dass nur zwei Stellen hinter dem Komma etwas über sie aussagen. Wie Aufziehpuppen schwirren sie an der grauen Anzeigetafel vorbei, deren Ziffern sich nach dem Sprung irgendwie verändern werden. Das Ambiente gleicht einer Art von Versuchsaufbau, ähnlich den Registrierkassen eines Einkaufszentrums. Der Fluss der Information ist fest geregelt, und den beteiligten Personen verbleibt nur ein ganz geringer Spielraum, einerlei ob sie ihn dazu nutzen, Waren über den Scanner zu ziehen oder Pirouetten vom 3-Meter-Brett zu drehen. Ist das nicht etwas, das man sich zum Jahr 2000 erhofft hatte? >sh 0 0 0 0 (4 Punkte) # <999#3.jpg> A-Klasse Werbung, VOX, 30.7., 19:52 Man möchte für einen Moment zum Adornit werden. ‘Es verbirgt hinter der zum Witz gewordenen Fassade der Auswechselbarkeit von Herr und Knecht der nur gespielte Schein vermeintlicher Gleichstellung in einer Arbeitsgesellschaft flexibilisierter Dienstleister sich.’ Der 30-Sekunden-Plot vom Pizzaträger zum Firmengründer spielt einen alltäglichen Traum aus dem Furor der neuen Gründerzeit vor. Aller gläsernen Transparenz zum Trotz ist der Weg von links nach rechts ein Weg durch die Hierarchien der niederen und mittleren Informationsverarbeiter. Es geht auf den Chefsessel zu. Die Frage nach dem Firmengründer hat sich schon aufgelöst, sobald sie angezeigt wird. Und ganz zwanglos (!) räumt einer, der da nicht hingehört, den Sitz, und der Pizzamillionär pflanzt sich ins vorgewärmte Leder. So findet zusammen, was zusammengehört: Demut und Protz, Pizza und A-Klasse. >sh 0 0 (2 Punkte)

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Text: stefan heidenreich aus De:Bug 28

Philipp Lorca-Di Corcia: 4.5.1999 Begenungen in Windsor, Werbung. Vogue Deutschland Lorca di Corcia hat sich von Windsor dazu bewegenlassen, einen Moment im neuen Deutschland zu blitzen. Ein Ausrutscher, der wohl ausser viel Geld wenig Sehenswertes gebracht hat. Lorca di Corcias Kunst, mit Hilfe von Ringblitz und Arrangement der Figuren eine einzelne Person scheinbar zufällig in einer intimen Begegnung aus der Menge herauszulösen, ist im Dienst am Werbekunden völlig auf den Hund gekommen. Wie Plastikfigürchen in der Modelleisenbahn führen sich die Fotopuppen auf, in künstlich stillgestellten Bewegungen glotzen sie mit starrem Blick geradeaus. Aus einem lebendigen Augenblick ist eine gefrorene Situation geworden und eine selten blödsinnige dazu. Restbestände einer Modenschau gruppieren sich um einen Polizisten, der offensichtlich auch in New Berlin weiterhin für den lokalen Flair zuständig sein soll. >sh 0 (1 Punkte) …………………………………………………………………. ……………………………………………. <1099#2.jpg> Eva Mueller: Block Magic. Slabs of bright colour make for a bold new look. Scene 9/99 Weil man Gesichter so genau anschaut, genügen schon Kleinigkeiten, um einen Unterschied zu machen. Vor ein paar Jahren hat man damit angefangen, nur die Mitte der Lippen zu markieren. Ein Film (Die Liebenden? nach Duras?) hat dazu den Anstoss gegeben, indem er solche Münder als alte Mode aus dem fernen Osten vorgeführt hat. Die jüngste Episode von Star Wars greift das Signal als fernöstlichen Weltraumflair wieder auf. Später als diese Mode kamen die faserigen Konturen auf, aber wann und wo hat man sie zum ersten Mal gesehen? Gibt es Mittel, das herauszufinden, ausser Tonnen alter Modemagazine zu durchwühlen? Die Differenzen im Feld des MakeUp sind von keinem Archiv auf eine Reihe gebracht, sondern nur ein Spektrum möglicher Unterscheidungen und Wiederholungen in steter zeitlicher und räumlicher Verschiebung. In diesem Bild hier nun haben sich beide – der Lippenpunkt und die zerflauste Kontur – verbunden. Soviel ich weiss und soweit der Titel es behauptet zum ersten Mal. Ob das stimmt? Was dazu geführt hat ? Von wem die Idee ist? Man müsste eine Archäologie des MakeUps erfinden. Aber in welche Verwirrung würde ein solches Wissen ein Feld stürzen, das von Differenzen lebt, die keinen Ort und keine Zeit haben, sondern auftauchen, sich ausbreiten, hier anderes als dort scheinen, sich wiederholen und vergessen werden, um dann wieder als neu zu erscheinen. >sh 0 0 0 0 (4 Punkte) …………………………………………………………………. ………………………………… <1099#3.jpg> Steven Klein: Shine Mood. Vogue Italia 7/99 Könnte sein, dass er jetzt die Hand ausstreckt, um sie zu berühren, könnte aber auch sein, dass er sie schon wieder zurückzieht, weil er sich nicht traut. Könnte sein, er geht näher heran, könnte aber auch sein, er tritt einen Schritt zurück. Die Mann steht im perfekten Gleichgewicht widerstrebender Regungen. Die Frau ganz anders. Kein Gedanke von ihm hält sie auf. Und auch keiner von ihr. Sie ist auf eine ganz einfache Art nicht da, indem sie die Augen schliesst und sich bewegt. Der Kontrast zwischen den Zuständen beider ist perfekt getroffen. Das Geschlechterverhältnis drängt dazu, die innere Einstellung der beiden Figuren auf einen anderen Rahmen zu verschieben. Wahrscheinlich ist es ein Vater und seine Tochter in einem Raum des Elternhauses. Die klassische Ikonografie könnte beiden ein sexuelles Verhältnis unterstellen, der Vogelkäfig im Hintergrund spricht dafür. Aber sobald man genauer werden will, geht das Bild direkt in Erzählungen über – sie spät nach Hause, Musik an, Vater steht auf, muss zu Arbeit. Und dann stockt die Geschichte genau an dem Punkt, den das Foto so perfekt trifft. >sh 0 0 0 0 0 (5 Punkte)

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Text: stefan heidenreich aus De:Bug 30

AOL -Werbung, MTV, 9.11.1999 Boris Becker lebt eine Modellbiografie, die geradewegs in das Herz jener medialen Finsternis führt, die es im letzten großen Marktkampf der Netzgiganten zu erleuchten gilt. Wer damals vor mehr als einem Jahrzehnt den sonnigen Nachmittag vor der Flimmerkiste verbrachte, in den Satzpausen zum Kühlschrank ging, um sich ein Eis für die Cola zu holen, wer mit Boris Becker dem ersten deutschen Wimbledon-Gewinn seit Urzeiten entgegen fieberte, der ist nun unweigerlich in die große Zielgruppe der Noch-nicht-Internet-User hineingewachsen. Die jungen Familienväter, die zwischen Schlafstädten und Sportvereinen dahinvegetierenden Berufstätigen, all die Mitdreißiger, die sich langsam und sicher auf ihre Midlife-Crisis zu bewegen, die Aufsteiger, für die Bords damals gesiegt hat – diesen Menschen soll er einmal mehr den Weg weisen, als Trottel mit einem letzten Erfolgserlebnis vor dem Ruhestand: “Bin ich schon drin?” Genau kalkuliert ist auch das Interieur – nicht der kühle Designer-Schick, die weiten Hallen einer Residenz in Monaco, sondern ein enges, von einem rustikalen Schreibtisch verstelltes Zimmer. Kaffeetasse und Papier wie im ungeordneten Büro eines Junggesellen, dicke Vorhänge verdecken ein Gemälde, die Szenerie schwankt zwischen dem urgroßväterlichen Arbeitszimmer, dem Hobbyraum eines alternden Sportlers und der romantischen Traumwelt des unbefriedigten Ehepartners und vergraulten Familienvaters, der sich von hier aus in die endlosen Weiten des Netzes wegbeamen will und soll. >sh 0 0 0 0 0 (5 punkte) ……………………………………………………………………………………………………………….. Abgeriegelte Idylle: Nach der Tat bewachen Polizisten das Haus der Familie P. in Bad Reichenhall. Foto: AP, in: FAZ, 3.11. 1999 Das Haus des Ungeheuers – eine gute Szene für einen Horrorfilm: niemand weiß, was sich hinter den schwarzen Fenstern verbirgt. Der Zombie aus dem Netz hat wieder zugeschlagen. Und nun sind Spezialisten am Werk, um den Kanälen zu folgen, Disketten zu sichten, Nazi-Flaggen einzusammeln, Links und Lesezeichen im Netz nachzuspüren, von Frag-Party zu Murks-Sitzung, um den Ort zu finden, an dem sich das nächste Kind in ein Amokmonster verwandelt. Littleton – Bad Reichenhall – … Man müsste es so darstellen, wie Robert de Niro in Brasil: ein Gewirr von Kabeln und Gängen, blutverschmierte Zombies, die sich aus dem Bildschirm heraus in das Opfer fressen (Videodrom), das dann Pappas Waffenschrank aufbricht (wie heisst der Fim noch?) und auf alles schießt, was sich bewegt (Hochhaus am Montparnasse – französischer Film). Manche Ideen sind einfach vorgestanzt. Das läuft ab wie eine Kette kippender Dominosteine – klack, klack, klack. Am Ende kommt dabei ein Kausalitätswahn heraus, der zwischen die Dominosteine sein obligatorisches ³weil” setzt, Nährboden für Monster erster Ordnung. >sh 0 0 0 0 (4 punkte) ……………………………………………………………………………………………………. Mediale Freizeitbeschäftigungen 12-19 jähriger jugendlicher, Grafik: Spiegel 18.10.1999 Die zahlen über Kids sehen so schlabberig aus wie die Kids selbst. Zum fürchten. Bläuliche Schleimspuren für Zappelfilips, orange für Mädchen. Und wo es besonders schlimm ist, wird der Glibber dunkel getönt, wie angetrocknet, hart geworden, festgefressen. Die Ziffern spielen da schon gar keine Rolle mehr, man weiß, was man von den kleinen Monstern zu erwarten hat. Und im Hintergrund grinsen die dämlichen Doppelpunkt-Klammeraffen ihr dummfeistes Grinsen. Ja, der gute alte Spiegel macht sogar noch in Grafiken Stimmung. Unten gut (Bücher lesen – viele Mädchen, wenig Jungs), oben sehr gut (Magazine (Spiegel!!) lesen), Mitte uuuh, bäh – Computer benutzen = total bekloppt werden. >sh 0 0 (2 punkte)

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